Auch der zweite Teil von Silber war wieder viel zu schnell vorbei. Ich mag diesen herzerfrischenden Tonfall von Kerstin Gier, der mir immer das Gefühl gibt, hier ist jemand mit ganzem Herz am Werk. Wenn ich das Strahlen in den Augen meiner jungen Kundinnen sehe, wenn sie ihr Exemplar von „Silber“ kaufen, denke ich, Sie machen das schon ganz richtig, liebe Frau Gier ;-)
Schlagwort: Liebe
Jersey Angel: Was ist schon ein Sommer? – Beth Ann Bauman
Hat mir leider nicht so richtig gut gefallen. Zunächst fand ich die flapsige Schreibweise witzig, das verlor sich aber immer mehr zum Endes des Buches. Auch der doch sehr lockere Umgang mit Sex war nicht so richtig meines. Denn: ich möchte Jugendbücher gerne empfehlen können – dabei darf in den Büchern gerne mehr passieren, als nur Händchenhalten. Und auch, wenn unsere Protagonistin durchaus Konsequenzen aus ihrem Handeln ziehen wird, so frage ich mich doch, welchen Eltern ich dieses Buch spontan in die Hand drücken soll, als Geschenk für die Tochter. Unter 14 sicherlich nicht. Eine 17jährige wird sich sicherlich angemessen mit dem Buch auseinandersetzen können, ist wahrscheinlich aber schon lange nicht mehr die Zielgruppe…
Grenzgang – Stephan Thome
Nun endlich las ich den ersten Roman von Stephan Thome und auch dieser hat mich begeistert. Auch wenn ich selbst durchaus in einer sehr überschaubaren Kleinstadt aufgewachsen bin, so sind mir Festivitäten wie der Grenzgang doch eher fremd. Und doch: selbst wenn man Stadtmensch durch und durch ist, bringt Thome einem die Atmosphäre näher, die eingeschworene Kleinststadtgemeinschaft, das Rucken der Vorhänge, das Klein auf Klein und das Ausbrechen und Zurückkehren. Was er ebenso meisterhaft schafft, ist aus der Perspektive einer 40jährigen Frau zu schreiben, das hat mich wirklich fasziniert, es geht weit über „Ruft er an?“ hinaus, mitten hinein in die Ängste und Zweifel dieser Frau, ihrem Umgang mit ihrem maulfaulen Sohn, dem Ex-Mann und seiner neuen Freundin, der pflegebedürftigen Mutter. Und das Lob, was seine Dialoge angeht, kann ich nur ebenfalls wiederholen, diese sind schnell, intelligent und authentisch. Ich freue mich schon sehr, wenn ich irgendwann ein drittes Buch von diesem talentierten Autor lesen darf!
Defender – Andreas Steinhöfel
Endlich habe ich sie gelesen: die Kurzgeschichten, die zum Teil auf Figuren aus „Die Mitte der Welt“ basieren. Man kann DMDW sicherlich auch ohne das Wissen aus diesen Geschichten lesen. Aber wenn man den Roman kennt, dann ist es ein tolles Wiedersehen mit liebgewonnenen Figuren. Es ist ein leises Schauen hinter die Kulissen, ein Mehr-verstehen von der ein oder anderen Handlung. Und auch die Geschichten ohne Bezug zur MDW haben mich berührt – Steinhöfel ist ein grandioser Beobachter.
Der Teezauberer – Ewald Arenz
Eine kleine, magische Novelle, ein Träumerstück über Tee, eine Liebesgeschichte.
Nach allem, was passiert ist – Sophie Columbeau
Eine Teenager-Idee, ein großes Aufflackern der Hormone und der Absturz danach: aus den Köpfen der Beteiligten heraus wird nach vielen Jahren versucht, die eigentliche, die wirkliche Wahrheit herauszufinden über diese eine, wilde Nacht der vier jungen Leute. Und der Leser? Weiss am Ende, dass es die eine, die objektive Wahrheit schlicht nicht geben kann. Unterhaltsam!
Der Schrecken verliert sich vor Ort – Monika Held
So lange habe ich versucht, für dieses Buch Worte zu finden, die meine Bewegtheit einfangen konnten. Am Ende fand ich nur diese Wortsplitter. Erschütternd, andere Perspektive, intensiv, danach vor den Scherben sitzen, noch lange nicht vorbei, kraftvolle Sprache, karg, heftig. Nach diesem Buch konnte ich drei Tage kein neues Buch anfangen – eine Seltenheit…
Die Geschwister Gadsby – Natasha Farrant
Feines Jugendbuch – ihr solltet die Familie Gadsby und insbesondere die Geschwister Gadsby dringend kennenlernen! Gelungener Aufbau, symphatische Protagonisten, eine interessante (Kamera)-Perspektive. Japp, dicke Empfehlung!
Letztendlich sind wir dem Universum egal – David Levithan
Ich mag Herrn Levithan, egal ob er für Jugendliche oder Erwachsene schreibt. Bei ihm stehen Gefühle im Vordergrund – so auch hier. Ein Querschnitt durch die amerikanische Jugendszene, aber diese Beschreibung allein würde dem Buch nicht gerecht. Es ist eine Liebesgeschichte, ein Geheimnis, ein Einfühlen ins Erwachsenwerden. Toller Schmöker.
Eine Liebe über das Meer – Jessica Brockmole
Was für ein schönes Buch, romantisch und traurig zugleich, ein Briefroman der berührt.