Seitdem ich Picknick mit Bären von Bill Bryson gelesen habe, fasziniert mich der Appalachian Trail. Klar also, dass ich dieses feine, kleine Buch aus dem Blumenbar-Verlag aus dem Regal fischte. Drei Außenseiter auf einer Reise zu sich selbst – wohin diese führen wird, das wissen die Wanderer selbst nicht. Aber dass dieser Roman weit entfernt ist von Erleuchtung und spiritueller Selbstfindung – das kann ich euch sagen. Stattdessen ein wilder Ritt in Wanderschuhen, voller Angst, Drogen, Zweifeln und den Gedanken&Nöten derer, die am Rande des Trails leben.
Kategorie: F
Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten – Daniel Friedman
Witzige Idee, die sich leider, je weiter das Buch voranschreitet, immer mehr abnutzt. Ich jedenfalls hatte das Gefühl, manche Gags funktionieren nicht mehrfach, irgendwann war ich vom Klamauk einfach etwas genervt. Naaaaja.
Der Hund, die Krähe, das OM – Susanne Fröhlich
Keine Frage, nicht alles von Susanne Fröhlich mag ich. Obwohl ich sie als Person in Radiointerviews beispielsweise schon richtig klasse finde, ihre Ausstrahlung gefällt mir. Und da ich mich langsam wieder an Yoga wagen wollte, dachte ich: das lieste nun mal. Hier und da war mir das Buch etwas zu knapp oder auch salopp gefasst, andererseits ist Susanne Fröhlich eben auch keine Yoga-Expertin sondern eine Erzählerin und auf der Suche nach ihrem Yoga-Weg. Lust auf Yoga hat sie mir damit jedenfalls wieder sehr gemacht, weil sie so herrlich unverkrampft und wenig dogmatisch an das Thema heranging. Ihre DVD dürfte kurz darauf bei mir einziehen und war genau richtig für mich.
Alles ist erleuchtet – Jonathan Safran Foer
Ich hatte schon erwartet, dass ich mich wohl schwertun würde, konnte mich sein erster Roman schon nicht in Gänze überzeugen. Es ist nicht so, das Foer nicht schreiben kann – das kann er. Aber manchmal wirkt die Geschichte spröde, manches Stilmittel gefällt mir nicht so recht. Dann kommt wieder eine Passage, die mich begeistert, weshalb ich doch immer weiterlese. Und dennoch zum Schluss hin das unbefriedigende Gefühl, es zwar beendet zu haben, aber doch noch viele Fragen zu haben. Sehr schwierig.
Eine undankbare Frau – Karin Fossum
Kommissar Sejer ist zurück in meinem Leben! Ich weiss garnicht genau, warum ich eine so lange Pause gemacht habe, ich mag die Krimis von Fossum unheimlich gerne. Ihr Kommissar ist mir ans Herz gewachsen, ihre Bücher sind echte Kriminalromane, mit der Betonung auf Roman – denn hier stehen die Menschen im Vordergrund, während ihre Taten sich im Hintergrund langsam aufklären. Und es ist ein Krimi, der die ersten 200 Seiten ohne Mord auskommt, wenn das mal nicht neugierig macht ;-)
Munkel Trogg: Der kleinste Riese der Welt – Janet Foxley
Als Riese geboren, allerdings immer viel zu klein geblieben – Munkel hat es in einer Welt in der Größe und Kraft zählen, nicht gerade leicht. Ein liebevoll illustriertes Kinderbuch ab 8 Jahren mit einem großen Abenteuer für den kleinen Munkel Trogg!
Unsere schönste Trennung – David Foenkinos
Diesen Autor erlebe ich sehr unterschiedlich. Hier muss ich gestehen, dass ich mit den Protagonisten einfach nicht warm wurde, einige Wesenszüge und Angewohnheiten die ich schon aus vorigen Werken kannte, fand ich in der Wiederholung nur noch halb so originell…es war nett, plätscherte dann aber doch eher so vor sich hin.
Tiere essen – Jonathan Safran Foer
Es ist schwierig, über ein Sachbuch zu schreiben, was die eigene Wahrnehmung so sehr verändert hat. Für mich bleibt nach diesem Buch, dass ich erstmal einige Tage lang nichts anderes lesen konnte (Seltenheit!) weil es mich so sehr beschäftigt hat. Foer schwingt weder eine moralische Keule, noch drückt er auf die Tränendrüse, er präsentiert schlicht Fakten, man merkt dem Buch die intensive Recherchearbeit an. Und aus diesem Grund hat es mich so beeindruckt, denn der Grat, auf dem er wandelt ist verdammt schmal. Bevor ich dieses Buch las, konnte ich mir wirklich nicht vorstellen, etwas in meinem Leben zu verändern, meine Ernährung betreffend. Und doch – nach den letzten Seiten habe ich genau das getan.
Pixels Ahnen – Beryl Fletcher
Wenn man mich spontan fragen würde, ob ich Familiengeschichten mag, würde ich erstmal nachdenken müssen. Und dann sagen: Ja – wenn die Familie gehörig ungewöhnlich ist. Zum Glück ist das bei Pixels Ahnen der Fall – eine wirklich etwas verrückte Familiengeschichte, angesiedelt in Neuseeland. Die Autorin spannt einen weiten Bogen über Generationen hinweg, wirft Fragen nach der Herkunft auf, nach Familie, nach den eigenen Wurzeln. Das liest sich spannend und mitreissend und zum Ende hin entwickelt sich soviel mehr aus den unschuldigen ersten Zeilen, als man sich anfangs vorstellen konnte. Das Buch ist bei edition fünf erschienen, einem feinen, kleinen Buchverlag, mit Blick für das Besondere und Augenmerk für edle Ausstattung – das haben sie mit diesem Buch eindrucksvoll bewiesen!
Mein Sommer nebenan – Huntley Fitzpatrick
Im Vordergrund steht die Familie Garrett, mit ihren 8 Kindern sind sie für das Nachbarsmädchen Samantha Attraktion und Abschreckung zugleich. Doch wie sich zeigt, trifft so manches Vorurteil der Stadtbewohner doch viel mehr auf die Verurteilenden selbst zu. Und Samantha muss sich entscheiden, ob Freundschaft und Nachbarschaft genausoviel bedeuten wie Familie. Ein Jugendbuch für den Sommer, mit dem ein oder anderen ernsteren Unterton, schön schmökerig.