Der Titel lässt erahnen, das wir es hier nicht gerade mit dem üblichen 0815-Jugendbuch zu tun haben. Und auch beim Lesen kann ich mich nicht dem Eindruck verwehren, das es ein Buch ist, das ich schwer „einfach so, als nettes Geschenk“ empfehlen kann. Nicht weil es nicht gut wäre (das ist es!), sondern weil hier ein so schwieriges Thema auf sehr unkonventionelle Weise angegangen wird. Es ist eines dieser Bücher, das die Jugendlichen selbst aus dem Regal ziehen sollten, wenn sie bereit dafür sind. An uns Erwachsenen liegt es, das Regal das für diese Jugendlichen zur Verfügung steht, mit solchen Titeln zu füllen.
Kategorie: L
Tu Dir gut: Das Wohlfühlbuch für Frauen – Jennifer Louden
Der Name ist Programm – ein Buch gespickt mit Ideen, Vorschlägen und Ritualen um sich richtig wohlzufühlen. Wie das so ist mit Ratgebern – es muss für einen selbst passen. Mein Exemplar jedenfalls ist gepflastert mit Post-Its, vieles habe ich angestrichen und probiert. Gerade im Bezug auf die praktische Ausführung bietet sie viele Anregungen, Schreibübungen, Rituale, Affirmationen. Was ich an diesem Buch besonders mag ist, das man das Gefühl hat, die Autorin meint es wirklich gut mit einem und möchte einfach einen kleinen Beitrag dazu leisten, das man auf sich achtet, sich selbst etwas Gutes tut. Sollten wir schliesslich alle machen …;-)
Hector und die Entdeckung der Zeit – Francois Lelord
Diesmal schickt Lelord seinen Helden Hector wieder rund um die Welt – um die Zeit zu entdecken, ihre Facetten zu beleuchten und wie immer seine kleinen Anmerkungen über seine Beobachtungen zu notieren. Wieder ein kleines, feines Büchlein das sich leicht liest. Ich stelle allerdings fest das ich Hector in diesem Band mehr als in den Vorgängern an der einen oder anderen Stelle widersprechen wollte ;-)
[das] Wörterbuch der Liebenden – David Levithan
Endlich mal wieder eine Liebesgeschichte die mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt hat! Wie der Titel schon verrät ist das Buch aufgebaut wie ein Wörterbuch – und jedes Wort von A bis Z erzählt eine Eigenschaft, ein Ereignis, eine Gemeinsamkeit der beiden Liebenden. Selten habe ich etwas so zärtlich und poetisch geschriebenes gelesen, ich bin in diesem Buch verschwunden vor Begeisterung. Soviele Erinnerungen die der Erzähler aufsteigen lässt, auch wenn wir recht von Anfang an wissen was passiert, kann man sich der Schönheit dieser Beschreibungen nicht entziehen. Einfach ganz wunderschön!
Leseliste 2010
107 gelesene Bücher :-)
Kinderkacke – Julia Heilmann/Thomas Lindemann
Eigentlich ist Kinderkacke kein Ratgeber. Den wollten die beiden Autoren auch nicht schreiben. Statt dessen entpuppt Kinderkacke sich als ehrliches, ungeschöntes Elternbuch das mich mehrfach zum Lachen, heftig-mit-dem-Kopf-nicken und So isses! sagen gebracht hat. Die beiden erzählen aus der jeweiligen Sicht, wie sie die Zeit mit ihren Kindern erleben und das machen sie richtig gut – man hat das Gefühl eine Familie kennenzulernen die um ihre Ecken und Kanten weiss, die ihre Schwierigkeiten genauso mit einem teilt wie die gemeinsamen Glücksmomente – das generell Kinder für beide Autoren zum Leben dazu gehören und sie ihre 2 Jungs nicht missen wollen steht ausser Frage!
Besonders gut fand ich das beide wirklich versuchen, sich offen und tolerant so manchen Fragen zu stellen, betrifft es jetzt die Elternzeit, die Erziehung, den Wiedereinstieg in den Beruf oder Zeit für sich selbst. Ganz klar ist das hier kein Nachschlagewerk, es ist ein Erfahrungsbericht der aber angenehmerweise nicht belehrt oder glaubt die Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Nach einigen doch sehr blumig-verklärten Büchern zum Thema – eine echte Wohltat!
Wofür stehst Du? – Axel Hacke/Giovanni di Lorenzo
http://www.youtube.com/watch?v=sem9RIrYQDQ
Und auch hier habe ich wieder live über dieses Buch erzählt – ich fand es richtig toll!
Hector und die Suche nach der Liebe – Francois Lelord
Vom Vorgänger war ich ja ziemlich angetan. Auch hier hat Lelord wieder ein nettes kleines Büchlein geschrieben. Ich sage mal: er erfindet das Rad zum Thema Liebe nicht neu, aber er verpackt es eben wieder einfach schön. Ein bisschen mehr Geschichte drumherum ist es diesmal, es zieht mich aber nicht ganz so sehr an, wie sein erstes Werk, wie das manchmal so ist mit Fortsetzungen. Nevertheless – habs gern gelesen.
Alabama Song – Gilles Leroy
Wer kennt sie nicht: DAS Paar der Roaring Twenties – F.Scott Fitzgerald und Zelda Fitzgerald. Allerdings ist meist mehr über ihn bekannt – das auch seine Frau eine begabte Schriftstellerin war, der Autor geradezu andeutet, das ihr Mann bei ihr klaute…das ist schon unbekannter. Leroy mischtsein Buch aus der Biographie dieser bemerkenswerten Frau und es eigenerVorstellungen – es könnte so gewesen sein. Insgesamt zeichnet das Buch eine interessante, zerissene Frau nach, eine Ehe in der es wenig Gemeinschaft gibt, 2 die nicht ohne einander sein können, aber auch nicht miteinander können. Wer sich für diese Epoche und Biographisches interessiert, wird an diesem Buch Freude haben. Ich fand es auch ansprechend, es hat einige ganz tolle Szenerien und wunderschöne Sätze, allerdings blieb mir doch zuvieles fremd. Ein ganz typischer Kandidat für „Ist Geschmackssache!“.
Ferien auf Saltkrokan – Astrid Lindgren
Immer wenn ich erwähnte, das ich diesen absoluten Klassiker nicht kenne, dann seufzten die Leute in meiner Umgebung laut, verdrehten schwärmerisch die Augen und meinten „Das musst Du unbedingt mal lesen…“. Nun passte meine Stimmung, ich hatte Zeit und las dieses herrliche Buch. Wenn auch einiges sich mittlerweile in unserer Welt geändert hat – es spielt für die Bücher von Lindgren keine Rolle. Dort gibt es noch keine Handys, kein Facebook – und dennoch kennt auf der kleinen Insel Saltkrokan jeder jeden und Verabredungen werden eben so getroffen, wie der Tag verläuft. Das Buch läßt einen den Sommer riechen, diesen typischen, verschwenderischen schwedischen Sommer, läßt einen laut auflachen, wenn die Familie Melcherson ihr etwas verrücktes und ungewöhnliches, aber so herzerfrischend anderes Leben auf der Insel erlebt. Die Kinder wachsen einem ans Herz, ebenso die Tiere und Bewohner der Insel. Endlich verstehe ich, warum alle immer so schwärmerisch seufzen…ich gehöre nun auch dazu! Mein besonderer Liebling ist Pelle – und alle seine Äußerungen zu Haustieren – ein Kind das sogar Wespen als Haustiere zählt, das kann man doch nur liebhaben, oder? Und nun sage ich allen zimtfisch.net Lesern…„Solltet Ihr unbedingt mal lesen…oder auch mal-wieder-lesen…!“