Puh, schwierig. Einerseits hat mich das ganze Buch sehr angesprochen. Es waren einige tolle Dialoge drin, eine gut gestrickte Familiengeschichte (bzw. die Geschichte zweier rivalisierender Familien..), wo jeder mal „zu Wort“ kam, mit Witz, Biss und schönster Ironie. Und doch fand ich den Stil nicht unanstrengend, hab ein bisschen damit gekämpft. Trotzdem alles drin, was man so „braucht“ Liebe, Intrige, Identitätsfindung, Spannung, Geheimnis … mhm. Keine totale Empfehlung von mir, aber ich habs auch nicht ungern gelesen ;-) Gibt so Bücher ^^
Kategorie: S
Eine Klasse für sich – Curtis Sittenfeld
Liest sich super „runter“, hatte ich in kürzester Zeit durch, obwohl es nicht ganz dünn ist. Erzählt den Alltag an einer Elite-Highschool in Boston, erzählt von einer Aussenseiterin, die vielleicht nicht mal ganz unschuldig daran ist, das sie dazu wird. Die ganze Atmosphäre dieser Schule (über Geld wird nicht gesprochen, aber man kann es überall sehen…etc.) und auch die Handlungsweise des Mädchens kommen gut rüber, eine Geschichte in der man sich fest liest.
Die Entdeckung des Hugo Cabret – Brian Selznick
Wahnsinn! So ein irres Buch habt ihr noch nie gesehen. Am besten geht ihr in den nächsten Buchladen, zum Kinderbuch und fangt an es aufzublättern. Die Geschichte fängt nämlich nur mit Bildern an, ein bisschen wie Kino. Dazwischen dann Text und wieder Bilder. Sehr ungewöhnlich aber superfesselnd. Die Geschichte dazwischen ist spannend und man weiss garnicht was man als erstes wiederhaben möchte: Text oder Bilder. Eine Geschichte um Hugo, der in den Schächten des Bahnhofs lebt und die Uhren wartet, damit niemand merkt das sein Onkel der Uhrenwärter verschollen ist…und die eines kleinen Mädchens und seinem Adoptivvater die am Bahnhof einen altmodischen SPielzeugstand betreiben. Und alle haben sie ein Geheimnis…. Wirklich ganz, ganz spitze! Vom Alter her würde ich so ab 11, 12 gehen, aber auch als Erwachsener fand ich das Buch richtig, richtig gut!
Business Class – Martin Suter
Der Mann hat es auch in Kurzgeschichten echt drauf. Sehr, sehr lustig, bitterböse und für jemand wie mich der einen Vater im Management sitzen hat, nochmal ein besonderes Schmankerl! Klasse!
Mieses Karma – David Safier
Die Grundidee ist gut. Wirklich. Und zwischendurch hab ich auch ein paarmal gegrinst. Aber ansonsten wars wirklich nur „nett bis so lala“, viel mehr nicht. Über mehr als knapp 300 Seiten hätte ich das dann auch nicht weitergelesen, so wars okay für zwischendurch.
(Kennt jemand die Serie „Dead like me“? Da ist der Anfang fast exakt derselbe, mit der abstürzenden Raumstation bzw. Teilen aus selbiger…wüsste ja gerne mal, wer da von wem geklaut..+g+)
Die Partitur des Todes – Jan Seghers
Einmal habe ich heute den neuen Frankfurt Krimi von Jan Seghers “ Die Partitur des Todes“ als Leseexemplar bekommen. Ich habe ihn innerhalb von 4 Stunden wirklich „eingesogen“. Ein klasse Krimi. Spannend, mehrere Geschichten werden so geschickt verwoben, das man sich nicht „gestört“ fühlt durch den Perspektivwechsel. Sein ermittelnder Kommissar Marthaler (Dritter Fall) ist schwermütig wie immer, melanchonisch aber auch – so menschlich, wie sein ganzes Team. Grade das macht diese Krimis sehr einzigartig. Wer Frankfurt und Umgebung kennt, wird hier viel wiedererkennen. Zum Inhalt kann man kurz sagen: Eine verschollene Partitur wird durch Zufall endeckt. Kurz darauf geschehen in Frankfurt 5 grausame Morde die zunächst nichts mit diesem Vorfall zu tun haben – oder doch? Die Spuren reichen bis ins Jahre 1945 – und das Lager Auschwitz…
Superspannend! Meine absolute Lese-Empfehlung!
Der letzte Weynfeldt – Martin Suter
Grandios. Hatte dieses Jahr meine totale Suter-Phase. Der Mann ist echt ein Genie. Schlanke Plots, tolle Figuren, immer ein halber Krimi im Hintergrund und SO raffiniert gemacht – herrlich. Hintergrund: Ein Kunsthistoriker lernt eine junge Frau kennen, die nach der ersten Nacht schon von seinem Balkonfenster springen will – danach ist sie in seinem Leben präsent, ob er will oder nicht. Nebenbei hat er noch mit einem versuchten Kunstbetrug zu tun – alles virtuos verwebt. Absolut empfehlenswert!
Bartimäus: Pforte der Magier – Jonathan Stroud
War als Endteil der Trilogie grandios. Ein gut eingefädelter Handlungsstrang, ein recht guter, klitzekleines bisschen zu langer Spannungsbogen. Und wieder ziemlich viel zu lachen, wenn man auf trockenen Humor direkt aus der Hüfte geschossen steht. Als einzelnes Buch sicherlich das schlechteste der 3, nicht vom Stil, mehr von der Charakterentwicklung, die geht etwas ruckartig von sich. Trotzdem aber kein Grund die Finger von dieser Reihe zu lassen!
Bartimäus: Das Auge des Golem – Jonathan Stroud
Nach dem ersten Teil der Trilogie erwartete ich hier einiges und wurde auch nicht enttäuscht. Wieder mal herrlich böse, ironisch & sarkastisch, ich habe so viel gelacht (und erntete damit immer mal Verwunderung meiner Familie ). Im Gegensatz zum ersten Teil wo es größtenteils um den Dschinn Bartimäus und seinen „Meister“ geht erfährt man hier mehr Hintergründe, es kommen auch andere Personen mehr zu Wort. Aber das tut dem Buch keinen Abbruch, es entwickelt sich dadurch eher weiter! Absolute Empfehlung!
Lila, Lila – Martin Suter
„Lila, Lila“Â hat mich ziemlich begeistert. Nachdem ich den Anfang ein klitzekleines bisschen holprig fand, kam man schnell rein und die Geschichte ist so schön gesponnen (und die Intrige erst..), die Figuren wirken authentisch und natürlich finde ich die Anspielungen auf Literatur, Bücher und den ganzen Betrieb rund um Verlage & Buchhandlungen noch mal so schön. Wirklich ein sehr gelungenes Buch! Werde sicherlich noch mehr von Suter lesen!