Was für ein außergewöhnliches Buch. Sprache: toll! Handlung: toll! Gedanken darin: toll! Eine Lektüre die einen nachdenklich stimmt, bewegt und ergreift. Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen No, einer obdachlosen jungen Frau und Lou, einer hochbegabten Jugendlichen auf der Suche nach sich selbst ist mir ein Lieblingsbuch geworden. Vorallem weil dieses Buch kein Märchen erzählt, sondern einfach das Leben wie es manchmal so spielt beschreibt. In allen Facetten, lebenshungrig, traurig und mit einem Silberschweif am Horizont. Unbedingt lesenswert!
Erika – Elke Heidenreich
Die Geschichte des großen rosa Plüschschweins habe ich als eines meiner Weihnachtsbücher gelesen. Die Geschichte war ganz schön, allerdings empfand ich sie nur teilweise an eine Hommage an Leben und Liebe und einige Male eher als ziemlich deprimierend. Trotzdem ein nettes, kleines Büchlein und die Reaktionen auf das Plüschschwein sind einfach zu nett!
Der kleine Erziehungsberater – Axel Hacke
Ein echter Klassiker im Bereich des Geschenkbuches – jetzt weiss ich auch warum. Axel Hackes Beschreibungen über den ganz normalen Wahnsinn mit Kindern sind einfach nur eines: absolut herrlich! Wenn Sie es noch nicht besitzen – kaufen sie es! Egal ob die Kinder noch klein sind, schon längst aus dem Haus…es ist einfach toll!
Ein Geschenk des Himmels – Anne Enright
Ich hatte schöne kleine Glossen, durchaus mit Humor und gesundem Pragmatismus über Schwangerschaft, Kinder und das Leben mit ihnen erwartet. Ich bekam eine frustrierte Mutter die teilweise wirklich völlig verschwurbelte Theorien zum besten gab, meine Vorstellungen vom Elternsein nur sehr selten traf und insgesamt eine so distanzierte Haltung zu ihren Kindern einnahm, das ich mich geschüttelt habe. An wenigen Stellen griff der aussen angekündigte „Witz“. Das Buch hat mich wütend gemacht, denn es spricht teilweise wirklich ohne Respekt vor andersdenkenden Eltern über diese erste Zeit mit Kindern…Natürlich ist es in Ordnung, seine Erfahrungen zu schildern (und sicherlich hatte die Autorin es durch persönliche Probleme etwas schwerer), das diese Zeit auch unglaublich anstrengend sein kann stellt sicher keiner in Abfrage und auch das es schwarze Tage in einer Familie geben kann. Aber diese negative Grundhaltung gegenüber so ziemlich allem liess mich wirklich fragen, warum die Autorin unbedingt darüber schreiben wollte? Zur Ermunterung sicherlich nicht, eher zur Abschreckung. Ich rate ja selten von einem Buch ab aber hier aus vollem Herzen.
So oder so ist das Leben – Marie-Aude Murail
Murail hat eine ganz eigene Art Jugendbücher zu schreiben – leichtfüßig aber nie banal. Hier wagt sie sich an das schwierige Thema einer ungewollten Schwangerschaft mit 17. Aber nur allein dieses Thema würde den Roman nur unzureichend beschreiben. Der Umgang mit dieser Schwangerschaft, eine Familie die aneinander vorbei lebt und sich schon lange nichts mehr sagen hat und zwei sehr gegensätzliche Ärzte komplettieren das Bild. Ein bisschen ratlos lässt mich das Buch zurück, es wartet zwar mit einer Lösung auf, lässt aber doch sovieles offen. Als Diskussionsstoff für die Schule durchaus geeignet, hat es doch viel Zündstoff, als Jugendbuch lässt es mich doch leise enttäuscht zurück, was aber auch an einer etwas konträren Meinung zum Thema liegen kann.
Blinde Weide, schlafende Frau – Haruki Murakami
Was bleibt mir zu meinem Lieblingsautor noch zu sagen? Auch diese Sammlung von Kurzgeschichten (die so kurz garnicht sind) ist wieder Kunst, Liebe auf den ersten Blick, die Wörter hallen lange nach, Murkami beschreibt das Leben wie es kein anderer kann und tut. Ich kann mich vor diesem Großmeister der Sprache und genauem Beobachter der Menschen nur immer wieder verbeugen und mir wünschen das er noch verdammt viel schreibt.
Und jedem anraten, einen Murakami so zu lesen wie ich: in völliger Stille, mit Lieblingsgetränk, wach und aufmerksam um alle Gedanken und Gefühle nur auf dieses Buch zu konzentrieren. Wer sich auf Murakami einlässt, der verliebt sich. Für immer.
Allmen und die Libellen – Martin Suter
Suter schreibt jetzt Krimis. Eine ganze Reihe soll sich um Allmen, seinen etwas ungewöhnlichen Ermittler drehen. Kann das etwas werden? Mit angehaltenem Atem habe ich auf diesen Einstiegsband gewartet, würde er mich überzeugen? Ja, das hat er getan. Suter schreibt im üblichen, genialen Stil so lesenswert über den ständig verarmten Allmen, der jedoch stets die äußere Fassade wahrt, das man das Buch einfach nur so einatmet. Die Krimi-Handlung ist zunächst nicht so ausgefuchst, allerdings ist hier auch meiner Meinung nach nicht der Schwerpunkt gesetzt. Es ist dafür aber ein sehr gelungener Auftakt, ein Versprechen auf mehr, was mich sofort damit versöhnt. Ich freue mich schon auf die weiteren Fälle, die den Weg Johann Friedrich von Allmens kreuzen werden.
Zuhause – Kristof Magnusson
Ein netter Roman, nicht aufsehenserregend, wer Island-Fan ist wird Spaß haben an einigen Schilderungen, für alle anderen ist es schnell gelesen und an einigen Stellen merkt man durchaus, das Magnusson mehr kann, es hat Witz und Charme. Allerdings schafft er es nicht dieses Niveau durchzuhalten. Aber dafür das es sein Debüt ist, ist es auf jeden Fall gelungen.
Hello Kitty muss sterben – Angela S. Choi
Schnell, böse und gut – nichts für zart besaitete Gemüter, aber herrlich für Freunde des Ungewöhnlichen. Wer Spaß an schrägen Szenarien, Ironie und perfiden Plänen hat, der sollte hier unbedingt zugreifen! Eine herrliche Abrechnung mit der so sanften „Hello Kitty“-immer-lächeln-und-das-tun-was-deine-Familie-sagt-Mentalität!
Wenn Du stirbst zieht dein ganzes Leben an Dir vorbei, sagen sie – Lauren Oliver
Bei diesem Buch hat mich zuerst der Titel und die tolle Covergestaltung angesprochen….ich glaube ich habe einfach ein bisschen was anderes erwartet, mehr Philosophie, mehr tiefere Fragen über Leben und Sterben. Oliver erzählt die Geschichte im Leben eines jungen Mädchens einem einzigen Tag, der immer wieder seinen Lauf nimmt. Obwohl erzählerisch durchaus eine Kunst, die gleiche Geschichte so oft zu erzählen und immer wieder neue Facetten einzubauen, hat es mich einfach nicht mitgerissen. Die Figuren blieben für mich unnahbar, die Hauptperson über weite Strecken unsympathisch – viele waren zwar durchaus realistisch gezeichnet, mich verband aber wenig mit diesen Jugendlichen. Die Idee durch wenige Änderungen im Verhalten auch dem Leben einen anderen Verlauf zu geben ist zwar gut – mir hat die Umsetzung nicht gefallen.