Harold and Maude – Colin Higgins

Hier bleibt mir nur zu sagen: ein wunderbares kleines Büchlein über das Sterben und das Leben – selten hat es jemand so gut auf den Punkt gebracht, wie diese beiden Ereignisse sich gegenseitig bedingen. Jeder sollte eine Maude in seinem Leben haben, jeder sollte singen und tanzen wenn ihm danach ist und sein ganz eigenes Leben leben. Ach, es ist einfach so ein großes JA zum Leben und nachdem ich den Film schon lange liebe, war diese Lektüre überfällig.

Cassia & Ky: Die Flucht – Ally Condie

Wie immer schwierig über eine Fortsetzung zu schreiben ohne zu spoilern, daher in gewohnter Kürze: für mich ein würdiger Nachfolger, etwas schwächer als der erste Band, damit aber immer noch packend, spannend und vorallem enthüllt sich hier einfach nochmal mehr, wieviele unterschiedliche Kräfte rund um die Gesellschaft in der Cassia & Ky leben wirken. Ich habs wieder in einem Rutsch gelesen, klasse Jugendbuch-Unterhaltung, wieder sticht die Geschichte aus den Massen der Dystopien, die der Markt gerade so hergibt heraus. Und wieder will ich wissen – wie geht es weiter?

Vom Ende einer Geschichte – Julian Barnes

Es wundert mich absolut nicht, das Barnes für diesen Roman den Booker Prize bekommen hat. Von der ersten Seite an war ich in der Szenerie, es enthüllt sich nach und nach das Gesamtkunstwerk dieses Romans, es ist spannend, voller Wendungen und doch so schmerzlich nah an eigenen Erfahrungen, die man mit dem Protagonisten teilt – wow! Hier hat für mich wirklich alles gepasst – die Sprache, der Aufbau, die Geschichte, einfach alles. Das Buch hat mich berührt und begeistert zurückgelassen und jedesmal wenn ich darüber rede, gerate ich ins Schwärmen und bin ziemlich ergriffen. Wirklich, empfehlenswert, bitte kaufen, bitte ausleihen, Hauptsache – lesen!

Wachstumsschmerz – Sarah Kuttner

Wenn ich dieses Buch im Laden empfehle, beginne ich meist mit der Frage ob Sarah Kuttner bekannt ist. Oft genug bekomme ich die Antwort, Ja, wäre bekannt aber nicht soooo sehr das Ding des jeweiligen Befragten. Dann kommt meine persönliche Meinung zum Tragen: meines ist Sarah Kuttner nämlich auch nicht so unbedingt, zumindest nicht im Fernsehen. ABER die gute Nachricht: Romane schreiben – das kann sie. Wie beim Vorgänger Mängelexemplar hat sich Kuttner auch hier wieder ein Problem der heutigen twenty-something-Generation rausgepickt. Die „Quarter-Life-Crisis“, die sich in Zweifeln, Beziehungsstress, Druck und Hilflosigkeit breit macht. Mit bildhafter Sprache, ein bisschen derb-schnodderig aber durchaus ehrlich wirkend setzt sich hier ein Paar nach dem Zusammenziehen mit sich auseinander, mit seinen Erwartungen, Lebensplänen und der Herausforderung, mit jemandem wirklich so ziemlich alles zu teilen.

Obwohl ich diese Erfahrung so nicht erlebt habe, schafft Kuttner es, das ich mich reinversetzen kann in die Gefühlsachterbahn in die ihre Heldin gerät. Ein bisschen beklommen, ein bisschen deprimiert wird man beim Lesen, es ist eine traurige Geschichte mit kleinem Silberstreif am Horizont. Garniert mit markigen Sätzen und Lebensanschauungen ist es ein recht gelungener Mix geworden, den ich, wie ich oben schrieb, auch ganz gern empfehle.

Dash und Lilys Winterwunder – Rachel Cohn/David Levithan

Wenn eine süße, romantische Wintergeschichte gesucht wird, mit ein paar popkulturellen Anspielungen, einer charmanten Mischung aus überdreht-niedlicher weiblicher Protagonistin mit schräger Familie und ernsthaftem, sich selbst etwas zu ernst nehmendem männlichen Buchliebhaber – zugreifen. Die Idee des Buches, eine Art Spiel das beide quer durch New York führt, ist eigentlich ganz schön. Aber die große Verzauberung blieb nach anfänglicher Begeisterung bei mir aus. Was vorallem daran lag, das es mir irgendwann zu überdreht wurde. Lustigerweise geht es mir wohl konträr zu anderen Meinungen: viele fanden Lilly ganz entzückend und Dash eher seltsam, ich fand Dash toll und Lilly eher anstrengend. Es ist dennoch ein nettes Jugendbuch, schöner Winterschmöker und wer eine romantische Ader hat, kommt sicherlich auf seine Kosten!

Noahs Kuss/Und plötzlich ist alles anders – David Levithan

Es wird wohl nicht mein Lieblingsjugendbuch – dafür war es ein bisschen zu sehr heile Welt und es ist sprachlich nicht soo sehr anspruchsvoll. Aber ich finde das Levithan einfach so tolle Figuren erfinden kann, wo man richtig schön mitleidet und mitfiebert. Und er glaubt eben an die Liebe, was ich sehr mag  ?.  Hier gehts ja um Andersein, Coming-Out und eine schwule Liebesgeschichte – ich fand er hat die Töne gut getroffen und ich werde definitiv noch mehr von ihm lesen.

Nathalie küsst – David Foenkinos

Auf dieses Buch bin ich durch eine Empfehlung von Christine Westermann gekommen. Und welch ein Glück! Man sollte meinen, eine Liebesgeschichte die mit dem Tod des Partners beginnt, wäre eher traurig. Das ist dieses Buch durchaus – aber eben nicht nur. Denn wie Nathalie sich ins Leben zurückkämpft oder eher – zurückküsst – das liest sich einfach so bezaubernd und leichtfüßig, besonders durch die spezielle Gestaltung innerhalb des Buches. Weder durch Titel, noch durchs Cover abschrecken lassen! In diesem Buch steckt  eine Liebesgeschichte die man nicht verpassen sollte!

Léon und Louise – Alex Capus

Dieses Buch hat mich bezaubert – durch einen leichten (aber nicht seichten) Erzählstil und Figuren die sich einprägen – ich sehe da so viele Bilder vor meinem inneren Auge entstehen. Obwohl es zur Besatzungszeit in Frankreich spielt verliert es nie diese gewisse Leichtigkeit. Einfach ein toller, prallvoller Roman einer ganz besonderen Begegnung und Liebe. So stelle ich mir einen gelungenen Roman vor!

Die Frau meines Lebens – Nicholas Barreau

Ich lese gerne romantische Bücher. Und gerne Bücher über die Liebe. Aber hier war alles zuviel: zuviel Drama, zuviel Ropmantik, zuviel ja…Zuckerguß? Der Autor hat jedenfalls reichlichst davon ausgekippt. Am Anfang hatte mich noch ein wenig die furios-rasante Art des Autors amüsiert, zum Schluss hin fand ichs geradezu hysterisch. Muss mir schwer überlegen ob ich nochmal etwas von ihm lesen werde, momentan stehen die Zeichen eher schlecht.