Der Zementgarten – Ian McEwan

Toller Stil, es liest sich einfach total gut. Von der Geschichte her – ziemlich abgedreht, niemand ist wirklich böse aber niemand ist auch wirklich gut. Die 4 Kinder um die es sich dreht wirken teilweise unter Schock, aber auch schon ihrer „Zeit voraus“. McEwan kann einfach völlig seltsame Situationen so beschreiben, als würden sie jeden Tag, in deiner Nachbarschaft passieren können. Und das ist für mich die ganz große Erzählkunst.

Von der Schönheit – Zadie Smith

Puh, schwierig. Einerseits hat mich das ganze Buch sehr angesprochen. Es waren einige tolle Dialoge drin, eine gut gestrickte Familiengeschichte (bzw. die Geschichte zweier rivalisierender Familien..), wo jeder mal „zu Wort“ kam, mit Witz, Biss und schönster Ironie. Und doch fand ich den Stil nicht unanstrengend, hab ein bisschen damit gekämpft. Trotzdem alles drin, was man so „braucht“ Liebe, Intrige, Identitätsfindung, Spannung, Geheimnis … mhm. Keine totale Empfehlung von mir, aber ich habs auch nicht ungern gelesen ;-) Gibt so Bücher ^^

Ein todsicherer Job – Christopher Moore

Gut! Gut! Gut! Da waren die Vorschusslorbeeren nicht zuviel: hier hab ich richtig viel gelacht und meinem Freund draus vorgelesen: soviele schöne, skurril-lustige Ideen und Figuren. Charlie steht nach dem Tod seiner Frau nicht nur mit seiner neugeborenen Tochter Sophie alleine da. Nein, er hat auch noch einen neuen Job: Seelen sammeln. Nur ist das nicht ganz so einfach – und so richtig Lust hat er auf den Job auch nicht…egal, er wird mitgerissen und gerät in einen Strudel voller schräger Gestalten, sterbenden Haustieren, Höllenhunden, seltsamen Wesen aus der Kanalisation und, und, und. Vorallem die liebevoll ausstaffierten Nebenfiguren (Lily, seine Gothic-Ladenaushilfe und seine lesbische Schwester die ständig seine Anzüge klaut) fand ich echt klasse.

Mehr, Moore, MEHR!

Schmettering und Taucherglocke – Jean-Dominique Bauby

Wurde 2008 verfilmt, das Buch gibt es ja schon seit rund 10 Jahren. Die Besonderheit besteht darin, das es vom Autor mit einem speziellen Alphabet diktiert wurde – mit der Wimper. Der Autor leidet an dem Locked-In-Syndrom und kann nur durch diese Bewegung mit der Aussenwelt kommunizieren. Es gab einige schöne Stellen, abgesehen davon das ich einen Mordsrespekt vor dieser Leistung habe, insgesamt hat mich das Buch aber vom Inhalt her nicht sehr angesprochen – leider.

Eine Klasse für sich – Curtis Sittenfeld

Liest sich super „runter“, hatte ich in kürzester Zeit durch, obwohl es nicht ganz dünn ist. Erzählt den Alltag an einer Elite-Highschool in Boston, erzählt von einer Aussenseiterin, die vielleicht nicht mal ganz unschuldig daran ist, das sie dazu wird. Die ganze Atmosphäre dieser Schule (über Geld wird nicht gesprochen, aber man kann es überall sehen…etc.) und auch die Handlungsweise des Mädchens kommen gut rüber, eine Geschichte in der man sich fest liest.

Perlmanns Schweigen – Pascal Mercier

Puh, „Perlmanns Schweigen“  ist mit 637 Seiten nicht grade kurz geraten. Und es ist auch kein Buch das ich jederzeit zur Hand nehmen kann. Es ist von allem ein bisschen: Selbstfindungsroman, Krimi, philosophisch-sprachwissenschaftlich … grade das hat es mir manchmal etwas schwer gemacht, ich denke ich habe nicht alles immer verstanden, was dort behandelt wurde.
Perlmann ist Sprachwissenschaftler, allerdings schon länger nicht mehr innerlich „voll bei der Sache“. Bei einem Kongress den er an sich leitet, entgleitet ihm die Situation nach und nach und bringt ihn an moralische und physische Grenzen…
Spannend ist es trotz sehr großer „Langsamkeit“ auf jedenfall, auch wenn die anderen Charaktere sich innerhalb der Zeit kaum entwickeln, hat man die Szenerie und die einzelnen anderen Teilnehmer dieses „Kongresses“ direkt vor Augen. Man braucht ein bisschen Geduld, aber die hat sich für mich trotzdem gelohnt.

Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot – Sibylle Berg

Das hat mir richtig gut gefallen, lauter kurze Fragmente von Menschen zwischen 16 und 80, die auf irgendeiner Art zusammengehören, aber auch wieder nicht. Herrliche Schilderungen. In vielem erkennt man sich doch erschreckt wieder. Und doch, überall blitzt nochmal Hoffnung auf. Vielleicht gibt es das große Glück ja doch noch, nach all dem Scheiß? Klasse! Von ihr werde ich ganz sicher noch mehr lesen!