Über 700 Seiten, ein etwas geruhsamer Krimi, fast eher ein Roman – eine Geschichte rund um Erbschaftsrecht hatte ich so noch nicht gelesen. Und dass es trotzdem spannend blieb, das ist eben Grisham-Handwerk. War prima zum Wegschmökern, vielleicht vorallem für Eher-Nicht-Krimi-Leser.
Kategorie: G
Das Geständnis – John Grisham
So langsam lese ich auch ein paar Grishams aus meinem Regal, die ich bisher noch nicht kannte, denn bei seinen Romanen muss für mich immer eine gewisse Pause dazwischen liegen. Und auch wenn man ihm vorwerfen könnte, sich immer doch recht ähnlicher Strickmuster zu bedienen – ich finde ihn jedesmal wieder spannend und rechne es ihm in diesem Roman hoch an, dass er eine ungewöhnliche Entscheidung trifft, die so nicht jeder Autor hätte schreiben können.
Tante Frieda – Heidi Gebhardt
Regionalkrimis sind ja immer so eine Sache. Hier hat für mich aber alles gestimmt: Lokalkolorit, eine sympathische Ermittlerin namens Tante Frieda mit Kochleidenschaft und ebenso neugieriger Nichte, ein gewisser Witz und ein gut verpackter Kriminalfall. Zwei nette Schmökerstunden auf dem Sofa, prima Unterhaltung, Hanauherz, was willst Du mehr?
Vom Wesen der Dinge und der Liebe – Elizabeth Gilbert
Ein feiner Schmöker für Fans von geschichtlich-wissenschaftlichen Belangen, Freunden der Naturwissenschaften und vorallem der Botanik. Dicht und atmosphärisch, mit einer weiblichen Heldin ausgestattet und den damaligen Hindernissen für Frauen in der Wissenschaft gespickt, kurz: etwas für lange Leseabende.
Das Komplott – John Grisham
Das ist mal wieder ein Grisham nach meinem Geschmack. Ein sich langsam hochschraubender Plot, interessante Figuren, eine immer mehr ansteigende Spannung und ein gewisses Verwirrspiel für den Leser – klassisch gut.
2084: Noras Welt – Jostein Gaarder
Schwierige Kiste. Die Thematik: Hochaktuell. Umweltschutz, Ökosysteme, Tierschutz – alles wichtige, zukunftsbestimmende Themen. Die Idee, eben diese in einem Jugendbuch aufzugreifen, das auch durchaus Erwachsenen einen ersten Einstieg ins Thema ebnen könnte: goldrichtig! Die Umsetzung: für mich zu schwach. Die Sachthemen werden anschaulich erklärt, das ist dem Autor gelungen. Die Geschichte allerdings, die ja neugierig machen soll und zum Weiterlesen animieren – die ist mir zu schwach, das ist wirklich nur ein sehr dünnes Gerüst um eine Ansammlung von Fakten – es macht nicht neugierig, die Figuren bleiben blutleer, es reisst nicht mit. Unbefriedigend.
Der Duft des Regens – Francis Greenslade
Vielleicht tue ich dem Buch ein wenig unrecht, aber es konnte mich nicht ganz so sehr beeindrucken, wie andere Geschichten mit ähnlicher Thematik (von denen ich einige kurz zuvor las). Es mag also dem direkten Vergleich mit „The Silver Star“ geschuldet sein…Wunderschön allerdings: die Beschreibungen der kanadischen Landschaft und die Atmosphäre einer Traurigkeit…
Silber – Kerstin Gier
Endlich wieder Neues im Jugendbuch von Kerstin Gier! Was ich an dieser Autorin schätze? Ihren Humor, der so ganz auf meiner Wellenlänge liegt. Und auch davon findet sich in „Silber“ eine ganze Menge. Spannender Plot, Figuren mit denen man gerne mal ein Eis essen gehen würde, eine Prise Grusel und Geheimnis – die bewährte Gier-Mischung funktioniert wieder. Und ich freue mich über tollen Schmökerstoff für meine jugendlichen Leserinnen.
Ich gegen Osbourne – Joey Goebel
Ich verehre Joey Goebel. Ich habe alle seine Bücher gelesen und extrem hohe Erwartungen an dieses Buch. Klang auch wirklich gut in der Kurzbeschreibung. Und was war – ich habe mich durch so einige Längen wirklich durchgequält. Das mir das, mit einem Autor den ich so schätze, passiert, ist schon ein Trauerspiel. Dabei kann er durchaus einen langen Wälzer füllen, man denke nur an Heartland – grandios! Aber hier hat er sich auf den Mikrokosmos eines einzigen Tages geworfen und das war einfach zuviel für mich: zu detailreich, zu wenig Inhalt. Trotzdem muss ich zu seiner Ehrenrettung anführen, dass ich seine geschaffene Figur durchaus glaubhaft finde, einige Szenen in der gewohnten Manier brillieren (Stichwort: Literaturkurs). Wäre das Buch auf mehr als einen Tag verteilt gewesen, hätte es bei mir wohl mehr Begeiszterung entfacht. Auch im Nachgang, ich habe das Buch ein Weile wirken lassen … mir ist der Gedanke, den Alltag einer Highschool und ihrer Schüler spitzzüngig zu portraitieren, schon bewusst geworden. Aber die Umsetzung scheiterte leider für mich.
Looking for Alaska – John Green
Es gibt Bücher, bei denen weiss ich genau, noch nach Monaten, wie ich sie gelesen habe. Hier hatte ich mir das englische Original gekauft und allein deshalb langsamer gelesen als üblich – und noch mehr, weil ich jede Faser, jeden Wortfetzen dieses Buches genießen wollte. Das Leben spüren, der übermächtige Wunsch, ganz dazusein, alles zu erleben – das Leben begreifen: so fühlte sich die Lektüre an. Ich saß aufrecht im Bett, angespannt, mit Gänsehaut, die Tränen liefen. So oft setzte ich das Buch ab, so sehr gerührt von den Geschehnissen, so berührt. Manche Bücher sind einfach in dem Moment, in dem man sie liest, in einer bestimmten Lebensphase Begleiter, treffen einen ins Herz. Für mich ist dieses Buch so ein Begleiter – ich werde es sicher nochmals lesen und diese erste Lektüre – nicht vergessen. Eines meiner drei liebsten Bücher in 2012.