Hühnersuppe für die Seele: Für Mütter – Hansen/Canfield

Das ich generell ein Fan der Hühnersuppen-Bücher bin ist ja durchaus bekannt. Also bleibt mir auch hier nur wieder zu sagen: was für wunderbare Geschichten – für die Seele, nach einem anstrengenden Tag, zum Kraftspenden, zum Tränenabwischen, zum Lachen. Und zum merken, das es soviele andere Mütter gibt, die genau verstehen, wie es manchmal ist, eine Mutter zu sein – weder schwarz noch weiss, anstrengend, wunderbar, nervenzehrend und spannend. Die Hühnersuppen Bücher mögen nichts für Realisten und Zyniker sein – für mich sind sie aber ein Quell an Inspiration, echte Soulfood-Bücher eben…;-)

Damit ihr mich nicht vergesst – Mitch Albom

Mitch Albom wird vom Rabbi seiner Heimatstadt um einen ungewöhnlichen Gefallen gebeten: er soll auf dessen Beerdigung die Trauerrede halten. Und obwohl Albom das ganze eigentlich für keine gute Idee hält, fängt er an, sich regelmässig über 8 Jahre mit dem Rabbi zu treffen um Material für diese Rede zu sammeln. Wer jetzt an eine Neuauflage von Dienstags bei Morrie denkt, hat weit gefehlt. Albom verknüpft die Geschichte des Rabbis, seine interessanten Ansichten, Erlebnisse und Lebenserfahrungen mit denen eines weiteren Mannes, einem freien Prediger, der bevor er zum Glauben kam wirklich ganz unten war – Drogen und eine kriminelle Vergangenheit. Und obwohl man denkt, diese beiden Religionen und Männer gehen nicht zusammen – so zeigt sich doch immer wieder, das beide sich darin ähneln, das sie ihren Glauben mit voller Kraft leben. Ein Buch aus dem man sehr viel ziehen kann, ein Buch bei dem man anfängt, sich mit den eigenen Überzeugungen auseinanderzusetzen – ein Plädoyer für Toleranz, Liebe und das Teilen von Geschichten und Erfahrungen. Mich hat dieses Buch einfach berührt und ich wünsche mir, das Mitch Albom noch oft über solch inspirierende Persönlichkeiten schreibt!

Ruf mich bei deinem Namen – André Aciman

Dieses Buch passt pefekt in den heissen Sommer und zunächst habe ich es einfach blind gekauft aufgrund des Titels und des sehr schönen Covers. Eine erste Liebesgeschichte in Italien zwischen einem jungen Mann und seinem großen Vorbild, einem angehenden Schriftsteller. Eine wunderschöne, zärtliche Sprache, so intensiv das es manchmal fast schmerzt. Es ist etwas besonderes diesen beiden jungen Menschen bei ihren Versuchen zuzusehen, zwischen heftigem Verlangen, Liebe und Heimlichkeiten zu tanzen…

Die Insel unter dem Meer – Isabel Allende

Dieser Roman hat mich nicht ganz so begeistert wie andere Werke von Allende. Es fehlte ihm das opulente und überbordende Fabulieren von  „Das Geisterhaus„, der Charme von „Das Siegel der Tage“. Wie gehabt geht es hier wieder um eine starke Frauenfigur die sich im Haithi des 18 Jahrhunderts behaupten muss, entgegen Slaverei und Mißhandlungen. Es las sich für mich einfach zäh und die Geschichte kam nicht so richtig in Fluß. Am Schluss war ich zwar versöhnt, im Großen und Ganzen war es solide erzählt, aber es bleibt doch der etwas getrübte Eindruck.

Ich schreib Dir morgen wieder – Cecilia Ahern

Hier kann ich mich kurzfassen: das Strickmuster von Cecilia Ahern ist durchaus bekannt. Und haben mich ihre ersten beiden Bücher noch begeistert, so kann ich hier eigentlich nur noch sagen, das ich das Buch aus Gewohnheit gelesen habe. Die Hauptpersonen bekommen nicht richtig Kontur und sind nicht unbedingt Sympathieträger, die Geschichte schleppt sich so dahin und irgendwie…es war einfach nicht mehr meines und ich konnte dem Buch nicht mehr viel abgewinnen. Die fantastischen Elemente die in ihren letzten Büchern immer wieder auftauchen sind für mich nicht sehr ansprechend.

Ich habe mich gewarnt – Hugo Egon Balder

Ich lese selten Biographien – hier aber besitze ich das Buch schon sehr lange. Hugo Egon Balder war nämlich mal zur Lesung bei uns in der Stadtbibliothek und ich dürfte, damals noch Azubi, den Büchertisch machen. Ich war großer Fan von „Genial daneben“ und dementsprechend aufgeregt. Als er dann kam, stellte ich mich vor  und sagte „Zimtfisch, ich mache heute abend ihren Büchertisch!“ und er entgegnete trocken „Balder, ich lese heute hier„. Das kam so trocken und die darauffolgende Lesung die er sehr frei gestaltete fand ich so klasse, das die Biographie es auch zu mir schaffte. Hugo Egon Balder hatte keine „Blitzkarriere“, es war eher ein stetes Dranbleiben, Weitermachen, mit vielen Stationen bei Bands, Radio, dem Fernsehen…es las sich schnell und auch durchaus spannend, auch wenn natürlich viele Namen mir aufgrund meines Alters und meines wenigen Fernseh-Konsums nicht sagten. Ich habs gern gelesen, Hugo Egon Balder ist ein interessanter Mensch mit Ecken und Kanten der es versteht sich in seiner Biographie auch selbst nicht zu ernst zu nehmen.

Eine fast perfekte Affäre – Elizabeth Subercaseaux

Ich lese ja ab und an gerne mal ein Buch, was in einer Ecke der Welt spielt, die ich mit jemandem verbinde. In diesem Fall ist es meine Schwester, die für einige Zeit in Chile war. Schön in ähnlichen Straßen unterwegs zu sein. Der Titel beschreibt eigentlich den Inhalt schon perfekt – eine Affäre zwischen einer verheiraten Frau, Amalia und einem angesehenen Richter. Eines Morgens ist Amalia tot – erschossen von ihrem Geliebten. Doch die Affäre, die sie so sorgfältig unter Verschluss hielt, berührt doch noch 2 andere Menschen und ihre eigenen Geheimnisse – einen Reporter der unfreiwillig den Mörder flüchten sieht und durch den Vorall in einen Gewissenskonflikt gerät und die beste Freundin von Amalia – die verzweifelt versucht, die Wahrheit herauszufinden. Die „perfekte“ Lösung ist Subercaseaux nicht so wichtig, vielmehr lotet sie die Grenzen zwischen den handelnden Personen aus, die eigenen Untiefen die durch das Verbrechen zutage treten und auch die Frage – wie hat Amalia gelebt und geliebt?

Liest sich sehr angenehm, eine leichte Sprache, aber nicht belanglos oder seicht. Keine typische Liebesgeschichte, sehr wohl aber eine Geschichte um die Liebe und ihre Auswirkungen…

Ein ungezähmtes Leben – Jeannette Walls

Ich habe „Ein Schloss aus Glas“ geliebt. Und dementsprechend Angst gehabt, vor Walls nächstem Buch. Kann es überhaupt ähnlich gut sein? Worüber wird sie schreiben? Walls hat sich für die Geschichte ihrer Großmutter, Lily Casey Smith entschieden, auch aus der Sicht von Lily selbst erzählt. Auch wenn die Autorin einiges fiktives einfliessen läßt, die Eckpunkte der Biographie stimmen soweit – vieles hat Walls aus Gesprächen mit ihrer Mutter herausgefiltert. Und sie erzählt wieder – sooo hinreissend. Ich bin begeistert von dieser ungewöhnlichen Frau, die wirklich ein unangepasstes, ganz eigenes Leben geführt hat – voll mit Arbeit, Umzügen, Neuorientierungen und Rückschlägen, quer durch die USA – man langweilt sich keine Minute. Und obwohl einige Episoden, wie das Leben auf einer Ranch, mich im normalen Leben sehr selten interessiern – Walls schafft es, das ich alles aufsauge und nach mehr rufe! Alle Fans von ihrem ersten Werk werden sich außerdem darüber freuen, das man noch mehr Einblick in die Jugend von Walls‘ Mutter bekommt – es macht das ganze noch „dichter“.

Ein klasse Roman, man hat das Gefühl das Lily neben einem auf einem Pferd reitet und Dir ihre Lebensgeschichte erzählt – immer noch kein bisschen müde und immer noch voller Hunger auf das Leben!

Zeit der Gespenster – Jodi Picoult

Diese Picoult hat mir wieder deutlich besser gefallen! Die Figuren sind zwar nicht ganz so stark gezeichnet wie in anderen Werken von ihr, aber das ist auch nicht unbedingt notwendig – der Spannung tut es wenig Abbruch. Wie der Titel schon ahnen läßt, dreht sich das Buch unter anderem um übersinnliche Phänomen – oder Gespenster, wie man es auch nennen mag. Ein bisschen darauf einlassen muss man sich schon – dann erzählt Picoult wieder eine meisterhaft verknüpfte Geschichte, zwischen Gegenwart und Zukunft, Liebe und Sterben, vermischt mit der Kultur eines alten Indianerstammes und einem recht unbekannten Kapitel amerikanischer Geschichte: einem Eugenik-Projekt, das sich unter anderem mit dem Sterilisationsgesetz und Minderheiten der Bevölkerung auseinandersetzt – gewohnt heißes Eisen für Picoult. Gerade diese Episoden, deren Handlungsstränge bis in die heutige Zeit zu künstlicher Befruchtung und Forschung reichen sind hochinteressant.Das Buch hätte auch noch 100-200 Seiten länger sein können, um die ganze Komplexität noch mehr zu erfassen. War sehr schnell durchgelesen, Picoult lässt einen einfach nicht los – echte Schmöker!