Wenn die Wale an Land gehen – Kathrin Aehnlich

Diese Autorin hat eine besondere Gabe. Sie kann über Freundschaft schreiben wie kaum jemand sonst. Denn sie tut es mit Geschichten und Erinnerungen, so fein verwoben mit Schicksal und Gedanken. Ihre Figuren kommen mir ganz nah und ich wünsche mir, dass diese Autorin noch viel bekannter wird – denn ihre Bücher berühren mich einfach.

Leichte Turbulenzen bei erhöhter Strömungsgeschwindigkeit – Maggie Shipstead

Hier wurde ich nicht recht warm mit den Personen, die diese Geschichte bevölkern. Bei niemandem konnte ich mich wiederfinden, bei allen erzeugte die Lektüre eher eine grundlegende Antipathie. Die Oberflächlichkeit dieser Hochzeitsgesellschaft wurde insofern eindrucksvoll portraitiert, allerdings fehlte mir der rote Faden, das Buch zerfaserte für mich zu sehr. So richtig glücklich bin ich nicht mehr geworden beim Lesen, aber es war trotzdem nett für zwischendurch.

Sheila Levine ist tot und lebt in New York – Gail Parent

Eine kleine Zeitreise, die sehr slapstickartig beginnt, mit jüdischem Witz und Galgenhumor. Das Buch schlägt aber auch ernsthaftere Töne an und verliert ein wenig die Rasanz des Beginns, gewinnt dadurch aber nochmal an Tiefe. Eine ganz eigene Welt – die Welt von Sheila Levine. Begleiten wir sie ein Stück… denn der Weg lohnt!

Das wahre Leben von Milena Moser

Mein erstes Buch von Milena Moser und definitiv nicht mein letztes – ich bin sehr positiv überrascht worden. Sie schreibt so offen und ehrlich, dass es mich sofort für sie einnahm, noch dazu über zwei Frauen, deren Leben ganz und garnicht so verläuft, wie sie es erwartet haben. Beide wählen unterschiedliche Wege für ihr Weiterkommen, beide sind spannende, kantige Figuren, die mir beim Lesen unter die Haut gingen. Hat mich sehr beeindruckt, fand ich richtig klasse!

Honig – Ian McEwan

Ein Agententhriller zählt eigentlich nicht zu meinem Leser-Beuteschema. Aber hier zählten gleich zwei Dinge – zum einen ist es ein McEwan, zum anderen dreht sich dieser Roman um Agenten im Dienste der Literatur. Hier und da hält sich das Buch leider zu sehr an den Titel – ein bisschen zähflüssig… ;-) Und doch ist die Operation Honig schmökerig gut zu lesen, die Idee ist konsequent durchdacht und für ein Ende, was mich vom Sofa aufspringen lässt, verzeihe ich ein paar kleinere Längen dann doch gern.

Das Licht zwischen den Meeren – M.L. Stedman

Eine Liebesgeschichte, die soviel mehr ist als das. Es ist die Geschichte eines Leuchtturmes und seiner Bewohner. Eines Paares, dass sich nichts sehnlicher wünscht als ein Kind. Und als das Schicksal zuschlägt, vor einer weitgreifenden Entscheidung steht. Stedman spielt mit moralischen Fragen, eingebettet in eine Geschichte voller Fragen, Schuld und unendlichem Glück. Was darf sein? Was kann ein Kartenhaus zum Einsturz bringen? Und wie weit darf man für sein Glück und die Liebe gehen? Für mich eine der berührendsten Neuheiten im Herbstprogramm.

Shotgun Lovesongs – Nickolas Baker

Spontan würde ich einfach gerne rufen: „Tolles Buch! Nehmen Sie es mit! Machen Sie es sich in der Sonne gemütlich und genießen Sie ihre Reise nach Wisconsin, ins Herz Amerikas“ Von einer Kleinstadt und ihren Bewohnern, von Freunden, die ihr ganzes Leben miteinander teilen. Von Erfolg, Verlusten, Liebe, Entscheidungen und besonderen Momenten lebt dieses Buch. Ich habe richtiggehend mitgefiebert und auch mitgelitten, mit jeder einzelnen Person, was nicht oft passiert. Also, ich rufe: Tolles, tolles Buch!