Erscheint im August 2009!
Nachdem ich ja von „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ so überaus begeistert war, habe ich mich voller Vorfreude auf das Leseexemplar vom neuen Sijie gestürzt! Die Verlagsvertreterin warnte mich etwas vor, die ersten 60 Seiten wären ein wenig holprig, aber das würde sich dann geben. Es ist schwierig dieses Buch zu fassen: es hat wundervolle, sehr intensive Passagen, es ist sehr speziell, es taucht tief ein in eine Kultur und deren Künste und Eigenheiten, die mir als Westler sehr fremd sind. Und immer wieder – diese Sprache! So kunstvoll und schön. Was es für mich trotzdem schwierig machte, sind viele Geschichten innerhalb der Geschichte, viele, viele Namen, zuwenig von der (durchaus toll konstruierten) Handlung. Diese spielt zwischen einer französischen Studentin und einem chinesischen Gemüsehändler, die eine gemeinsame Suche verbindet…Manchmal musste ich mir einen kleinen Ruck geben, um weiterzulesen. Ein nicht so leichtes Buch und trotzdem bin ich froh, es gelesen zu haben – denn die kleinen Perlen innerhalb es Buches machen es lesenswert. Dazu ein wunderschöner Titel, eine tolle Gestaltung von Piper….bei Büchern gibt es eben nicht nur Gut oder Schlecht. Trotzdem reicht es einfach nicht an „Balzac…“ heran, was mich sehr begeistert hatte.
Schlagwort: Liebe
Englischer Harem – Anthony McCarten
Oft kommt die Anfrage: Ich brauche was zu lesen. Es soll Witz haben, gut erzählt und spannend sein. Aber nicht zu seicht, nicht zu hohe Literatur – eine packende Geschichte mit ungewöhnlichem Thema. Ab heute kann ich all diesen Menschen dieses Buch nur ans Herz legen.Ich habe einen herrlichen Urlaubstag damit verbracht und finde es richtig, richtig toll!
Wie der Titel schon andeutet, geht es in dieser Geschichte durchaus um einen Mann und seine 3 Frauen. Allerdings ist in diesem Roman auch nichts wie es scheint – McCarten spielt mit den Klischees und den Erwartungen des Lesers, packt seine Gesellschaftskritik in schön gestaltete Szenen und auf 582 Seiten kommt kein bisschen Langeweile auf. Als Tracy Pringle, 20 Jahre und Supermarktkassiererin ihren Eltern verkündet das sie heiraten wird, sind diese entsetzt. Als sie mitbekommen das der Auserwählte Perser ist und bereits 2 Frauen hat – Schock! Aber das ist nur der Anfang dieses grandios erzählten Romans der einen in seinen Bann zieht – mit sehr viel Witz, Weisheit, einem Aufruf für Toleranz…McCarten gelingt es sehr authentisch, die verschiedenen Kulturen zu mischen und sie zu Wort kommen zu lassen – kein erhobener Zeigefinger, wohl aber ein kluges Hinterfragen der eigenen, doch allzu oft festgezurrten Meinung. Gespickt mit vielen absolut tollen Sätzen, die mich beeindruckt haben!
„Was ist denn Schlimmes daran, wenn manch einer mit dem Leben einen Kompromiss schließt? Wer hat ein Recht zu urteilen, wenn er nichts weiß über das Wie, Warum und Wozu? Das habe ich in meinem Leben gelernt – nach ein oder zwei Schiffbrüchen, da hält man sich an jedem Stück Treibgut fest, nur um zu überleben.“
Auf den zweiten Blick – Jodi Picoult
Als Cassie Barrett ihr Gedächtnis verliert und orientierungslos und verletzt auf einem Friedhof umherirrt, wird sie von Will, einem Polizisten aufgelesen. Ihr Mann, der berühmte Filmstar Alex Rivers identifiziert sie als seine Ehefrau…Cassie könnte glücklich sein, aber Alex kann seine Wut und Aggression nicht unterdrücken und läßt sie an ihr aus…Cassie muss sich entscheiden, was sie will und was sie verzeihen kann. Wieder eine gute Picoult, nicht so herausragend wie andere von ihr, aber ich würde wieder eine gute Note für packende Geschichte, Perspektivwechsel und heißes Thema vergeben – wieder mal Lesefutter mit interessanten Figuren.
Also lieb ich ihn – Curtis Sittenfeld
„Eine Klasse für sich“ gefiel mir ja ausnehmend gut – locker zu lesen, schöne Intrigen und der Blick hinter die Kulissen. Also erwartete ich hier auch ähnliches – las aber einen zwar ganz netten, aber doch irgendwie sehr belanglosen Roman. Die Protagonistin hat keinen Respekt für sich selbst, keine Träume, Ziele, Erwartungen, nur dieses vage „Ich will einen Mann, geliebt werden“. Sie reflektiert zwar sehr viel, aber wirkliche Ergebnisse kommen dabei kaum heraus, zumindest empfinde ich nur am Ende eine gewisse Erkenntnis und Entwicklung. Mag sein, das es manchen so geht, das Menschen sich wirklich so entwickeln, ich jedenfalls hatte das Bedürfnis diesem Mädchen zwischendrin mal zu sagen, „Wach auf! Mach was draus, sitz hier nicht rum und verfall in eine Traumwelt!“ Insgesamt für mich nett, aber keine Empfehlung.
Balzac und die kleine chinesische Schneiderin – Dai Sijie
Dieses Buch habe ich mit meinem Lesekreis online gelesen. Hier meine Abschlussmeinung zum Buch :-)Achtung, ich SPOILERE hier ein wenig um auf das Buch einzugehen…
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15 Jungs, 4 Frösche + 1 Kuss – E. Lockhart
Ein Jugendbuch das mich aufgrund des Titels irgendwie anlachte…und das ausnahmsweise mal nicht von der einzig wahren, perfekten ersten Liebe heiratet, sondern eben davon, das Liebe Freundschaften zerstören kann, nicht jeder Junge der „richtige“ ist und welche Mißverständnisse es noch so an einer Highschool geben kann. Ruby hat ziemlich Mist gebaut, was Jungs angeht und landet so bei einer Psychologin, die sie „Dr Z“ nennt. Für diese soll sie eine Liste aufstellen…und damit werden die Probleme nur noch größer. Allerdings lernt Ruby dabei eine ganze Menge über sich selbst und auch die Leute um sie herum. Fand ich wirklich recht gut, wegen sehr wenig Schwarz/Weiss und viel Selbstreflektion der Protagonistin.
Die Brautprinzessin – William Goldman
Seit Jahren, sicherlich schon seit Beginn meiner Ausbildung, lag meine liebe Kollegin A. mir in den Ohren: Sarah, lies doch mal „Die Brautprinzessin“! Ein Märchen über die wahre Liebe, edle Taten und Abenteuer. Irgendwie klang es ja interessant, dennoch bleib das Buch im Regal…und wartete auf mich. Nun kam dieses Jahr bei Klett-Cotta eine wunderschöne Neuausgabe heraus, in knalligem Pink – es war also um mich geschehen. Und ich habe es nicht eine Sekunde lang bereut, denn dieses Buch hat alles, was ein tolles, herausragendes Buch braucht: Witz, Charme, eine irrwitzige Handlung, tolle Wendungen und Einwürfe, es ist spannend und packend, man leidet mit und zwischendrin will man den Autor gleichzeitig lieben und verfluchen, weil er es immer wieder schafft zu überraschen und einen aufs Glatteis zu führen!
Wahrlich, ein Geniestreich! Ich verrate absichtlich nicht mehr, als das es einfach ein fabelhaftes Märchen ist – wenn man die Geschichte nicht kennt, ist es noch einen Zacken besser. Vertraut mir….;-)
Elf Minuten – Paulo Coelho
Schwierig. Am Anfang hat mir dieser Märchenstil gefallen, las sich locker weg, soweit, so gut. Ich wurde aber weder mit der Hauptperson warm, die für mich die „käufliche Liebe“ irgendwie „kleinredete“, noch mit den Geschehnissen. Ich habe die Handlungen nur in Ansätzen nachvollziehen können…mutete für mich mehr als seltsam an. Ich würde mich durchaus als einen Menschen bezeichnen, der offen ist für spirituelles und durchaus an einiges zwischen Himmel und Erde glaubt, aber hier? Für mich war es nichts. Der Stil war nett, aber das hat es für mich nicht rausgerissen. Ich glaube nicht alle Coelhos sind in dieser Richtung, ich werde als vielleicht noch anderes von ihm lesen. Aber das hat Zeit…
Die Mittwochsbriefe – Jason F. Wright
Jack & Laurel waren seit vielen Jahren verheiratet, leiten gemeinsam ein B&B. Alle dachten, das Jack, der an einem Tumor litt, vor Laurel stirbt, doch in einer Nacht sterben beide, Arm in Arm. Als ihre 3 Kinder anfangen, die Papiere zu sortieren, finden sie die „Mittwochsbriefe“ – Jack hat Laurel jeden Mittwoch einen Brief geschrieben. So wechselt sich erzählender Text mit Briefen ab und die sind wirklich richtig schön romantisch und zeugen von viel Arbeit und Liebe in dieser Ehe. Doch sie enthalten auch ein lang gehütetes Familiengeheimnis.
Eine einfache Sprache und liebenswerte Charaktere machen dieses Buch schnell lesbar, man ist gerührt und verfolgt die Geschichte mit Spannung. Ein bisschen sehr idealistisch, natürlich auch etwas kitschig ist es, aber an einem Regentag, allein auf dem Sofa stört das nicht wirklich…und eine kleine Überraschung birgt das Buch auch noch – fand ich eine tolle Idee!
Liebe ganz oder gar nicht – Peter Kihlgard
Dieses Buch zu beurteilen finde ich sehr schwierig. Hochgelobter schwedischer Autor, tolles Cover, schöner Titel und der Anfang – heftig aber ja…nach vielen Jahren der Ehe sitzen Kicki und Lasse zusammen im Auto. Kicki ist todkrank, Lasse will nicht weiter ohne sie. Also fahren sie, lösen die Sicherheitsgurte…Schnitt. Ab da wird im Roman erzählt, wie die beiden gemeinsam lebten, oder eben auch nicht gemeinsam. Seltsame Obsessionen von beiden, die Beziehung wirkt zwar schon liebevoll, aber auch ein bisschen „man kann nicht ohne den anderen, auch wenn man unheimlich leidet“. Manche Passagen fand ich sehr wirr. Insgesamt nicht so mein Fall, trotzdem gut genug, das ich es nicht weglegte, weil die Sprache schön und einige Begebenheiten aus beider Leben (die Lebensgeschichte der Eltern, vom anderen erzählt) dann auch wieder wunderschön waren.