Die andere Seite des Glücks – Seré Prince Halverson

Familie einmal anders – als ihr Mann stirbt, steht Ella mit den beiden kleinen Kindern alleine da. Nur – sie ist nicht die Mutter. Diese hatte sich vor einigen Jahren, obwohl die Kinder noch sehr klein waren, von der Familie getrennt und Ella nahm ihren Platz ein. Nun beginnt eine ganze Stadt zu überlegen: wen brauchen die Kinder? Die Frau, die sie großgezogen hat? Oder doch die Mutter, die plötzlich wieder auftaucht… Eine einfühlsame Geschichte darüber, dass es soviel mehr gibt als nur Schwarz oder Weiss. Dass Verletzungen und Liebe gleichzeitig existieren können. Und darüber, dass man einen anderen Menschen manchmal doch nicht so gut kannte, wie man dachte. Hat mir gut gefallen, weil das Stiefmutter-Thema mal ganz anders aufgezogen wurde und viele Facetten aufgezeigt wurden.

Mutter des Monats – Gill Hornby

Der Wahnsinn des Mutter-Daseins – schön bissig, böse und mit scharfer Feder skizziert. Das Höher, Schneller, Weiter, die Abgründe von Engagement und Cliquenwirtschaft. Unterhaltsam, mit dem ein oder anderen Körnchen Wahrheit, die perfekte Strandlektüre, während die Brut sich im Wasser tummelt und anderen Leuten Sandeimer aufs Handtuch kippt…

Die Toten, die niemand vermisst – Hjorth/Rosenfeld

Auch der dritte Band hat mich wieder bestens unterhalten: das Ermittlerteam knüpft neue Bande, entwickelt sich weiter. Veränderungen stehen ins Haus, der neue Fall zerrt an den Nerven, die Perspektivwechsel ergeben erst nach und nach ein Bild… Wieder innerhalb kürzester Zeit verschlungen, mit einem fiesen Cliffhanger zurückgelassen: für mich eine Krimi-Reihe, die Lieblings-Potential hat!

And the mountains echoed – Khaled Hosseini

Wenn jemand den Titel „Geschichtenerzähler“ verdient, so ist es eindeutig Khaled Hosseini. Auch in seinem dritten Buch schafft er es wieder, ein ganzes Kaleidoskop an Geschichten, Schicksalen, Menschen, Gefühlen zu offenbaren. Anders als in vorherigen Büchern spielt dieser Roman an mehr Orten, umfasst eine größere Zeitspanne. Das tut dem Lesegenuß aber keinerlei Abbruch. Wieder ein sehr gelungener Roman!

Über ein Mädchen – Joanne Horniman

Eine zarte Liebesgeschichte zweier junger Frauen, beide auf der Schwelle zu einem ganz eigenen Leben. Die sich begegnen, sich öffnen und doch immer wieder voneinander wegdriften. Leise Melancholie zieht sich durch das Buch, Gitarrenklänge und Stapel voller Bücher, eine Teekanne mit Namen und die Erkenntnis, dass man wieder aufstehen muss, auch wenn man tief fällt.

Sherlock Holmes: Das Geheimnis des weissen Bandes – Anthony Horowitz

Als großer Sherlock Holmes Fan war ich unsicher – möchte ich das wirklich lesen? Kann irgendjemand an Sir Arthur Conan Doyle heranreichen? Und ich kann sagen: Horowitz hat im Großen und Ganzen einen tollen Job gemacht: spannender Fall, jegliche klassische Elemente der Detektivromane wurden verwendet und eingebaut und auch der Stil war nahe am Original. Manchmal war es fast ein kleines bisschen „zuviel“ des Guten, aber das fiel in der Gesamtheit dann auch nicht so ins Gewicht. Von daher: Daumen hoch, wer den Meisterdetektiv und seinen treuen Gefährten Dr. Watson vermisst, kann hier unbesorgt zugreifen!

Die Kunst des Feldspiels – Chad Harbach

Ein oft bemühter Ausdruck ist ja „der große, amerikanische Roman“. Aber hier passt er einfach so unheimlich gut. Es ist erstaunlich, wie Harbach rund um den Sport Baseball eine ganz eigene Welt aufgebaut hat, in der die Figuren zwischen Macht, Erfolg, Versagensängsten,persönlichen Krisen und der Liebe hin und hergeworfen werden. Teilweise waren die Spiele so anschaulich beschrieben, dass ich das Buch, ohne besonders bewandert in der Sportart zu sein, kaum weglegen konnte, so spannend war es. Ein sauberer Querschnitt durch eine ganz eigene Welt, die mich völlig absorbierte und ja – es ist wirklich der nächste, große, amerikanische Roman!

Atme nicht – Jennifer R. Hubbard

Was ich schon einige Male gelesen hatte, waren Bücher über den Selbstmord von Jugendlichen, aus der Sicht der Zurückgebliebenen. Die Idee dieses Jugendbuches, einen Jungen, der seinen Selbstmordversuch überlebt, zu beschreiben, war mir ganz neu. Sehr behutsam schreibt die Autorin über einen holprigen, schwierigen Weg zurück ins Leben, unter den Augen der überbesorgten Eltern, begleitet von unerwarteten Freunden … und immer wieder spürt man das Prasseln des Wasserfalls, unter den Ryan sich stellt, um sich am Leben zu fühlen, auf den eigenen Schultern…

Verdächtige Geliebte – Keigo Higashino

Ein Krimi, bei dem man von Anfang an weiss, wie der Mord passierte. Das Angebot eines perfekten Alibis. Die Ermittler auf der falschen Fährte. Und dann kommt alles anders, so anders als gedacht und der Leser bleibt fasziniert zurück. Für mich, die ich ja wenig Krimis lese, ein aussergewöhnlich tolles Leseerlebnis, sehr spannend, intelligent und mit grandiosem Ende. Krimi des Jahres 2012!

The Curious Incident of the Dog in the Night-Time – Mark Haddon

Eines der Bücher, die ewig und drei Tage im Regal standen, seit ich es vor wirklich Ewigkeiten in einem kleinen Dubliner Antiquariat gekauft habe…und es endlich erlöst zu haben, war eine gute Entscheidung. Ich hatte noch nie etwas von Haddon gelesen und glaube, es ist der perfekte Einstieg: skurril, ernsthaft, witzig und ungewöhnlich. Hab ich gerne gelesen!