Die Hebammensprechstunde – Ingeborg Stadelmann

Dieses Buch zählt ja zu DEN Standard-Werken wenn man schwanger ist und sich auch von Hebammen betreuen lässt, ein wenig offen ist für alternative/naturheilkundliche Methoden und generell Interesse hat, was im Körper abläuft. Logisch das ich es mir besorgt hatte. Nach der Lektüre war ich etwas zwiegespalten: die vielen Beispiele haben mir gut gefallen, auch konnte ich während der Schwangerschaft immer mal den einen oder anderen Tipp aus diesem Buch nutzen. Es legt aber auch einen Fokus auf bestimmte Aspekte der Schwangerschaft und Geburt, die für meinen Geschmack sehr einseitig sind – und zudem nichtmal unbedingt bewiesen. Ein Buch das Frauen ein schlechtes Gewissen macht, weil sie manche Dinge anders handhaben (und oftmals das garnichtmal in der Hand haben!) finde ich nicht sehr förderlich – ich habe mich jedenfalls beim Lesen einige Male wirklich geärgert. Natürlich berichtet Stadelmann aus jahrelanger Erfahrung, andererseits gibt es auch unter Hebammen äußerst unterschiedliche Herangehensweisen – ich habe Ärzte und Hebammen im Krankenhaus eindeutig als gemeinschaftlich arbeitend empfunden, was laut Stadelmann ein Ding der Unmöglichkeit ist…. Ich hätte mir etwas mehr Toleranz gewünscht. Trotzdem würde ich das Buch jeder Schwangeren empfehlen, weil der Nutzen doch überwiegt. Man kann sich ja noch eine zusätzliche Lektüre, die genau die eigene Einstellung trifft suchen und es als nützliche Ergänzung sehen.

Das Flüstern der Schatten – Jan-Philipp Sendker

Sendker hat eine schöne, bildhafte Art zu schreiben, trotzdem hat es mich bei diesem Roman nicht so gepackt, wie beim Herzenhören. Hier stehen einfach andere Aspekte der Beziehungen zwischen Menschen im Vordergrund: Vertrauen, Verrat, Freundschaft und eine leichte Krimi-Handlung – manchmal war es mir ein bisschen zu „voll“. Ich hab es ganz gerne gelesen, muss aber den Nachfolger nicht unbedingt  lesen.

Ruf mich bei deinem Namen – André Aciman

Dieses Buch passt pefekt in den heissen Sommer und zunächst habe ich es einfach blind gekauft aufgrund des Titels und des sehr schönen Covers. Eine erste Liebesgeschichte in Italien zwischen einem jungen Mann und seinem großen Vorbild, einem angehenden Schriftsteller. Eine wunderschöne, zärtliche Sprache, so intensiv das es manchmal fast schmerzt. Es ist etwas besonderes diesen beiden jungen Menschen bei ihren Versuchen zuzusehen, zwischen heftigem Verlangen, Liebe und Heimlichkeiten zu tanzen…

Deine Juliet – Mary Ann Shaffer

Was für ein wunderbares Buch! Ein Briefroman der mich total begeistert hat und somit zu einem der schönsten Sommerbücher 2010 für mich wurde. Der Briefwechsel zwischen einer Schriftstellerin und einer ganzen Insel in den späten 40ger Jahren bezaubert durch seinen Charme, die herrlichen Eigenheiten der Hauptpersonen und viel Gefühl ohne dabei zu kitschig zu werden. Ein Buch das man seiner besten Freundin schenken möchte, ein Buch das man im Regal stehen sieht und anfängt zu lächeln. Wenn Sie es noch nicht kennen – bitte lesen Sie es!

Die Radleys – Matt Haig

Mal ein etwas anderer Vampirroman, abseits von Biss und eher in der Romanecke als bei Fantasy und Jugendbuch zu finden. Eine ganze Vampirfamilie die gerne abstinent leben wollen, das war mal etwas neues – und entfaltet eine gewisse Komik durch das Schweigen der Eltern, die ihren Kindern nicht gesagt haben, das sie eigentlich Geschöpfe der Nacht sind… Das Buch liest sich schnell, witzig und man entdeckt trotz der vampirischen Abstammung auch in dieser ungewöhnlichen Familie die gleichen Abgründe wie überall. Was den Roman auszeichnet ist, das auch absolute Nicht-Vampir-Fans ihre Freude daran haben werden!

Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard – Neil Gaiman

Neil Gaiman hat ein untrügliches Gespür dafür, wie man eine Geschichte erzählen kann – er schreibt nicht nur, er malt diese Szenarien, die weitab vom Kinderzimmer passieren. Obwohl dieses kleinen Buch für Kinder nicht viele Seiten füllt, es eigentlich mehr eine kleine Fabel ist, so taucht man doch hinein und erfreut sich an diesem schnörkelosen Abenteuer. Und ja, man ist danach auch einfach nur – glücklich. Egal ob man 11 oder 24 ist…;-)

Überall ist Lönneberga – Christoph Borchelt

Ein Deutscher unter Schweden, so heisst es im Untertitel. Borchelt wohnt abwechselnd in Berlin und auf der schwedischen Insel Öland und beschreibt in diesem Buch seine Erfahrungen mit diesem schönen Land. Es war nett, las sich schnell und ein paar kleine Anekdoten kannte ich auch als Schwedenfan noch nicht. Insgesamt blieb aber nicht soviel hängen, so das ich das Buch zwar ganz okay fand, für Schwedeninteressierte aber trotzdem anderes empfehlen würde.

Die Insel unter dem Meer – Isabel Allende

Dieser Roman hat mich nicht ganz so begeistert wie andere Werke von Allende. Es fehlte ihm das opulente und überbordende Fabulieren von  „Das Geisterhaus„, der Charme von „Das Siegel der Tage“. Wie gehabt geht es hier wieder um eine starke Frauenfigur die sich im Haithi des 18 Jahrhunderts behaupten muss, entgegen Slaverei und Mißhandlungen. Es las sich für mich einfach zäh und die Geschichte kam nicht so richtig in Fluß. Am Schluss war ich zwar versöhnt, im Großen und Ganzen war es solide erzählt, aber es bleibt doch der etwas getrübte Eindruck.

Der Feind im Schatten – Henning Mankell

Für alle Wallander-Fans war es die Nachricht: noch ein letzter Fall für den eigenbrötlerischen Kurt Wallander. Auch wenn ich seine Krimis noch nicht so lange kenne, habe ich sie mit großer Begeisterung vor 2 Jahren alle auf einen Rutsch gelesen. Und jetzt, der finale, letzte Fall. Ich kann nur sagen: ich war sofort wieder dort, in Schweden an Wallanders Seite. Der Fall an sich, geschenkt, er spielt auch eher eine untergeordnete Rolle. Aber es ist ein Abschied, einer der diesem eigenwilligen Ermittler gerecht wird. Das Buch ist durchaus düster, eben von Melancholie und Rückblicken begleitet. Und trotzdem: Mir gefällt dieser Abschluss einer großen Krimi-Reihe wirklich gut!