24 Adventsgeschichten – Katharina Braun (Hrsg.)

Ich war, wie jedes Jahr, auf der Suche nach einem neuen Adventskalender. In diesem wunderschönen Buch vom Boje Verlag wurde ich fündig. Die Aufmachung ist schön, die einzelnen Geschichten können „geöffnet“ werden, indem man das Papier an der vorgesehenen Stelle aufritzt – wäre für mich als Kind sicher noch ein Extra-Bonus. Fast alle Geschichten haben mir wirklich gut gefallen – sie ranken sich quer um Weihnachten, gute Taten, Familie, Geschwister, Schulaufführungen und ein bisschen Fantastisches oder auch „Weihnachtswunder“. Nur wenige Geschichten sagten mir nicht ganz so sehr zu, was bei 24 Geschichten von unterschiedlichen Autoren aber auch völlig okay ist. Mich hat das Buch jedenfalls toll durch die Adventszeit bis zum Heiligen Abend geleitet und es wird einen Platz im Buchregal bekommen – der nächste Dezember kommt bestimmt…eine Geschichte hat es bei uns unter den Tannenbaum geschafft und wurde von der gesammelten Familie (21-88) gut aufgenommen…;-)

Viertel nach Handgelenk – Pippin Wigglesworth

Abgesehen vom Autorennamen und dem wirklich guten Titel, ist es schwer etwas wirklich gutes über diesen Roman zu sagen ausser: wer wissen will, wie man möglichst viel saufen, Drogen konsumieren, heftig abstürzen kann und keinen Plan haben kann, der ist hier richtig. Man muss ihm zu Gute halten, das ganze doch auf erquickliche Länge gestreckt zu haben und wenigstens zum Schluss hin einen kleinen Silberstreif überzulassen. Moral von der Geschicht: irgendwann kommen die Leute im weissen Kittel ja doch…

Spiegel das Kätzchen – Gottfried Keller

Ein tolles Märchen von Gottfried Keller, über Spiegel, den klugen Kater, der dem Hexenmeister Pineiß ein Schnippchen schlägt. Für jeden Märchenfan ein Genuß und für alle Fans von Walter Moers ein Muß – Das Anagramm von Gofid Letterkiel entstammt nicht von ungefähr – Der Roman „Der Schrecksenmeister“ fußt auf eben diesem Märchen. Macht einfach Spaß!

Die Musik der Wale – Wally Lamb

Was ein Wälzer. Und auf über 600 Seiten passiert unserer Hauptperson so ziemlich alles, was so schiefgehen kann. Glaubt man anfangs noch, das die Dinge für Dolores Price sich noch gut entwickeln werden, so entdeckt man mit Schrecken, das die Abwärtsspirale sich noch viel weiter nach unten drehen kann. Ich muss ganz ehrlich gestehen, das ich nicht so glücklich mit dem Roman war und nicht ganz warm mit ihm wurde. Es ist andererseits aber auch faszinierend, in wieviel Drama sich eine Person manövrieren kann und wie weit Menschen gehen…es ist ein wenig unentschieden mit diesem Buch: nicht verkehrt, aber auch für mich kein Buch über das ich Freudenschreie ausstoße. Am besten – selber lesen, über dieses Buch könnte man sicher gut diskutieren, also los ;-) .

Aus der schönen, neuen Welt – Günther Wallraff

Wallraff ist ja nun kein Unbekannter mehr, seine Recherchemethoden bekannt. Dieses Buch war mal wieder eine Lehre, wie naiv ich doch gerne noch ans Gute im Menschen glaube ;-)

Alle Reportagen und Erfahrungen sind spannend verarbeitet, aufrüttelnd und bei vielen beschriebenen Szenen kann man sich seiner Mitmenschen wirklich nur schämen. Wallraff ist als Obdachloser, Brötchenbäcker, „Ausländer“ und in Callcentern unterwegs – was er dort erlebt, das geht weit über das hinaus, was ich angenommen hätte…Wenn dieses Buch ein wenig zum Umdenken anregt, nur weiter so!

So schön wie hier, kanns im Himmel gar nicht sein – Christoph Schlingensief

Dieses Buch hat mich einfach nur tief beeindruckt. Ich habe wirklich nicht so viele schöne, erhebende, intensive und ja, auch durchaus spirituelle Gedanken erwartet (und gerade diese haben es in sich!). Er trifft in so vielem genau den Punkt. Ein sehr eindringliches Buch, das ich jedem, der sich mit dem Thema Krebs auseinandersetzt ans Herz legen möchte.

Jenseits GmbH – Amber Benson

Die Autorin kenne ich aus Buffy, wo diese über mehrere Staffeln die Tara spielt. Wenn also eine Schauspielerin einer Mystery-Serie einen witzigen Roman über den Tod schreibt – wer wäre ich, diesen nicht lesen zu wollen? Er fängt auch gar nicht verkehrt an, hat einige herrliche Ideen und Lacher drin – die restliche Zeit zieht es sich leider ziemlich, wiederholt sich, wird zäh. Ich hab es mehrfach für andere Sachen weggelegt, dann aber doch noch beendet. Die Buchform wird den ganzen Ideen nicht gerecht, es ist zuviel, zu gewollt, zu gestellt. Ich würde es nicht unbedingt nochmal kaufen, man kann es sich ja mal zum Anlesen aus der Bibliothek ausleihen ;-)