Traurig-schönes Jugendbuch mit schweren Entscheidungen, Freundschaft und Liebe.
Schlagwort: Freundschaft
Alles, was ich bin – Anna Funder
Ich versuche, meine Worte mit Bedacht zu wählen. Denn ich habe hier beileibe kein Buch vor mir liegen, welches mich nicht interessiert hätte. Und doch tat ich mich schwer. Was sicherlich nicht am Schicksal der Figuren lag: jeder einzelne Mensch, der soviel erleiden und durchstehen musste, hat verdient, dass seine Geschichte erzählt wird, seine Stimme gehört wird. Vielleicht hätte mich der Text als Sachbuch mehr angesprochen (die Autorin hatte mit „Stasiland“ bisher ja auch als Sachbuchautorin Erfolg), als Roman empfand ich ihn teilweise etwas sperrig, er lief nicht rund. Möglicherweise lag hier die Schwierigkeit, denn sie arbeitete sowohl mit der wahren Begebenheit und Quellen, als auch mit Fiktion um die Lücken zu füllen.
Bäume reisen nachts – Aude Le Corff
Französische Romane haben für mich ganz häufig einen bestimmten Klang, eine spezielle Art von Charme. Auch hier verspürte ich dieses Flair, was leider im Verlauf des Romanes deutlich abnahm. Was eigentlich eine Geschichte über Freundschaft hätte werden sollen, zerfasert, wird blasser. Trotzdem nett zu lesen.
Ostende: 1936, Sommer der Freundschaft – Volker Weidermann
Wem kann man dieses Buch schenken? Leserinnen und Lesern, die sich für Geschichte interessieren. Für Literatur. Für historischen Kontext. Für das Exil. Für menschliche Schicksale. Für Freundschaften. Für das Schreiben. Kurzum: es liest und verschenkt sich hervorragend – macht ausgiebig Gebrauch davon ;-)
Die Wahrheit, wie Delly sie sieht – Katherine Hannigan
Dieses Buch ist delly-tastisch! Was für ein Kleinod im Jugendbuch. Delly ist mir sofort ans Herz gewachsen, ihre Art die die Welt zu sehen, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen und ihre ganz eigenen Delly-Wortschöpfungen…all das macht dieses Buch zu etwas Besonderem. Und auch als es ernst wird, umschifft Delly die Klippen auf ihre Weise. Ja, das ist etwas für eure Wunschliste!
Die Verlobungen – J. Courtney Sullivan
Einer meiner absoluten Lieblinge im Frühjahrsprogramm. Vier unterschiedliche Zeitepochen, vier unterschiedliche Lebensentwürfe, vier unterschiedliche Arten von Liebe. Und immer wieder die Frage – was ist Liebe, wozu dient die Ehe? Was ist Erfolg? Und wofür leben wir? Mitreissend geschrieben, toll zu lesen, definitiv eine Autorin die man im Auge behalten sollte!
Zweier ohne – Dirk Kurbjuweit
Eine Empfehlung meiner Kollegin, ein wenig verglich sie das Buch mit „tschick“, rein von der Stimmung her. So richtig gefunkt hat es bei mir nicht – es ist ein ruhiges Buch, manchmal fast schon zu langsam für mich. Die Sorgen und Gedanken der jungen Protagonisten erreichten mich nicht, verloren sich auf halber Strecke. Und doch: wenn meine Kollegin das Buch empfiehlt, höre ich jedes Mal wieder gerne zu.
Das Rosie-Projekt – Graeme Simsion
Etwas zwiespältig. Eigentlich trifft es genau meinen Humor: „Nerd“ Don trifft auf weiblichen „Nerd“ Rosie und mit etwas Witz und Verwicklung entfaltet sich eine romantische Geschichte. Woher also der Zwiespalt? Don hat das Asperger-Syndrom. Und ich frage mich, und zwar genau deshalb, weil ich Respekt vor dieser Diagnose habe, ob ich seine Verhaltensweisen, die er ja im Endeffekt seiner Krankheit zu verdanken hat, so witzig finden kann, wie sie hier dargestellt werden? Denn auch wenn er seine Grenzen ausdehnt, so ist es für ihn ja doch von gewisser Wichtigkeit, dass Abläufe passen und stimmen – daran wird ein anderer Mensch nur in geringen Maßen etwas ändern können. Solche „Umkrempel“-Geschichten hinterlassen bei mir immer ein leicht schales Gefühl.
Es wird keine Helden geben – Anna Seidl
In Anbetracht des zarten Alters der Autorin, hat sie da ein ganz ordentliches Debüt vorgelegt. Ihre Sicht eines Amoklaufes und der Zeit danach war eindringlich geschildert und hat mich besonders beeindruckt, weil ihre Hauptfigur im Laufe des Buches eine Wandlung durchmacht, die sie mich immer besser verstehen ließ. Mal schauen, was von dieser jungen Frau noch kommt.
Die Pilgerjahre des farblosen Herr Tazaki – Haruki Murakami
Haruki Murakami ist ein besonderer Autor. Seit zehn Jahren ist er die Antwort auf die Frage nach meinem Lieblingsautor – diesen Sonderstatus wird er wohl immer haben. Gerade ist sein neuer Roman erschienen. Im Versuch, dieses wirklich wundervolle Buch beschreiben zu wollen, fehlen mir fast die Worte – aber nur fast. Ein dichtes, atmosphärisches Buch, welches mir mit eindrucksvollen Figuren und Gefühlen ein ganz außergewöhnliches Leseerlebnis bereitet hat. In seiner feinen und unnachahmlichen Art erzählt uns Murakami eine Geschichte von Freundschaft, Verletzungen und Schatten der Vergangenheit. Wer Haruki Murakami bisher noch nicht kannte, sollte sich auf diese Reise machen um einen der größten Autoren unserer Zeit kennenzulernen.