Schuldig – Jodi Picoult

Hat mich nicht richtig überzeugt. Die Figuren bleiben nicht richtig greifbar, die Idee des Comics im Roman empfinde ich als eher schwierig. Noch dazu sind die unterschiedlichen Geschichten nicht richtig miteinander verwachsen, es wirkt bemüht. Die Spannung hält sich auch in Grenzen. Nur Picoults gewohnte Schreibe die sich einfach süffig wegliest hat mich das Buch zuende lesen lassen. Als Taschenbuch mag es noch angehen, als Hardcover wäre mir der Preis für eine mittelmässige Geschichte zu hoch.

Hector und die Entdeckung der Zeit – Francois Lelord

Diesmal schickt Lelord seinen Helden Hector wieder rund um die Welt – um die Zeit zu entdecken, ihre Facetten zu beleuchten und wie immer seine kleinen Anmerkungen über seine Beobachtungen zu notieren. Wieder ein kleines, feines Büchlein das sich leicht liest. Ich stelle allerdings fest das ich Hector in diesem Band mehr als in den Vorgängern an der einen oder anderen Stelle widersprechen wollte ;-)

Gute Geister – Kathryn Stockett

Als ich anfing, fand ich das Buch nett. Nach 100 Seiten war mir klar das dieses Buch etwas Großes werden würde. Am Ende saß ich gebannt da, mitten in der Nacht, konnte nicht aufhören und musste nach dem Ende gerade nochmal die ersten Seiten von vorn lesen. Ich wollte das dieses Buch nicht endet! Ich war dort. Ich saß bei Aibileen am Küchentisch, ich tippte mit Miss Skeeter auf der Schreibmaschine, ich geriet mit Minny in Rage. Ein großartiger, begeisternder Roman voller Mut und Kraft!


Angerichtet – Herman Koch

Ein Essen im 5-Sterne Restaurant ist angerichtet. Dort treffen 2 Brüder und ihre Frauen aufeinander. Oberflächlich sieht es nach einem normalen Abend aus, der übliche Ablauf ist durchkomponiert…aber auch die Kinder der Ehepaare haben etwas angerichtet…und der Leser erwischt sich dabei, wie er immer mehr die Luft anhält und die Katastrophe unaufhaltsam ihren Lauf nimmt, so sicher wie der Maitre die einzelnen Gänge in epischer Breite anpreist. Angerichtet stellt die Vorstellungen von Moral und Werten in Frage, fordert den Leser heraus, ist manchmal erstaunlich witzig, fast schon slapstickartig, tischt eine Szenerie auf die es so bisher nicht gab  – ein äusserst gut gemachter, toll geschriebener Roman der schockieren will – das hat er geschafft!

Nicht weit vom Stamm – Oliver Uschmann

Bekanntermaßen bin ich großer Oliver Uschmann Fan und war schon von „Das Gegenteil von oben“ seinem ersten Ausflug ins Jugendbuch sehr angetan. Mit „Nicht weit vom Stamm“ hat er das für mich aber nochmal deutlich übertroffen. Ich glaube dieser Mann geht mit absolut offenen Kanälen durchs Leben und zieht aus jedem noch so kleinen Ereignis Inspiration. Dieser Roman ist nur so gespickt mit tollen Ideen, noch dazu spannend, nimmt kein Blatt vor den Mund und macht auch nicht vor schwierigen Themen Halt.

Ich hätte sowas als Jugendlich unglaublich gerne gelesen, mir gefällt das Sven, der hier die Hauptfigur ist zwar seinen Weg findet, das aber kein bisschen gradlinig tut – Abstürze, Besäufnisse und Enttäuschungen sind hier an der Tagesordnung. Noch dazu rechnet Uschmann durchaus offen mit so einigen gesellschaftlichen Phänomenen ab. Und doch merkt man: das aus Sven etwas wird, liegt dem Autor am Herzen und er schreibt diesen Roman mit soviel Rumms und Glauben an Sven das ich beim Lesen einfach nur begeistert war. Daumen hoch!

Cassia & Ky: Die Auswahl – Ally Condie

Dieses Buch habe ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen: es ist absolut fesselnd geschrieben, besitzt alles was eine packende Jugendbuch-Dystopie braucht: eine andere Welt, die erstmal fremd aber doch erschreckend real wirkt, eine mutige Heldin und eine Liebesgeschichte. Doch am wichtigsten: Fehler im System…man kann schwerlich aufhören zu lesen und Condie hat mich definitiv am Haken – ich will wissen wie es weitergeht, finde das die nächsten Bände noch viel Potential haben und freue mich sehr darauf zu erfahren wie es weitergeht mit Cassia und Ky – und dem System … Ganz sicher eine Empfehlung fürs Jugendbuch, wer Himmel&Hölle, Tribute von Panem oder Numbers mochte sollte hier unbedingt zugreifen!

Adams Erbe – Astrid Rosenfeld

Es gibt Bücher, die nisten sich klammheimlich im Herzen ein. Die lesen sich gut an, machen Lust auf mehr, lassen einen den Atem anhalten und tiefer in die Kissen rutschen. Adams Erbe ist für mich solch ein Buch und noch dazu – so wunderbar!

Erzählt wird hier von 2 Männern, die sich nie kannten, zum einen Edward der um die Jahrtausendwende volljährig wird und sein Großonkel Adam der in den 40ger Jahren spurlos verschwindet – und mit ihm das Familienvermögen. Trotz das beide sich nicht kennen, verbinden sie einige Charaktereigenschaften – und angeblich auch die gleichen Gesichtszüge. Edward, dessen Leben in recht schrägen Bahnen verläuft, findet eines Tages die Aufzeichnungen seines Großonkels und versinkt darin. Was das Buch so besonders macht sind die vielen kleinen Ideen die Rosenfeld einstreut. Man mag gar nicht glauben das es ihr literarisches Debüt ist, so präzise setzt die Autorin Glanzlichter, beschreibt sie treffend die Charaktere. Dieses Buch drückte ich nach dem Lesen ans Herz – ganz unbedingt gehört es zu den Highlights des Frühjahres!

Little Bee – Chris Cleave

Wer bei diesem schönen Cover und dem sanften Titel einen leichten Roman erwartet liegt falsch! Dieses Buch hat Sprengkraft und ist für mich eine der Entdeckungen des Frühjahrs…!

Denn dieses Buch ist die Geschichte eines mutigen, ungewöhnlichen Mädchens aus Nigeria, genannt Little Bee. Eindringlich beschreibt Cleave eine Geschichte über illegalen Aufenthalt von Flüchtlingen in Großbritannien – das Buch geht unter die Haut. Er möchte mit diesem Buch nicht unbedingt gefallen und genau das ist der Punkt der mich fasziniert. Little Bee ist keine perfekte Heldin und das Buch strotzt nicht vor Happy Ends – aber es hinterlässt einen Eindruck, der sich so schnell nicht abschütteln lässt.

No & Ich – Delphine de Vigan

Was für ein außergewöhnliches Buch. Sprache: toll! Handlung: toll! Gedanken darin: toll! Eine Lektüre die einen nachdenklich stimmt, bewegt und ergreift. Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen No, einer obdachlosen jungen Frau und Lou, einer hochbegabten Jugendlichen auf der Suche nach sich selbst  ist mir ein Lieblingsbuch geworden. Vorallem weil dieses Buch kein Märchen erzählt, sondern einfach das Leben wie es manchmal so spielt beschreibt. In allen Facetten, lebenshungrig, traurig und mit einem Silberschweif am Horizont. Unbedingt lesenswert!