Zimtzuckerherz – Heike Abidi

Ich wollte mal wieder einen netten Roman lesen, mit ein wenig Spaß, witzig-verrückten Situationen und Herz. Und da ich ein riesiger Zimtfan bin, konnte ich an diesem Buchtitel nicht vorbei. Das Buch habe ich gemütlich durchgeschmökert, wurde gut unterhalten, fand das Setting sympathisch, die Hauptfigur genau richtig chaotisch und die Liebesgeschichte einfach schön. Mission erfüllt, Leserschmökerherz glücklich.

Zimtsternschnuppen – Anthologie S.Fischer

Das kleine Bändchen im lila Einband schaute mich schon einige Weihnachten lang an, 2012 habe ich dann eine reduzierte Ausgabe mitgenommen. Im Nachhinein muss ich sagen, fand ich den Kauf eher entbehrlich. Ich erwartete Geschichten von Autoren die ich mag, oftmals waren die Geschichten aber den bereit erschienen Büchern entliehen – d.h. etwa 50% der Buches waren mir bereits bekannt, was zwar ganz „nett“ war, mehr aber auch nicht. Wie es dann so oft ist, bei einer Anthologie gefällt einem nicht alles. So kamen hier gleich mehrere Faktoren zusammen, die das Leseerlebnis schmälerten. Ein paar nette Feiertagsgeschichten gab es, aber so richtig glücklich wurden wir nicht miteinander.

Sunset Park – Paul Auster

Ich bin mir nicht sicher, ob ich diesen Paul Auster richtig einordnen kann. Ich kannte von ihm zuvor nur seine New York Trilogie, die mir eine liebe Buchhändlerfreundin einst ans Herz legte. Ich hatte mit dieser durchaus zu kämpfen und bin heute noch nicht sicher, ob ich alles richtig verstanden habe. Trotzalledem habe ich das Buch in guter Erinnerung. Daher war ich fast überrascht, wie leichtgängig sich Sunset Park las – mir gefiel der vorherrschende Ton, die Geschichte, die vielen Persönlichkeiten, die diesen Roman bevölkern, die Dramaturgie des Buches. Ich würde fast denken, jemand der Auster schon länger liest und noch mehr von ihm kennt, könnte enttäuscht sein, weil es sich doch ziemlich von der New York Trilogie abhebt. Für mich hat es allerdings genau gepasst.

 

Wir beide, irgendwann – Jay Asher/Carolyn Mackler

Das war nett. Will sagen: die Idee war witzig aufgemacht, besonders für jemanden wie mich, der auch durchaus noch den Ton eines sich verbindenden Modems kennt, war es ein schöner Flashback, zurück in eine Zeit in der es zwar Computer gab, aber eben kein Facebook… und auch, wie anders die Jugendlichen, die damit konfrontiert werden, zunächst reagieren. Ich glaube, ich hätte es als Jugendliche gerne gelesen, liess sich gut wegschmökern. Mehr war es für mich allerdings dann auch nicht, es blieb nicht haften.

Die Lektionen – Naomi Alderman

Ein reicher, junger Student mit viel Charisma, die altehrwürdige Atmosphäre von Oxford und Studenten, die die Nähe von diesem jungen Mann suchen, wie Motten das Licht. Was passiert, wenn Geld keine Rolle spielt? Wie lange halten Freundschaften, die sich auf diesem Fundament gründen? Wie offen kann man sein (auch in sexueller Hinsicht), was ist Spiel, was ist Ernst? Das Buch hat mich nicht völlig begeistert, jedoch einiges an Fragen aufgeworfen, was ich ja immer wertschätze. Spitze und pointierte Beobachtung, die sicherlich auch aus eigenem Erleben gespeist wurde, ist die Autorin doch selbst Absolventin von Oxford.

Das Ende der Unschuld – Megan Abbott

Meisterhaft eingefangen hat die Autorin dieses flirrende Gefühl, 13 Jahre alt zu sein – die Welt zu entdecken, die Risse in anderen Menschen, das eigene Gefühlsleben, den Empfindungen nachzuspüren und all das während eines nicht enden wollenden Sommers. Aber daneben stößt sie auch in ziemliche Untiefen des menschlichen Seins vor. Die Hälfte der Leszeit über fühlte ich mich unwohl beim Lesen, war bestürzt aufgrund der Ereignisse und Verdächtigungen. Ich tat mich sehr schwer damit, diesen Leseeindruck zu schreiben und habe ihn mehrfach umgeschrieben – denn trotz der heftigen Geschehnisse ist hier ein gutes Buch geschrieben worden.

Shopaholic Abroad – Sophia Kinsella

Ich habe da so einen Leseplan. Damit ich ab und an auch mal etwas im  Original lese, suche ich mir da nicht allzuschweres raus. Wenn ich dann mal wieder eine ganze Serie in englisch gesehen habe, traue ich mir dann auch mal wieder ein Buch zu. Und siehe da: es klappt. Kinsella schreibt einfach herzerfrischend über die chaotische Becci Bloomwood – und ich lerne wieder ein paar neue Vokabeln. Doch, die Reihe hat einfach was und macht Spaß!

Titos Brille: Die Geschichte meiner strapaziösen Familie – Adriana Altaras

Dieses Buch hat mich schlicht umgehauen! Man hat das Gefühl, Frau Altaras sitzt einem in einem Berliner Café gegenüber und erzählt mit viel Gestik und Mimik die Geschichte ihres Lebens und ihrer jüdischen Familie. Und wie sie das tut, das ist virtuos, spannend, beeindruckend und keine Minute langweilig. Was für eine Frau, was für eine Beobachtungsgabe, was für ein Talent für die leisen Töne zur rechten Zeit, einen trockenen Humor, wenn man ihn nicht erwartet. Sie spannt den Bogen von ihrer Kindheit in Zagreb bis zu ihrem heutigen Leben in Berlin und wieder hat man das Gefühl: sie erzählt einfach, ohne zu beschönigen – eine echte Kostbarkeit. Ich habe in diesem Buch sovieles gefunden und kann nur sagen: man muss es einfach selber lesen!

Falscher Vogel fängt den Tod – Donna Andrews

Auf dieses Buch stieß ich durch einen neu gegründeten Krimi-Lesekreis. Man muss ja auch mal was neues entdecken. Andrews schreibt sehr süffig, es liest sich so weg, man schmunzelt ab und an und verfolgt das Geschehen amüsiert. Das der Funke nicht komplett übersprang lag vielleicht daran das ich manche Wendung schon über das halbe Buch hinweg ahnte, eigentlich sind das aber nur kleine Schönheitsfehler. Unterhaltsam war es in jedem Fall und das ist bei Krimis, die ich ja eh eher selten lese, für mich dann auch in Ordnung so. Wer es also recht unblutig und dafür eher lustig mag, ist hier genau richtig.