Adams Erbe – Astrid Rosenfeld

Es gibt Bücher, die nisten sich klammheimlich im Herzen ein. Die lesen sich gut an, machen Lust auf mehr, lassen einen den Atem anhalten und tiefer in die Kissen rutschen. Adams Erbe ist für mich solch ein Buch und noch dazu – so wunderbar!

Erzählt wird hier von 2 Männern, die sich nie kannten, zum einen Edward der um die Jahrtausendwende volljährig wird und sein Großonkel Adam der in den 40ger Jahren spurlos verschwindet – und mit ihm das Familienvermögen. Trotz das beide sich nicht kennen, verbinden sie einige Charaktereigenschaften – und angeblich auch die gleichen Gesichtszüge. Edward, dessen Leben in recht schrägen Bahnen verläuft, findet eines Tages die Aufzeichnungen seines Großonkels und versinkt darin. Was das Buch so besonders macht sind die vielen kleinen Ideen die Rosenfeld einstreut. Man mag gar nicht glauben das es ihr literarisches Debüt ist, so präzise setzt die Autorin Glanzlichter, beschreibt sie treffend die Charaktere. Dieses Buch drückte ich nach dem Lesen ans Herz – ganz unbedingt gehört es zu den Highlights des Frühjahres!

Wie ein Baby seine Welt entdeckt – Mauri Fries

Hier kann ich mit gutem Gewissen sagen: ein kurzer, knapper Ratgeber von Beltz der Eltern im ersten Lebensjahr ihres Kindes an die Hand gegeben werden kann. Die Autoren schaffen es einen guten Überblick zu geben, was im Leben des Kindes passiert, welche Entwicklungen sich vollziehen und wie Eltern mit neuen Situationen umgehen können. Sehr klar und angenehm geschrieben, keine moralisch-wertenden Tendenzen (war mir sehr wichtig!) und viel Information. Kann ich nur empfehlen.

Little Bee – Chris Cleave

Wer bei diesem schönen Cover und dem sanften Titel einen leichten Roman erwartet liegt falsch! Dieses Buch hat Sprengkraft und ist für mich eine der Entdeckungen des Frühjahrs…!

Denn dieses Buch ist die Geschichte eines mutigen, ungewöhnlichen Mädchens aus Nigeria, genannt Little Bee. Eindringlich beschreibt Cleave eine Geschichte über illegalen Aufenthalt von Flüchtlingen in Großbritannien – das Buch geht unter die Haut. Er möchte mit diesem Buch nicht unbedingt gefallen und genau das ist der Punkt der mich fasziniert. Little Bee ist keine perfekte Heldin und das Buch strotzt nicht vor Happy Ends – aber es hinterlässt einen Eindruck, der sich so schnell nicht abschütteln lässt.

Störenfrieda – Jana Frey

Der Name ist Programm – Frieda stört – natürlich immer in besten Absichten. Diese werden aber selten erkannt und so mischt Frieda eine ganze Familie unter einem Dach und auch die Nachbarn gehörig auf. Herrlich komisch, eine Heldein die man sofort ins Herz schliesst und ihre Ideen sind einfach klasse. Zum Selberlesen oder zum Vorlesen für Grundschulkinder bestens geeignet ;-)

tschick – Wolfgang Herrndorf

Der Titel war seltsam, das Cover sagte mir nicht wirklich zu…zunächst ging tschick an mir vorüber. Dann tauchten nach und nach immer mehr Besprechungen auf, das Buch wurde als Geheimtip gehandelt. Also nahm ich es mal mit und dachte, okay, liest mal rein. Und ich wurde so belohnt! tschick ist ein Roadmovie erster Klasse, eine rasante Geschichte mit Wucht, sovielen herrlichen Szenen und immer wieder Sätzen, die dich grinsen lassen – ja, genauso fühlt sich das wohl an, erwachsen zu werden. Unsere beiden Helden machen diesen heissen Sommer zu etwas unvergesslichem und lassen den Leser daran teilhaben. Herrndorf hat hier etwas geniales abgeliefert! Kaufen. Bitte!

Smaragdgrün: Liebe geht durch alle Zeiten – Kerstin Gier

Nachdem ich die ersten beiden Bände der Liebe geht durch alle Zeiten-Trilogie verschlungen habe, wartete ich genauso wie zig andere Fans auf den dritten Teil. Und wieder brennt Gier ein Feuerwerk an coolen Sprüchen, schrägen Ereignissen, Fettnäpfchen für unsere Hauptfigur und Spannungsmomenten ab. Vielleicht wirkte der dritte Teil auf mich etwas blasser, weil längere Zeit zwischen dem Lesen der vorigen Bände lag, eventuell sind aber auch einfach die Wirrungen um Gwendolyn und Gideon ein bisschen zu offensichtlich. Aber gut, ist jammern auf hohem Niveau, der Band war ebenso schnell gelesen wie seine Vorgänger und die ganze Reihe empfehle ich oft und gern, weil sie einfach mal etwas aus dem Rahmen fällt – positiv!

24 Geschichten bis Weihnachten – Katharina Braun (Hrsg.)

Und auch dieses Jahr ist das Adventskalenderbuch von Boje mein Begleiter durch die Weihnachtszeit gewesen. Hier stimmt einfach alles: wunderschöne Ausstattung mit verklebten Seiten zum Öffnen für jeden Adventstag, liebevolle Illustrationen, namhafte Jugend und Kinderbuch Autoren und rundherum schöne, weihnachtliche Geschichten – laut, leise, witzig oder besinnlich – für mich war das wieder ein wunderbares Adventszeit-Ritual.

Kinderkacke – Julia Heilmann/Thomas Lindemann

Eigentlich ist Kinderkacke kein Ratgeber. Den wollten die beiden Autoren auch nicht schreiben. Statt dessen entpuppt Kinderkacke sich als ehrliches, ungeschöntes Elternbuch das mich mehrfach zum Lachen, heftig-mit-dem-Kopf-nicken und So isses! sagen gebracht hat. Die beiden erzählen aus der jeweiligen Sicht, wie sie die Zeit mit ihren Kindern erleben und das machen sie richtig gut – man hat das Gefühl eine Familie kennenzulernen die um ihre Ecken und Kanten weiss, die ihre Schwierigkeiten genauso mit einem teilt wie die gemeinsamen Glücksmomente – das generell Kinder für beide Autoren zum Leben dazu gehören und sie ihre 2 Jungs nicht missen wollen steht ausser Frage!

Besonders gut fand ich das beide wirklich versuchen, sich offen und tolerant so manchen Fragen zu stellen, betrifft es jetzt die Elternzeit, die Erziehung, den Wiedereinstieg in den Beruf oder Zeit für sich selbst. Ganz klar ist das hier kein Nachschlagewerk, es ist ein Erfahrungsbericht der aber angenehmerweise nicht belehrt oder glaubt die Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Nach einigen doch sehr blumig-verklärten Büchern zum Thema – eine echte Wohltat!