Vango: Prinz ohne Königreich

Auf diese Fortsetzung hatte ich schon mit wilder Ungeduld gewartet und sie an einem Stück verschlungen – ganz große Klasse! Diese beiden Bände gehören mit zu dem besten, was die Jugendliteratur aktuell zu bieten hat: Abenteuer, Spannung, historisch interessant, (siehe meine Besprechung zu Teil 1) – man möchte einfach nur lesen, lesen, lesen. Ganz großer Tipp!

Jetzt – Morris Gleitzman

Nachdem ich zu den beiden Vorgängerbänden soviel schrieb, weil sie mich dermaßen beeindruckt haben, war ich ein wenig erstaunt, das dieser dritte Band in der Jetzt-Zeit spielen sollte, noch dazu weder in Deutschland, noch in Polen, sondern in Australien. Das tut meiner Begeisterung aber keinen Abbruch, im Gegenteil: Felix ist erwachsen geworden, er hat sich in Australien ein neues Leben aufgebaut. Gleitzman schafft es, Erinnerungen und die prägenden Erlebnisse in Felix‘ Leben mit den heutigen Ereignissen in Australien (Stichwort Buschfeuer) in Verbindung zu bringen – und mit den Sorgen und Nöten seiner Enkelin, die Zelda heisst…damit hat er für mich nicht nur einen überzeugenden Bogen geschlagen und eine ungewöhnliche Perspektive eingenommen sondern mich auch nochmal mehr sensibilisiert, für alles, was heute noch und wieder passiert. Also: gehört definitiv auch in eine Liga mit „Einmal“ und „Dann“.

Night School: Du darfst keinem trauen – C.J. Daugherthy

Von aussen würde man das Buch wohl als einen weiteren Titel in Richtung Vampire, düster, geheimnisvoll einordnen. Geheimnisvoll ist es auch – allerdings kommt es von vorne bis hinten ohne übersinnliche Phänomene aus. Prima Lesefutter für Jugendliche (denn es wird einige weitere Bände geben) das sich, ganz klassisch, im Internat abspielt. Hier geht es aber wie gesagt mal weder um Magie, noch um Fantasiewesen sondern um knallharte Fakten: Elite, Konkurrenzkampf, Intrige, Macht – spannend erzählt.

Finn reloaded – Oliver Uschmann

Der nächste Teil rund um Finn und seine beiden Kumpel. Ich kann mich nicht entscheiden, welchen Band ich lieber mag: der erste bestach durch seine Frische und die Idee, der zweite punktet damit, dass man diese drei Jungs schon so ins Herz geschlossen hat – und damit, dass er einfach wieder toll ist. Ich bin froh, dass ich die Bücher auch im Laden Stück für Stück an den „Mann“ bringe – sie haben den Erfolg ohne Wenn und Aber verdient!

 

Wir beide, irgendwann – Jay Asher/Carolyn Mackler

Das war nett. Will sagen: die Idee war witzig aufgemacht, besonders für jemanden wie mich, der auch durchaus noch den Ton eines sich verbindenden Modems kennt, war es ein schöner Flashback, zurück in eine Zeit in der es zwar Computer gab, aber eben kein Facebook… und auch, wie anders die Jugendlichen, die damit konfrontiert werden, zunächst reagieren. Ich glaube, ich hätte es als Jugendliche gerne gelesen, liess sich gut wegschmökern. Mehr war es für mich allerdings dann auch nicht, es blieb nicht haften.

abends um 10 – Kate di Goldi

Was gibt es für einen Grund, ein trauriges Buch unbedingt lesen zu wollen, obwohl man ahnt, dass es einen traurig und leicht melancholisch zurücklassen wird? Meist ist es die Empfehlung einer Buchfreundin und so war es auch hier wieder der Fall – es war Christine von Lesemomente . Zum Lesen gab sie mir den Ratschlag „Lies „abends um 10“ bitte nur wenn du in passender Stimmung bist (ruhig, bereit für viel Atmosphäre und etwas nachdenklich vielleicht)“.

Diesen Ratschlag kann ich nur genauso weitergeben. Ein besonderes Buch, eines, das nicht unbedingt geradlinig verläuft, es fordert den Leser, setzt ihn einer Situation aus, die ich bisher noch nie in einem Buch vorgefunden habe. Und all das wird so sensibel und liebevoll erzählt, dass man die Figuren am Schluss ganz schwer loslassen kann. Und vielleicht die eine oder andere Träne rollt. Danke Christinchen! ?

Das dunkle Lied des Todes – Bjarne Reuter

Bei diesem Buch saß ich aufrecht im Bett und konnte kaum aufhören – so spannend war es und vorallem gruselte es einen zwischendrin so richtig, da kann man dann nachts nicht einschlafen, bis man es zu Ende gelesen hat… Zudem toll geschrieben, es ist zwar als Jugendbuch deklariert, aber durchaus auch für Erwachsene zu empfehlen, die eine Vorliebe für Krimis haben. Der Autor breitet genüsslich die Geschichte aus, fügt hier ein Stück Information ein, dann dort ein Stück – und zieht dann den Erzählfaden immer enger, bis einem am Ende fast die Luft wegbleibt – Wow!

Will & Will – John Green und David Levithan

Von beiden Autoren habe ich zuvor etwas gelesen und war angetan. Entsprechend hoch meine Erwartungen dieses gemeinsame Werk, zumal ich diese Art der Zusammenarbeit erstaunlich finde. Aber hier waren Zweifel unbegründet – die beiden Autoren ergänzen sich so perfekt, man könnte meinen es wäre eine Person. Gemeinsam haben sie definitiv die Liebe zu unangepassten Figuren, zu einer gewissen Tragik die oftmals fast ins Komödienfach wechselt. Und vorallem: man lebt mit den Figuren mit, sie bleiben nicht lange neu und fremd sondern werden schnell zu jemandem der auch auf unserem Sofa sitzen könnte. Dieses Buch hat mich durch seine Frische, seinen Witz, seine große Herzlichkeit und vorallem das Gefühl, hier wirklich einen Blick ins Teenagerleben zu werfen, überzeugt. Was für eine verrückte Story, einfach herrlich!

Ismael Trilogie – Michael Gerad Bauer

Achtung, es folgt ein Begeisterungssturm! Diese wunderbare Trilogie hat mich wieder daran glauben lassen, dass es einfach wunderbare Jugendbücher (die gerade Jungs gerne lesen werden!) gibt. Die Bücher strotzen nur so vor Humor, ich habe gegrinst, lauthals gelacht, geschmunzelt – die ganze Palette vergnügten Lesens! Die Figuren rund um Ismael Leseur wachsen einem so ans Herz und begleiten den Leser zum Glück durch die ganzen drei Bände.

Was macht das Spezielle dieser Bücher aus? Ich würde sagen: der Autor hatte richtig viel Spaß am Schreiben gehabt, das spürt man in jedem Satz. Noch dazu verliert er über alle drei Bände nicht das Besondere, es wurde eher noch besser, weil man mit allen mitfieberte und die Eigenheiten der Agierenden schon kannte. Wer einen leseunwilligen Teenager zuhause hat – zugreifen. Wer sich mal wieder richtig amüsieren will – zugreifen. Wer gerne gut geschriebene, noch dazu die großen Themen betreffende Jugendliteratur lesen will – zugreifen. Ach, was sag ich: einfach bitte alle zugreifen, kaufen, lesen!

Nenn mich nicht Ismael / Ismael und der Auftritt der Seekühe / Ismael: Bereit sein ist alles