Mhmtja. Slam hatte ein tolles Grundthema, eine Teenanger-Schwangerschaft. Auch die Charaktere fand ich eigentlich ganz gut. Aber irgendwie hab ich doch recht lange gebraucht und der witzige Stil vom Anfang ging nicht durchgängig. Hornby hat sehr viele Wiederholungen und umständliche Erklärungen eingebaut, die ich innerhalb eines Gespräches total okay finden würde, in dieser Menge aber in einem Buch – ermüdend. Schade, ich glaube „A long way down“ wird immer ein bisschen eine Ausnahmeerscheinung von ihm sein.
Schlagwort: Roman
Der letzte Weynfeldt – Martin Suter
Grandios. Hatte dieses Jahr meine totale Suter-Phase. Der Mann ist echt ein Genie. Schlanke Plots, tolle Figuren, immer ein halber Krimi im Hintergrund und SO raffiniert gemacht – herrlich. Hintergrund: Ein Kunsthistoriker lernt eine junge Frau kennen, die nach der ersten Nacht schon von seinem Balkonfenster springen will – danach ist sie in seinem Leben präsent, ob er will oder nicht. Nebenbei hat er noch mit einem versuchten Kunstbetrug zu tun – alles virtuos verwebt. Absolut empfehlenswert!
Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt – Haruki Murakami
Bin sehr gespannt, hab ja verdammt hohe Ansprüche, so als Murakami-Fan. Es gab Bücher von ihm die mich sofort in ihren Bann gezogen haben – hier ging es mir bisher nicht so. Trotzdem hat es was. Einige Feinheiten erkennt man sofort wieder, Motive die sich in späteren Büchern wiederholen. Mhmm. Ich bin wirklich SEHR gespannt wie es weitergeht. […]
Heute morgen, noch beim Haareföhnen die letzten 10 Seiten fertiggelesen – sonst hätte ich nicht zur Arbeit fahren können . Tja, schwierig. Einerseits – grandios komponiert, wie sich die 2 Welten am Ende „mischen“, das ist wirklich super gut gemacht. Ich war jedenfalls bis zum Ende gespannt, gebe aber auch zu das ich, wenn ich in einer Geschichte drinstecke, selten herumgrüble wie es ausgeht, ich will es ja garnicht vorher wissen . Murakami ist wirklich schwierig, für jeden Menschen würde ich jeweils einen anderen empfehlen, es kommt ganz darauf an, was man erwartet. Dieser hier zählt nun nicht zu meinen Lieblingen, weil ich mich sehr wenig selbst damit identifizieren kann. Andererseits hat er so schräge Einfälle, so schöne Szenen und eine bildhafte Sprache, das ich das Buch auch nicht wirklich „nicht gut“ finden kann. Bizarr ^^
Emma – Jane Austen
Auch dieses Buch ist nun durch und ich kann es einfach nur mit „Herrlich“ beantworten. Keine Ahnung in welches Genre ich es im Endeffekt einordnen würde, aber mir hats großen Spaß gemacht, grade bei dem miesen Wetter draussen. Hach, damals war vieles noch so anders und doch wieder so gleich… Hab mir auch grade die DVD ertauscht! Emma kuppelt und lacht sich durch den Roman, immer darauf befdacht, alle glücklich zu machen – ihr eigenes Glück übersieht sie dabei völlig…für mich mein Jane Austen Liebling!
Brief an D. – Andrè Gorz
Ein Buch das man irgendwie mit „Fast ganz die Deine“ von Sauvageot vergleichen möchte. Sehr kurz, eine Art Liebensbrief und Entschuldigung von Gorz an seine Frau Dorine. Geschrieben als diese sehr krank wurde, ohne Aussicht auf Heilung. Hat ganz wunderbare Aussagen über die Liebe, leider schweift er an 1, 2 Stellen zu sehr in die Beschreibung seiner Arbeit ab und wirkt ein wenig arg selbstverliebt… Der Autor nahm sich zusammen mit seiner Frau 2007 im September das Leben, war ihm ein Leben ohne seine Frau zu unerträglich…da schluckt man schonmal..:-(
Auf der Placa del Diamant – Mercè Rodoreda
Hab mir wirklich recht viel von dem Buch erwartet, leider hat der Klappentext meiner Meinung nach wenig mit dem Buch zu tun. Hat nur 250 Seiten aber ich saß echt lange dran weil es einfach keinen Spaß gemacht hat – keine Höhepunkte in der Geschichte, einige seltsame Eigenheiten…das einzige was mir noch so ein bisschen gefiel war der Stil, hat mich an Irmgard Keuns „Kunstseidene Mädchen“ erinnert. Aber das wars denn auch…Soll ja eines der größten Werke aus dem katalanischen sein, ich war wirklich nicht besonders begeistert..
Schloss aus Glas – Jeannette Walls
Hab ich ebenfalls schon einiges drüber gehört, meine eine Stammkundin liegt mir seit Wochen damit in den Ohren…Na dann wollen wir dochmal […]
„Schloss aus Glas“ hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte war gut erzählt, mit viel Spaß am Erzählen. Oft habe ich mal schlucken müssen, bei der Leichtfertigkeit der Eltern, bei den Versprechungen des Vaters – ich denke viele Kids deren Eltern sich früh getrennt haben fühlen sich hier teilweise an ihre Eltern erinnert *seufz* Versprechen zu geben und so zu tun als würde alles gut, das hat etwas sehr ernüchterndes. Aus den Augen eines Kindes betrachtet wie hier ist es nochmals extremer.
Ein ungewöhnliches Buch mit vielen schönen kleinen Geschichten in der Geschichte. Werde ich sehr empfehlen.
Mitten ins Gesicht – Kluun
Hatte mehrfach davonin diversen Foren gelesen und kann einigen rechtgeben – man schwankt zwischen Tränen (schon auf Seite 20-30..) und „will dem Typ eine reinhauen“ weil er seine todkranke Frau zum Teil so sehr im Stich lässt, obwohl er sie liebt. Am Ende hab ich heute echt auf dem Sofa gesessen und geheult. Ging mir sehr nahe. Wirklich ein emotionaler, heftiger Roman.
Stolz und Vorurteil – Jane Austen
Meine erste Austen und ich fands genial. Viel Witz, sehr treffende Personenbeschreibungen und einfach irgendwie schöööön. Werde ganz sicher noch ihre anderen Bücher lesen, diese Verstrickungen, Umständlichkeiten und Intrigen (die eigenlich 1:1 auch in der heutigen Zeit passieren könnten…) sind einfach herrlich! Manchmal war ich wirklich verwundert, wie wenig sich in den Charakteren der Menschen bis heute geändert hat…Jane Austen hat „es“ einfach.
Lila, Lila – Martin Suter
„Lila, Lila“Â hat mich ziemlich begeistert. Nachdem ich den Anfang ein klitzekleines bisschen holprig fand, kam man schnell rein und die Geschichte ist so schön gesponnen (und die Intrige erst..), die Figuren wirken authentisch und natürlich finde ich die Anspielungen auf Literatur, Bücher und den ganzen Betrieb rund um Verlage & Buchhandlungen noch mal so schön. Wirklich ein sehr gelungenes Buch! Werde sicherlich noch mehr von Suter lesen!