Nominiert für den deutschen Jugendliteraturpreis 2011, spielt in Australien, erschienen bei Gerstenberg – sprich, ich musste es haben. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht! Was mir an diesem Querschnitt aus dem Leben von 13 Jugendlichen die in der gleichen Kleinstadt aufwachsen so gut gefiel war das es verdammt ehrlich wirkte. Manche Einblicke waren miteinander verwoben, manche Handlungsfäden wurden auch nicht aufgeklärt. So entsteht aber ein ganz besonderes Geflecht einer Erzählung darüber, wie schwierig, großartig und spannend es sein kann, in der heutigen Zeit erwachsen zu werden. Speziell der Aspekt des „Es ist nicht alles unbedingt so, wie es scheint“ und das der erste Eindruck oft doch täuschen kann, ist meisterhaft eingefangen.
Schlagwort: Jugendbuch
Emerald: Die Chroniken von Anbeginn – John Stephens
Hier finden wir einen Auftakt zu einer neuen Fantasy-Trilogie. Insgesamt macht der Band schon Lust auf mehr, wartet mit fantasievollen Ideen und sympathischen Charakteren auf. Allerdings ist er auch sehr vollgepackt – ich frage mich, was in den nächsten Bänden noch alles kommen soll, passiert doch hier schon extrem viel. Trotzdem: spannend, süffig geschrieben – für Fantasy-Fans einen Blick wert!
Die Ameisenkolonie – Jenny Valentine
Wieder hat Jenny Valentine es geschafft: sie hat ein Händchen für Figuren die einem nahegehen, die einem noch lange nach dem Buch im Gedächtnis bleiben. Diese Autorin ist fürs Jugendbuch eine große Bereicherung, sie erzählt Geschichten mit Seele die man einfach lieben muss. Man hat das Gefühl, das sie den 17jährigen Sam und die 10jährige Bohemia, die in diesem Buch unter widrigen Umständen aufeinandertreffen einfach nur begleitet – auf ihrem Weg, ihr Leben zu meistern. Da sind keine moralischen Vorhaltungen, da entsteht kein Vorstadtidyll – bei Jenny Valentine wird einfach gelebt – in jeglichen Facetten!
Life sucks oder Wie ich Miss Mabel entführte – Nathale Ghent
Sie könnten nicht unterschiedlicher sein: die alte Miss Mabel und Sioux, jung, genervt vom Leben und generell erstmal dagegen. Und doch kreuzen sich ihre Wege, Miss Mabel sieht in Sioux ihre verschollene Tochter Marie…eine ungewöhnliche Freundschaft nimmt ihren Lauf – manchmal muss man verrückte Dinge tun um zu spüren, das man lebt. Ein nettes Jugendbuch ab 13.
Nicht weit vom Stamm – Oliver Uschmann
Bekanntermaßen bin ich großer Oliver Uschmann Fan und war schon von „Das Gegenteil von oben“ seinem ersten Ausflug ins Jugendbuch sehr angetan. Mit „Nicht weit vom Stamm“ hat er das für mich aber nochmal deutlich übertroffen. Ich glaube dieser Mann geht mit absolut offenen Kanälen durchs Leben und zieht aus jedem noch so kleinen Ereignis Inspiration. Dieser Roman ist nur so gespickt mit tollen Ideen, noch dazu spannend, nimmt kein Blatt vor den Mund und macht auch nicht vor schwierigen Themen Halt.
Ich hätte sowas als Jugendlich unglaublich gerne gelesen, mir gefällt das Sven, der hier die Hauptfigur ist zwar seinen Weg findet, das aber kein bisschen gradlinig tut – Abstürze, Besäufnisse und Enttäuschungen sind hier an der Tagesordnung. Noch dazu rechnet Uschmann durchaus offen mit so einigen gesellschaftlichen Phänomenen ab. Und doch merkt man: das aus Sven etwas wird, liegt dem Autor am Herzen und er schreibt diesen Roman mit soviel Rumms und Glauben an Sven das ich beim Lesen einfach nur begeistert war. Daumen hoch!
Cassia & Ky: Die Auswahl – Ally Condie
Dieses Buch habe ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen: es ist absolut fesselnd geschrieben, besitzt alles was eine packende Jugendbuch-Dystopie braucht: eine andere Welt, die erstmal fremd aber doch erschreckend real wirkt, eine mutige Heldin und eine Liebesgeschichte. Doch am wichtigsten: Fehler im System…man kann schwerlich aufhören zu lesen und Condie hat mich definitiv am Haken – ich will wissen wie es weitergeht, finde das die nächsten Bände noch viel Potential haben und freue mich sehr darauf zu erfahren wie es weitergeht mit Cassia und Ky – und dem System … Ganz sicher eine Empfehlung fürs Jugendbuch, wer Himmel&Hölle, Tribute von Panem oder Numbers mochte sollte hier unbedingt zugreifen!
Smaragdgrün: Liebe geht durch alle Zeiten – Kerstin Gier
Nachdem ich die ersten beiden Bände der Liebe geht durch alle Zeiten-Trilogie verschlungen habe, wartete ich genauso wie zig andere Fans auf den dritten Teil. Und wieder brennt Gier ein Feuerwerk an coolen Sprüchen, schrägen Ereignissen, Fettnäpfchen für unsere Hauptfigur und Spannungsmomenten ab. Vielleicht wirkte der dritte Teil auf mich etwas blasser, weil längere Zeit zwischen dem Lesen der vorigen Bände lag, eventuell sind aber auch einfach die Wirrungen um Gwendolyn und Gideon ein bisschen zu offensichtlich. Aber gut, ist jammern auf hohem Niveau, der Band war ebenso schnell gelesen wie seine Vorgänger und die ganze Reihe empfehle ich oft und gern, weil sie einfach mal etwas aus dem Rahmen fällt – positiv!
No & Ich – Delphine de Vigan
Was für ein außergewöhnliches Buch. Sprache: toll! Handlung: toll! Gedanken darin: toll! Eine Lektüre die einen nachdenklich stimmt, bewegt und ergreift. Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen No, einer obdachlosen jungen Frau und Lou, einer hochbegabten Jugendlichen auf der Suche nach sich selbst ist mir ein Lieblingsbuch geworden. Vorallem weil dieses Buch kein Märchen erzählt, sondern einfach das Leben wie es manchmal so spielt beschreibt. In allen Facetten, lebenshungrig, traurig und mit einem Silberschweif am Horizont. Unbedingt lesenswert!
So oder so ist das Leben – Marie-Aude Murail
Murail hat eine ganz eigene Art Jugendbücher zu schreiben – leichtfüßig aber nie banal. Hier wagt sie sich an das schwierige Thema einer ungewollten Schwangerschaft mit 17. Aber nur allein dieses Thema würde den Roman nur unzureichend beschreiben. Der Umgang mit dieser Schwangerschaft, eine Familie die aneinander vorbei lebt und sich schon lange nichts mehr sagen hat und zwei sehr gegensätzliche Ärzte komplettieren das Bild. Ein bisschen ratlos lässt mich das Buch zurück, es wartet zwar mit einer Lösung auf, lässt aber doch sovieles offen. Als Diskussionsstoff für die Schule durchaus geeignet, hat es doch viel Zündstoff, als Jugendbuch lässt es mich doch leise enttäuscht zurück, was aber auch an einer etwas konträren Meinung zum Thema liegen kann.
Wenn Du stirbst zieht dein ganzes Leben an Dir vorbei, sagen sie – Lauren Oliver
Bei diesem Buch hat mich zuerst der Titel und die tolle Covergestaltung angesprochen….ich glaube ich habe einfach ein bisschen was anderes erwartet, mehr Philosophie, mehr tiefere Fragen über Leben und Sterben. Oliver erzählt die Geschichte im Leben eines jungen Mädchens einem einzigen Tag, der immer wieder seinen Lauf nimmt. Obwohl erzählerisch durchaus eine Kunst, die gleiche Geschichte so oft zu erzählen und immer wieder neue Facetten einzubauen, hat es mich einfach nicht mitgerissen. Die Figuren blieben für mich unnahbar, die Hauptperson über weite Strecken unsympathisch – viele waren zwar durchaus realistisch gezeichnet, mich verband aber wenig mit diesen Jugendlichen. Die Idee durch wenige Änderungen im Verhalten auch dem Leben einen anderen Verlauf zu geben ist zwar gut – mir hat die Umsetzung nicht gefallen.