Ein eher leises, ruhiges Jugendbuch, die Geschichte einer jungen Frau, die auf einer Insel aufwächst und die mit gänzlich anderen Herausforderungen zu kämpfen hat, als ihre Altersgenossen in einer Großstadt. Und doch – manches bleibt sich gleich, ob Stadt, Land oder Insel. Einfühlsam geschildert, mit einem Blick auf die eher dunklen Punkte, die in einer kleinen Gesellschaft Schwierigkeiten erzeugen können, auf Nöte, Süchte, Wünsche.
Schlagwort: Jugendbuch
Die inneren Werte von Tanjas BH – Alex Haas
Unter dem Pseudonym “Alex Haas” verbirgt sich die bekannte Hanauer Kinder- und Jugendbuchautorin Jutta Wilke. Sie hat den perfekten Schmöker für alle Jungs zwischen Stimmbruch und Oberstufe geschrieben: Es geht um Ben, der hauptsächlich an seine Flamme Tanja denkt – denn mal ehrlich, in einem bestimmten Alter dreht sich nun mal alles um die Mädchen… Und obwohl der angekündigte Dänemarkurlaub (Oh Schreck – weit weg von Tanja und kein W-LAN im Ferienhaus!) Langeweile pur verspricht, kommt doch alles ganz anders! Ein witzig-rasanter Lesespaß, denn unser Held Ben tritt, auf der Suche nach der Liebe, in so manches Fettnäpfchen . . .
Die drei Leben der Tomomi Ishikawa – Benjamin Constable
Ein irrwitziges Spiel aus Schein und Sein. Drei Städte, drei Leben, viele Fragen mit Antworten, die nicht dazu zu passen scheinen. Manchmal ein wenig zuviel des Guten und dennoch will man das Rätsel um Tomomi lösen, was sie Benjamin Constable hinterlassen hat. Man muss das Schräge, Unangepasste mögen, dann wird man mit einem ausgefallenem Jugendbuch belohnt.
Der Geschmack von Glück – Jennifer E. Smith
Sonniger Sommerschmöker, eine Mailfreundschaft die so ganz anders endet, als sie beginnt. Eine erste Liebesgeschichte, in der weniger die Frage, wer zuerst anruft im Raum steht, sondern vielmehr, ob so eine Liebe sein kann – zwischen Normalo und Star? Bittersüß und mit genau richtig dosiertem Kitsch, gelungene Sache!
no place, no home – Morton Rhue
Hat mir wieder richtig gut gefallen. Eine Auseinandersetzung zum Thema Obdachlosigkeit, einer Art Zeltstadt, die Auswirkungen von Mieterhöhungen, Arbeitslosigkeit und Wohnraumknappheit. Ich glaube, dass Rhue hier ein heisses Eisen anfasst, was bisher noch nur als Spitze eines Eisbergs zu sehen ist. Toll zum Jugendbuch aufgearbeitet, aufwühlend und nachdenklich machend.
Kleine Schritte – Louis Sachar
Eine Fortsetzung und zwar von „Löcher“, einem wunderbaren Klassiker der Jugendliteratur. Ehrlicherweise habe ich hier sehr wenig erwartet, denn ich konnte mir nicht recht vorstellen, wie der Bogen zur Vorgeschichte geschlagen werden sollte. Umso schöner, überrascht zu werden: ein unterhaltsamer Jugendroman, der sich mit der Frage auseinandersetzt: was passiert eigentlich nach dem Vorhang, dem Happy-End, wie geht es weiter? Noch dazu besetzt mit ungewöhnlichen Figuren und Ereignissen, richtig schön zu lesen.
Silber – Kerstin Gier
Endlich wieder Neues im Jugendbuch von Kerstin Gier! Was ich an dieser Autorin schätze? Ihren Humor, der so ganz auf meiner Wellenlänge liegt. Und auch davon findet sich in „Silber“ eine ganze Menge. Spannender Plot, Figuren mit denen man gerne mal ein Eis essen gehen würde, eine Prise Grusel und Geheimnis – die bewährte Gier-Mischung funktioniert wieder. Und ich freue mich über tollen Schmökerstoff für meine jugendlichen Leserinnen.
Vergiss den Sommer nicht – Morgan Matson
Bitte, tut euren Teenie-Mädchen einen Gefallen. Besorgt dieses Buch für euren Sommerurlaub. Und gebt den Mädels gleich noch eine Packung Taschentücher mit und wenn ihr das Buch abends aus der Strandtasche fischt, um selbst mal reinzulesen, wundert euch nicht, wenn ihr gegen 4 Uhr morgens mit den Tränen kämpfend, immer noch lesend auf dem Sofa eures Ferienhauses sitzt. Aber es wäre zuwenig gesagt, wenn man das Buch nur auf seine traurigen Ereignisse reduziert. Es ist eine besondere Familiengeschichte, in der lange nicht alles ausgesprochen wird, in der schlimmes passieren muss, bevor sich etwas verändert. In der es um Schuld, um Trauer, um Treue und Beständigkeit geht, um Freundschaften und Annäherung innerhalb einer fremd gewordenen Familie. Und doch ist es von zarter Schönheit, ohne dass Zuckerguss über die Ereignisse gegossen wird. Ach, ich wünsche diesem Jugendbuch soviele Leser!
Über ein Mädchen – Joanne Horniman
Eine zarte Liebesgeschichte zweier junger Frauen, beide auf der Schwelle zu einem ganz eigenen Leben. Die sich begegnen, sich öffnen und doch immer wieder voneinander wegdriften. Leise Melancholie zieht sich durch das Buch, Gitarrenklänge und Stapel voller Bücher, eine Teekanne mit Namen und die Erkenntnis, dass man wieder aufstehen muss, auch wenn man tief fällt.
Bartimäus und der Ring des Salomo – Jonathan Stroud
Ich war sehr skeptisch. Die Lektüre der Bartimäus-Trilogie ist schon einige Jahre her, andere Bücher von Stroud hatten mich lange nicht mehr so begeistert. Und überhaupt: würde ich wieder reinkommen? Nach den ersten Seiten hatte sich meine Sorge verflüchtigt, denn die Geschichte spielt zeitlich noch vor der Trilogie und somit gibt es keine Erinnerungs-Problematik ;-) Und ansonsten: Bartimäus wie er leibt und lebt, besserwisserisch, eingebildet und man muss ihn einfach lieben! Ich habe mich wieder bestens amüsiert über dieses Unikum in der Welt der Dschinn…