Quasi-Krieg auf dem Schulhof, erbitterter Kampf um Bildung und die begehrten Plätze am Gymnasium. Schauplatz ist Berlin und einige Protagonisten, deren Ehrgeiz schon deutlich ungesunde Züge angenommen hat – als Schüler verschwinden und tot aufgefunden werden, wird es für die Polizei Zeit zu handeln… Ein bissiger Krimi, der mit den Klischees rund um Helikopter-Eltern und Ansprüchen der heutigen Zeit klasse jongliert. Unterhaltsam und mit dem ein oder anderen Seitenhieb herrlich böse.
Schlagwort: Krimi
Verschwiegen – William Landay
Solider Krimi, spannend und aus ungewöhnlicher Perspektive, gleichzeitig das Psychogramm einer Familie, die kaum noch Halt findet. Gut!
Die Flüsse von London – Ben Aaronovitch
Schwierig. Am Anfang habe ich mich noch gekugelt, herrlicher Stil, britischer Witz und genau das richtige, für eine Wenig-Krimileserin, ein Krimi verpackt in schräges Geschehen und Übersinnliches. Leider wurde mir genau das dann irgendwann zuviel, zu überzeichnet, auch die Geschichte stagnierte und ich erwischte mich dabei, dass ich das Buch eher widerwillig zur Hand nahm. Ich glaube, für Fans von schrägem Humor und abgedrehten Figuren ist es ganz sicher eine Empfehlung, ich war irgendwann einfach etwas ermüdet. Ob ich den anderen Bänden noch eine Chance gebe, mal schauen.
Die Toten, die niemand vermisst – Hjorth/Rosenfeld
Auch der dritte Band hat mich wieder bestens unterhalten: das Ermittlerteam knüpft neue Bande, entwickelt sich weiter. Veränderungen stehen ins Haus, der neue Fall zerrt an den Nerven, die Perspektivwechsel ergeben erst nach und nach ein Bild… Wieder innerhalb kürzester Zeit verschlungen, mit einem fiesen Cliffhanger zurückgelassen: für mich eine Krimi-Reihe, die Lieblings-Potential hat!
Allmen und die Dahlien – Martin Suter
Fand ich die ersten beiden Bände rund um den Ermittler Allmen noch herrlich originell, schlich sich hier ein leichter Ermüdungseffekt ein. Der Fall riss mich nicht wirklich mit, Allmen war gemütlich geworden, es fehlte an Spannung. Ein wenig klärte sich das: dieser Teil ist wohl als Zweiteiler gedacht, was ein wenig das ruhige Daherkommen erklärt. Ein bisschen verstimmt es mich aber auch: ich bin kein Fan von solchen unerwarteten Unterbrechungen. Das können Sie doch besser, Herr Suter!
Sherlock Holmes: Das Geheimnis des weissen Bandes – Anthony Horowitz
Als großer Sherlock Holmes Fan war ich unsicher – möchte ich das wirklich lesen? Kann irgendjemand an Sir Arthur Conan Doyle heranreichen? Und ich kann sagen: Horowitz hat im Großen und Ganzen einen tollen Job gemacht: spannender Fall, jegliche klassische Elemente der Detektivromane wurden verwendet und eingebaut und auch der Stil war nahe am Original. Manchmal war es fast ein kleines bisschen „zuviel“ des Guten, aber das fiel in der Gesamtheit dann auch nicht so ins Gewicht. Von daher: Daumen hoch, wer den Meisterdetektiv und seinen treuen Gefährten Dr. Watson vermisst, kann hier unbesorgt zugreifen!
Die Töchter der Kälte – Camilla Läckberg
Nach langer Abstinenz bin ich endlich wieder in Fjällbacka/Schweden zum Ermitteln und fühle mich gleich wieder heimisch. Solider Kriminalfall, weiterer Ausbau der sympathischen Charaktere, der mich hoffnungsvoll auf die weiteren Bände blicken lässt. Ich fühle mich bei diesen Krimis gut versorgt: Spannung, Lokalkolorit, und Schmöker-Faktor.
1Q84 (Teil 3) – Haruki Murakami
Ihr erinnert euch noch an meinen Leseeindruck zu Teil1&2 von 1Q84? Ich habe ihn gerade nochmal gelesen, um mich ein wenig in Stimmung zu bringen, wenn ich über Teil 3 schreibe. Noch dazu läuft Janacek Sinfonietta. Und nun: für mich hatte der Abschluss der Trilogie wieder viel zu bieten. Ein wenig mehr fast schon kriminalistische Elemente fliessen ein. Mehr Sehnsucht, mehr Einsamkeit. Ich glaube, ein wenig besser wäre es, alle drei Bücher hintereinanderweg zu genießen – andererseits hat Murakami auch wieder viel aus den ersten beiden Teilen wiederholt, so dass man auch mit der Wartezeit, die es ja nunmal gab zwischen den Veröffentlichungen, sich gleich wieder heimisch fühlt. Murakami hat hier für mich einige neue Pfade betreten – seine Figuren handeln ein wenig anders, auch wenn sich immer noch vertrautes findet, die Gefühlswelt steht weniger im Vordergrund als bei anderen seiner Romane. Und dennoch: es ist soviel Murakami, soviel seiner federleichten Schilderungen, die mich in einer anderen Welt ankommen lassen, dass ich auch hier nur wieder sagen kann: er ist und bleibt mein Lieblingsautor, einer der ganz großen, jemand der Welten erschaffen kann, die ich in meinem Kopf wieder und wieder betrete. Danke.
Verdächtige Geliebte – Keigo Higashino
Ein Krimi, bei dem man von Anfang an weiss, wie der Mord passierte. Das Angebot eines perfekten Alibis. Die Ermittler auf der falschen Fährte. Und dann kommt alles anders, so anders als gedacht und der Leser bleibt fasziniert zurück. Für mich, die ich ja wenig Krimis lese, ein aussergewöhnlich tolles Leseerlebnis, sehr spannend, intelligent und mit grandiosem Ende. Krimi des Jahres 2012!
The Curious Incident of the Dog in the Night-Time – Mark Haddon
Eines der Bücher, die ewig und drei Tage im Regal standen, seit ich es vor wirklich Ewigkeiten in einem kleinen Dubliner Antiquariat gekauft habe…und es endlich erlöst zu haben, war eine gute Entscheidung. Ich hatte noch nie etwas von Haddon gelesen und glaube, es ist der perfekte Einstieg: skurril, ernsthaft, witzig und ungewöhnlich. Hab ich gerne gelesen!