Familienalbum – Jools Oliver

Ein pinkes Buch, noch dazu von einer sympathischen Frau geschrieben die zufällig mit Jamie Oliver verheiratet ist. Jools beschreibt dort die Zeit ihrer zwei Schwangerschaften und das Leben zu dritt, bzw. zu viert. Das Buch war toll geschrieben, sehr lebensnah und ehrlich, nicht „perfekt“ und unecht. Die Olivers wirken wie eine klasse Familie mit den üblichen Sorgen und Nöten, die das Leben aber so nehmen wie es kommt. Ich hatte großen Spaß mit dem Buch, was vorallem auch daran liegt, das man das Gefühl hat, Jools Oliver nach den ersten Seiten zu kennen und das sie über sich selbst und so einigen Unsinn, den sie während der Schwangerschaft anstellt, lachen kann. Bin sehr positiv überrascht, oftmals sind die Bücher der „Stars“ ja doch eher seicht – dieses hier nicht!

Der Koch – Martin Suter

Mal wieder ein Geniestreich von Suter – ich bin hingerissen und begeistert. Dieses Buch war viel zu schnell gelesen, zum Schluss hin dachte ich: Mensch, da könnten doch ruhig noch 100 Seiten kommen…oder auch 300…es hätte mich nicht gestört. Wie der Titel schon vermuten lässt, dreht sich diesmal alles um einen Koch. Nur das dieser leider als Küchenhilfe schuftet, weil sein wahres Talent in der Schweiz nicht erkannt wird – dort ist er in der langen Hierachie der Küche als Einwanderer ganz unten. Suter vermischt meisterhaft Rezepte und sinnliche Beschreibungen des Kochens mit der Weltwirtschaftskrise, der unhaltbaren Situation in Sri Lanka und einigen ganz persönlichen Schicksalen im Kreise der Menschen rund um „den Koch“… eine ungewöhnliche Geschäftsidee und der gewohnte Witz von Suter runden das Menü zu einem 5-Sterne Buch ab…!

Erscheint im Februar 2010

House of Night: Gezeichnet – P.C. Cast/Kristin Cast

Schon lange bevor das Leseexemplar eintraf, wurde hier die Werbetrommel gerührt – der einzig wahre Bis(s)-Nachfolger, DIE Vampirserie überhaupt – verständlich das die Erwartungen dementsprechend hoch gesteckt waren – ist die Reihe doch in den USA ein absoluter Renner.

Wie gewohnt halte ich mich nicht mit den großen Inhaltsangaben auf, die kann man überall zur Genüge nachlesen. Mein Eindruck ist: Internatsgeschichte (ob nun Harry Potter oder Hanni und Nanni..;-)) trifft Biss, trifft amerikanische Klischees und tiefere Wurzeln in Indiandertradition und nicht zuletzt natürlich: Vampirgeschichte.

Was mir so gut gefällt – das Buch macht einem nichts vor, das es nicht ist. Es ist keine hohe Literatur, es lässt sich leicht weglesen, auch durch das sehr gewollte „jugendliche“, es macht definitiv viele Anleihen bei den großen dieses Genres. Das Mutter-Tochter-Gespann kann man durchweg erkennen – aber hey – es ist spannend, mitreissend und es vermischt alles schon dagewesene mit einer neuen Idee (eine große Faszination ist für mich dabei durchaus die äußere Gestaltung, die auch im Buch eine Rolle spielt) . Ich fühlte mich einfach gut unterhalten und statt nur zu schmachten, hat die Story definitiv Potential, die Charaktere werden soweit angerissen, das man sich auf die nächsten Bände stürzen möchte.

Und für mich fast der größte Vorteil und Hauptgrund, das ich das Buch gut bewerte – die Heldin hat was im Kopf und wirkt durchweg sympathisch. Weiter so, Zoey!

Es wird mir fehlen, das Leben – Ruth Picardie

Zu diesem Buch kann ich eigentlich nur sagen, das es mich sehr tief berührt hat. Ruth Picardie war Journalistin, frischgebackene Mutter von Zwillingen und hatte eine so wunderbare Schreibe. Sie nahm den Kampf gegen den Krebs an, schrieb gegen ihn an, schrieb über das Leben mit ihm und die Angst vorm Sterben und das ganze so entwaffnend ehrlich, so berührend, das ich das ganze Buch über immer wieder Tränen wegwischen musste. In diesem Buch sind ihre Kolumnen und viele Mails und Briefe versammelt, die sie in dieser Zeit schrieb. Das Buch hat mich bewegt und ist etwas, was ich immer wieder aus dem Schrank holen werde…

Die Hüter der Rose – Rebecca Gablé

Nachdem ich das Jahr mit „Das Lächeln der Fortuna“ begann, erschien es mir nur logisch, es auch mit einer Gablé zu beenden – der Fortsetzung der Waringham-Trilogie nämlich. Hatte mir der erste Teil schon gut gefallen und mich durchaus vom historischen Roman überzeugt, so hat es dieser zweite Teil ehrlich gesagt noch viel besser geschafft. Die Hauptfigur war mir von Anfang an sympathisch, die Nebenfiguren und Akteure, rund um die Waringhams waren so bunt, so vielfältig aufgebaut, das es eine reine Freude war. Für mich, die sich in englischer Geschichte nicht so gut auskennt, kamen die Wendungen auch immer wieder sehr überraschen *hüstel*. Ich fühlte mich extrem gut unterhalten und der sehr dicke Wälzer hielt nur lange vor, weil ich in der Weihnachtszeit immer wenig Lesezeit habe…ich kann und werde Gablé also weiterhin empfehlen und freue mich jetzt schon auf den dritten Teil der Waringhams…

Was mich so fasziniert ist: trotz sehr vieler Namen und komplizierten Handlungssträngen verliert Gablé nicht einmal den Faden, ich musste das Personenregister nur 2 mal benutzen. Das sich im Leben die Hochs und Tiefs die Hand geben und sich auch durchaus wiederholen, ist auch hier nicht anders – aber so gut geschildert, das es einem vorkommt, wie eine lange Reise, mit liebgewonnenen Figuren. Und am Ende der Reise schaut man wehmütig auf das Buch in seiner Hand und fragt sich: Wie wird es wohl weitergehen..?

Frau Gablé, falls Sie dies übrigens irgendwann mal lesen sollten: ihr treuester Fan, der mich und viele, viele andere in unserer Lesegruppe erst dazu brachte, etwas von Ihnen zu lesen, ist Karolin aus Berlin…

24 Adventsgeschichten – Katharina Braun (Hrsg.)

Ich war, wie jedes Jahr, auf der Suche nach einem neuen Adventskalender. In diesem wunderschönen Buch vom Boje Verlag wurde ich fündig. Die Aufmachung ist schön, die einzelnen Geschichten können „geöffnet“ werden, indem man das Papier an der vorgesehenen Stelle aufritzt – wäre für mich als Kind sicher noch ein Extra-Bonus. Fast alle Geschichten haben mir wirklich gut gefallen – sie ranken sich quer um Weihnachten, gute Taten, Familie, Geschwister, Schulaufführungen und ein bisschen Fantastisches oder auch „Weihnachtswunder“. Nur wenige Geschichten sagten mir nicht ganz so sehr zu, was bei 24 Geschichten von unterschiedlichen Autoren aber auch völlig okay ist. Mich hat das Buch jedenfalls toll durch die Adventszeit bis zum Heiligen Abend geleitet und es wird einen Platz im Buchregal bekommen – der nächste Dezember kommt bestimmt…eine Geschichte hat es bei uns unter den Tannenbaum geschafft und wurde von der gesammelten Familie (21-88) gut aufgenommen…;-)

Viertel nach Handgelenk – Pippin Wigglesworth

Abgesehen vom Autorennamen und dem wirklich guten Titel, ist es schwer etwas wirklich gutes über diesen Roman zu sagen ausser: wer wissen will, wie man möglichst viel saufen, Drogen konsumieren, heftig abstürzen kann und keinen Plan haben kann, der ist hier richtig. Man muss ihm zu Gute halten, das ganze doch auf erquickliche Länge gestreckt zu haben und wenigstens zum Schluss hin einen kleinen Silberstreif überzulassen. Moral von der Geschicht: irgendwann kommen die Leute im weissen Kittel ja doch…

Spiegel das Kätzchen – Gottfried Keller

Ein tolles Märchen von Gottfried Keller, über Spiegel, den klugen Kater, der dem Hexenmeister Pineiß ein Schnippchen schlägt. Für jeden Märchenfan ein Genuß und für alle Fans von Walter Moers ein Muß – Das Anagramm von Gofid Letterkiel entstammt nicht von ungefähr – Der Roman „Der Schrecksenmeister“ fußt auf eben diesem Märchen. Macht einfach Spaß!