Falscher Vogel fängt den Tod – Donna Andrews

Auf dieses Buch stieß ich durch einen neu gegründeten Krimi-Lesekreis. Man muss ja auch mal was neues entdecken. Andrews schreibt sehr süffig, es liest sich so weg, man schmunzelt ab und an und verfolgt das Geschehen amüsiert. Das der Funke nicht komplett übersprang lag vielleicht daran das ich manche Wendung schon über das halbe Buch hinweg ahnte, eigentlich sind das aber nur kleine Schönheitsfehler. Unterhaltsam war es in jedem Fall und das ist bei Krimis, die ich ja eh eher selten lese, für mich dann auch in Ordnung so. Wer es also recht unblutig und dafür eher lustig mag, ist hier genau richtig.

Süß wie Schattenmorellen – Claudia Schreiber

Ein Gefühl für schräge, herrlich skurrile Gegebenheiten hat Claudia Schreiber, das muss man ihr lassen. Ganz in Tradition von „Emmas Glück“ hat dieser Roman wieder sehr eigenwillige Hauptpersonen die, es scheint in einer völlig anderen Welt leben – und doch ist es nur Nordhessen. Einige Dorfbewohner dieses Landstriches sind so lebendig gezeichnet das man sich fragt, wo genau dieses Dorf liegt – denn das muss es wirklich geben. Der Roman zündet, für mich vorwiegend auf den ersten 150 Seiten, total. Leider – und das tut mir richtiggehend weh, weil ich diese Autorin nach einigen Lesungen bei uns wirklich sehr mag – fällt die Geschichte für mich dann kontinuierlich ab. Vielleicht ist das gewollt, es soll nicht gefallen, es soll anecken und polarisieren – ich war aber irgendwie frustriert ob der Ereignisse, konnte mich nicht mehr einfühlen. In seiner Gesamtheit ist das Buch trotzdem lesenswert! Und der Schluss gibt ja auch einiges her – an Diskussionsstoff!

DU – Zoran Drvenkar

Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, nachdem ich wahnsinnig begeistert von „Sorry“ war. Ein schwieriges Buch. Einerseits habe ich es zu Ende gelesen, wollte wissen wie es endet – bei 600 Seiten ja auch schon eine Aussage. Andererseits war es zwischendurch so zäh, anstrengend zu lesen, kein Durchblick…Drvenkar erzählt aus 3 Perspektiven – eine davon war genial, absolut packend, auf die hab ich mich dann immer gefreut. Leider nimmt sie den kleinsten Teil ein. Er versteht sein Handwerk, keine Frage, aber hier war ich dann doch eher enttäuscht – für einen Krimi fehlt es mir an Tempo…Trotzdem – komplett verreissen kann und will ich es nicht.

The Carrie Diaries – Candace Bushnell

Jeder SATC-Fan braucht dieses Buch! Finde ich. Ich liebe die Serie sehr und somit war dieses Buch sofort mein. Wir erfahren alles über Carrie Bradshaw, bevor sie nach New York kommt – ihre Highschool Jahre. Und das ist so sehr Carrie das man es einfach nur lieben muss. Es ist eindeutig ein Jugendbuch, lässt sich schnell lesen, das passt aber auch einfach zur vorherrschenden Stimmung. Carrie als Teenie die schon damals ihren Traum von New York und dem Schreiben träumt, das ist einfach klasse! Auch wenn einiges im Buch nicht mit Erwähnungen in der Serie übereinstimmt, tut das diesem Buch keinen Abbruch – für mich gewährt es einen tieferen Einblick in Carries Seelenleben, warum sie wird wie sie uns später in der Serie erscheint und was ihre Überzeugungen prägte. Also – High Heels an und die Carrie Diaries kaufen…;-)

Schuldig – Jodi Picoult

Hat mich nicht richtig überzeugt. Die Figuren bleiben nicht richtig greifbar, die Idee des Comics im Roman empfinde ich als eher schwierig. Noch dazu sind die unterschiedlichen Geschichten nicht richtig miteinander verwachsen, es wirkt bemüht. Die Spannung hält sich auch in Grenzen. Nur Picoults gewohnte Schreibe die sich einfach süffig wegliest hat mich das Buch zuende lesen lassen. Als Taschenbuch mag es noch angehen, als Hardcover wäre mir der Preis für eine mittelmässige Geschichte zu hoch.

Holundermond – Jutta Wilke

Ich bin zwar schon länger nicht mehr zehn Jahre alt, habe aber doch 2 Tage lang abends auf dem Sofa gesessen und bin in diesem Buch versunken. Wenn ein Kinderbuch es schafft, einen so in seinen Bann zu ziehen, das man anfängt nachzuschlagen, was es mit dem Rätsel auf sich haben könnte, dann hat der Autor irgendwas verdammt richtig gemacht! Genau die richtige Mischung aus Mystischem, Abenteuer und Geschichte macht dieses Buch zu etwas Besonderem!

Wird Nele ihren Vater,  der die Geheimnisse hinter Diebstählen in einigen Kirchen aufdecken soll und spurlos verschwindet wiederfinden? Nele lernt Flavio, einen charmanten und hartnäckigen Jungen kennen und gemeinsam erkunden sie Wien und das Kloster Mauerbach auf der Suche nach Neles Vater … und begeben sich damit in höchste Gefahr. Keine Frage das ich mit beiden mitgezittert habe! Spannend bis zum Schluss, mit zwei so sympathischen Helden hat mich dieses Kinderbuch begeistert und ich empfehle es nur zu gerne!

Auf ihrem Blog Schreibwelt kann man übrigens nachlesen, wie es sich so als Autorin lebt – der Blog ist immer wieder lesenswert! Und natürlich gibt es auch einen Blog zum Buch!

Wallanders erster Fall – Henning Mankell

Oh, war das schön! Nochmal ein Wallander, das ist einfach wie nach Hause kommen. Auch wenn dieser Band rein chronologisch als erster dran wäre, fand ich es ganz prima, ihn nach dem Abschluss der Reihe zu lesen. Wallander als junger Mann, einige Fälle zu erleben auf die in den späteren Bänden immer wieder Bezug genommen wird, das hatte was. Seine Prägungen werden klarer, das Bild des eigenwilligen Ermittlers bekommt noch ein paar Details mehr.  Mir hat dieser Ausflug in die Jugend Wallanders richtig gut gefallen!

Die Dienstagsfrauen – Monica Peetz

Ich hatte hier ein bisschen mehr erwartet – weniger Klischee, mehr Frauenfreundschaft, ein schönes Buch mit Witz und Spannung. Ja, es war nett und ganz okay, bediente aber soviele Stereotypen und hatte wenige glanzvolle Momente das ich mich etwas geärgert habe. Zunächst brach ich es sogar ab, las es dann im Zuge des Lesekreises aber doch noch zu Ende. Fürs Sofa und die Badewanne mag es durchgehen aber auch da habe ich schon schönere Schmöker gelesen.

Hector und die Entdeckung der Zeit – Francois Lelord

Diesmal schickt Lelord seinen Helden Hector wieder rund um die Welt – um die Zeit zu entdecken, ihre Facetten zu beleuchten und wie immer seine kleinen Anmerkungen über seine Beobachtungen zu notieren. Wieder ein kleines, feines Büchlein das sich leicht liest. Ich stelle allerdings fest das ich Hector in diesem Band mehr als in den Vorgängern an der einen oder anderen Stelle widersprechen wollte ;-)

Traut euch, Eltern zu sein – Helena Harrysson

Allein der Titel sagte zu mir „Das könnte was sein!“ Ich konnte mich in sehr vielen Ansichten der Schwedin die selbst 6 Kinder hat und lange Zeit als Rektorin tätig war wiederfinden. Sie versteht es vorzüglich ihre eigenen Erfahrungen zu schildern, ihre Erfolge, ihre Niederlagen und verliert dabei nicht aus den Augen, das jedes Kind einzigartig ist. Eine Ermutigung an Eltern, sie selbst zu sein und manchmal einfach zu machen. Mag sein das ich vieles schon instinktiv ähnlich gemacht hätte – ich habe mir aber viele Anregungen aus dem Buch mitnehmen können und empfand ihre Schreibe als sehr mitreissend.