Wenn man mich spontan fragen würde, ob ich Familiengeschichten mag, würde ich erstmal nachdenken müssen. Und dann sagen: Ja – wenn die Familie gehörig ungewöhnlich ist. Zum Glück ist das bei Pixels Ahnen der Fall – eine wirklich etwas verrückte Familiengeschichte, angesiedelt in Neuseeland. Die Autorin spannt einen weiten Bogen über Generationen hinweg, wirft Fragen nach der Herkunft auf, nach Familie, nach den eigenen Wurzeln. Das liest sich spannend und mitreissend und zum Ende hin entwickelt sich soviel mehr aus den unschuldigen ersten Zeilen, als man sich anfangs vorstellen konnte. Das Buch ist bei edition fünf erschienen, einem feinen, kleinen Buchverlag, mit Blick für das Besondere und Augenmerk für edle Ausstattung – das haben sie mit diesem Buch eindrucksvoll bewiesen!
Finn remixed – Oliver Uschmann
Endlich wieder Finn! Diese Reihe für Jungs ab 12 ist einfach ein Geschenk für jugendliche Leser – witzig und mit einer gehörigen Portion Coolness. Auch der dritte Band um Finn, Lukas und Flo ist wieder gelungen, auch wenn ich ein paar klitzekleine Abstriche machen möchte – die ein oder andere Idee hätte ruhig mehr ausgeführt werden können, so wirkte es hier und da ein wenig gehetzt bzw. wurde nicht alles schlüssig geklärt. Einige Seiten mehr hätten mir gut gefallen. Trotzdem: Lesefutter und bei uns eine der beliebtesten Reihen.
Eine exklusive Liebe – Johanna Adorján
Dieses Buch ist geradezu explosiv. Ganz unscheinbar kommt es daher, sehr zurückhaltend, fast schon nüchtern, trotz der Liebe im Titel. Und doch macht gerade diese Unaufgeregheit den Glanz des Buches aus. Die Geschichte einer wirklich aussergewöhnlichen Liebe, die so stark ist, dass sie zum gemeinsamen Selbstmord führt – das geht unter die Haut, die Beschreibungen lassen einen lange nicht los. Lesenswert!
Göttin in Gummistiefeln – Sophie Kinsella
Gewohnt unterhaltsam und witzig, auch in der deutschen Übersetzung wirklich nett zu lesen. Etwas für den Strand oder Zeiten, wo man einfach mal eine amüsante Geschichte lesen möchte, ohne sich groß anzustrengen.
Knapp am Herz vorbei – J.R. Moehringer
Eigentlich kann ich mich hier kurzfassen: dieses Buch hat alles, was ein gutes Buch braucht. Es hat Witz, Charme, eine Liebesgeschichte, Spannung, tollen Stil und eine grandiose Geschichte, die einen von der ersten Seite an begeistert. Wer Willy Sutton, den berühmten Bankräuber noch nicht kannte, wird ihn in diesem Buch kennenlernen, auf einer wilden Reise durch seine Vergangenheit. Beeindruckende Persönlichkeit, außerordentliches Buch. Vertraut mir!
Mein Sommer nebenan – Huntley Fitzpatrick
Im Vordergrund steht die Familie Garrett, mit ihren 8 Kindern sind sie für das Nachbarsmädchen Samantha Attraktion und Abschreckung zugleich. Doch wie sich zeigt, trifft so manches Vorurteil der Stadtbewohner doch viel mehr auf die Verurteilenden selbst zu. Und Samantha muss sich entscheiden, ob Freundschaft und Nachbarschaft genausoviel bedeuten wie Familie. Ein Jugendbuch für den Sommer, mit dem ein oder anderen ernsteren Unterton, schön schmökerig.
Hier könnte ich zur Welt kommen – Marjorie Celona
Oftmals ist es ja so, dass einem ein Cover ins Auge springt und man hängenbleibt. So ging es mir mit diesem Buch und dass der Titel mir auch gleich gefiel, führte dazu, dass ich es unbedingt lesen wollte. In Kanada nimmt diese Familiengeschichte ihren Lauf – allein um der eindrucksvollen Beschreibungen der Gegend ist dieses Buch schon besonders, aber auch die Geschehnisse haben es in sich: das kleine Mädchen, das von seiner Mutter ausgesetzt wurde und in ihren ersten Lebensjahren soviel mehr kämpfen muss, als sie je dachte, das von Familie zu Familie gereicht wird und nie wirklich zur Ruhe kommt. Das Buch ging mir sehr nahe, die Frage nach Familie, Geborgenheit, eigener Identität und auch nach den Beweggründen der jungen Mutter zereissen einem manchmal schlicht das Herz. Und es gab in diesem Buch so einiges, worüber ich gerne zusammen mit dem Mädchen geweint hätte. Stellenweise heftig, aber vorallem ein großartiges Buch!
Unbekannt verzogen – Tom Winter
Fällt in die Kategorie: gemütliches Buch fürs Sofa, zum ein bisschen Seufzen und sich noch tiefer eingekuscheln, eine Sich-Wohlfühlen-Geschichte über zwei, die sich nicht kennen und doch näher kommen, als sie je geglaubt hätten. Das Buch, was man jemandem mitbringt, dem es nicht gutgeht, um ihm ein wenig Mut zu machen, ein bisschen zum Lachen zu bringen.
Atme nicht – Jennifer R. Hubbard
Was ich schon einige Male gelesen hatte, waren Bücher über den Selbstmord von Jugendlichen, aus der Sicht der Zurückgebliebenen. Die Idee dieses Jugendbuches, einen Jungen, der seinen Selbstmordversuch überlebt, zu beschreiben, war mir ganz neu. Sehr behutsam schreibt die Autorin über einen holprigen, schwierigen Weg zurück ins Leben, unter den Augen der überbesorgten Eltern, begleitet von unerwarteten Freunden … und immer wieder spürt man das Prasseln des Wasserfalls, unter den Ryan sich stellt, um sich am Leben zu fühlen, auf den eigenen Schultern…
Gold – Chris Cleave
Ein Sport-Krimi. Gibt es das Genre bisher? Falls nicht, hat Cleave einen guten Einsteiger dafür geschrieben, denn dieses Buch hat so schnelle, atemlose sportliche Szenerien, dass es gut mit einem Krimi mithalten kann. Perfekt eingebettet in eine Geschichte rund um Konkurrenz, Freundschaft, Leidenschaft, Lebensentscheidungen und immer mit einer gewissen Dramatik geschildert, für mich ein rundes Leseerlebnis zum Mitfiebern bis zum Schluss.