Auf dieses Buch bin ich durch eine Empfehlung von Christine Westermann gekommen. Und welch ein Glück! Man sollte meinen, eine Liebesgeschichte die mit dem Tod des Partners beginnt, wäre eher traurig. Das ist dieses Buch durchaus – aber eben nicht nur. Denn wie Nathalie sich ins Leben zurückkämpft oder eher – zurückküsst – das liest sich einfach so bezaubernd und leichtfüßig, besonders durch die spezielle Gestaltung innerhalb des Buches. Weder durch Titel, noch durchs Cover abschrecken lassen! In diesem Buch steckt eine Liebesgeschichte die man nicht verpassen sollte!
Kategorie: F
Ein kleines Stück Himmel – Brenda A. Ferber
Ein kleines, tieftrauriges und doch so schönes Jugendbuch. Über eine Familie, die durch einen Brand zerstört wird – wie soll Cara nach dem Verlust ihrer Mutter und Schwester weitermachen, zumal ihr Vater sich ganz in seiner Trauer zurückzieht? Sensibel, einfühlsam und mit viel Wärme schreibt Ferber sich in mein Herz – und kommt dabei ohne Kitsch aus. Dafür beeindruckt sie mit sehr viel Offenheit, intensiven Gedanken und einfachen und gerade deshalb eindringlichen Beschreibungen jüdischer Bräuche. Selten liest man ein so gutes Zusammenspiel….
Wie ein Baby seine Welt entdeckt – Mauri Fries
Hier kann ich mit gutem Gewissen sagen: ein kurzer, knapper Ratgeber von Beltz der Eltern im ersten Lebensjahr ihres Kindes an die Hand gegeben werden kann. Die Autoren schaffen es einen guten Überblick zu geben, was im Leben des Kindes passiert, welche Entwicklungen sich vollziehen und wie Eltern mit neuen Situationen umgehen können. Sehr klar und angenehm geschrieben, keine moralisch-wertenden Tendenzen (war mir sehr wichtig!) und viel Information. Kann ich nur empfehlen.
Störenfrieda – Jana Frey
Der Name ist Programm – Frieda stört – natürlich immer in besten Absichten. Diese werden aber selten erkannt und so mischt Frieda eine ganze Familie unter einem Dach und auch die Nachbarn gehörig auf. Herrlich komisch, eine Heldein die man sofort ins Herz schliesst und ihre Ideen sind einfach klasse. Zum Selberlesen oder zum Vorlesen für Grundschulkinder bestens geeignet ;-)
Eve Green – Susan Fletcher
Als ich versuchte, der Kollegin die mir diesen Roman vor Jahren empfahl, meinen Eindruck zu schildern, fiel mir zu Anfang erstmal nur das Wort „sperrig“ ein. Denn obwohl mich die Geschichte von Anfang an fesselte, so hatten einige Absätze doch ihre Tücken, das leichtfüßige fehlte. Obwohl das einem etwas mehr Mühe abverlangt beim Lesen – es lohnt sich. Eve Green verliert in jungen Jahren ihre Mutter und wächst fortan im Geburtsort der Mutter bei ihren Großeltern auf. Doch die Idylle des abgelegenen Dorfes trügt – und als eine Schulfreundin von Eve verschwindet, gerät alles aus den Fugen. Der Roman hat einige wunderbare Stellen und auch die Entwicklung von Eve, ihre Gedankengänge und Ideen sind spannend zu verfolgen, je älter sie wird. Da das Buch den Deutschen Jugendliteraturpreis gewann, findet man es ab und an auch im Jugendbuch, ich würde es aber deutlich mehr den Romanen zuschreiben. Insgesamt hat mich die Geschichte überzeugt, nicht unbedingt der Schreibstil.
Stumme Schreie – Karin Fossum
Mal wieder ein Skandinavien-Krimi, hatte lange nichts von Fossum gelesen. Sie erzählt hier meisterhaft, unterstützt von ihrem Kommissar Sejer, wie eine ganze Dorfgemeinschaft in gegenseitiges Mißtrauen verfällt, als der Mord an einer schönen, fremden Inderin passiert, grausam zugerichtet. Fossum lotet die Untiefen zwischen den Dorfbewohnern aus, mögliche Motive, dabei ist sie leise und eindringlich. Mir gefällt das Ruhige, Bedachte sehr gut an ihren Romanen, in diesem besonders die Tragik der Geschehnisse, die sie zum Anfassen nah schildert und man mitleidet. Gerade aufgrund seines Spannungsbogens manchmal fast eher ein reiner Roman als Krimi.
Der Fall Jane Eyre – Jasper Fforde
Ich verstehe, warum Fforde viele Fans hat – die literarischen Anspielungen sind wirklich toll gelegt, die Namensgebungen, Gegebenheiten etc. Ein bisschen anstrengend fand ich die zig Bezeichnungen der Agenten, klar, das macht auch den Charme des Buches aus, das keiner so recht weiss, welche Hand was tut, ich fands aber etwas anstrengend, grade zu Anfang ist es sehr „geballt“. Das gibt sich aber dann bald, es bleibt ein spannender, verrückter Fall für alle die Bücher & vor allem Jane Eyre lieben. Doch, abgesehen von diesem kleinen Manko: Daumen hoch!
Stiller – Max Frisch
Die Idee des Buches ist nicht schlecht, aber es zerfasert, lest sich mühelos zur Seite legen, fesselt nur selten, zumindest mich. Trotzdem teilweise einfach gut geschrieben…es lässt mich trotzdem unbefriedigt zurück – ich kann keinen richtigen Sinn finden und es hat mich auch nicht berührt – wenn ein Buch diese beiden Dinge nicht hat, finde ich es immer extrem schwierig… […]
Ich lese ja nun wirklich viel, aber hier hab ich mich echt ziemlich gequält. Das Buch hinterlässt bei mir größtenteils Freude darüber, das ich es durchhabe :-D. Auch wenn es einige ganz tolle Stellen hat, da sei im zweiten Teil diese Höhlenforschung genannt – eine irre Situationsschilderung – da war ich dann wieder sehr gefesselt..
Ab nach unten! – Ray French
Was macht man, wenn die Fabrik in der Mann arbeitet geschlossen werden soll? Protestieren…streiken. Doch bringt es etwas? Aidan Walsh greift zu einem drastischeren Mittel – er begräbt sich selbst in seinem Vorgarten und will erst wieder rauskommen, wenn die Arbeitsplätze erhalten werden. Was zunächst als skurriles Experiment anmutet, ist viel mehr als das. Eine Geschichte um eine kleine Stadt, um Männerfreundschaften, um Familie. Aidan ist viel mehr als „der Typ im Sarg“, wird zum Medienobjekt, zum Star, zum Kummerkasten…herrlicher Humor, facettenreich geschildert und einfach bis zum Schluss richtig guter Lesestoff!
Wer anders liebt – Karin Fossum
Der neue Krimi von Frau Fossum. Was ich an ihr mag ist das sie sehr „klare“ Bilder schafft, ihre Charaktere habe ich gleich zu Anfang immer sehr genau im Kopf. Ist viell. nichts für Leute die „mitermitteln“ wollen – Fossum macht wenig Geheimnis und setzt ihre Stärken darin ein, zu ermitteln WIE und WARUM es passiert. Mich hat das Buch sehr angesprochen, es behandelt einen sehr sensiblen Zweig in Sachen Kindesmißhandlung, der auch von den Ermittlern durchaus kontrovers diskutiert wird. Da kann man auch nach dem Krimi nochmal drüber nachdenken….