An jedem neuen Morgen – Roger Rosenblatt

Ein schmales Büchlein, keine Fiktion sondern ein Erfahrungsbericht, eines Vaters, der nicht nur seine Tochter verliert, sondern durch ihren Tod, zusammen mit seiner Frau als Großeltern für die drei noch sehr jungen Enkelkinder mehr als nur da ist. Die beiden ziehen bei der Familie ein und versuchen, trotz Trauer, ein unkonventionelles Familienleben zu meistern. Was an diesem Buch heraussticht, ist eine gewisse Sachlichkeit, es sind Momentaufnahmen, Anekdoten, die alle von einem großen Zusammenhalt und einer engen Familienbeziehung zeugen. In diesen Seiten findet sich auch Trauer, meist unausgesprochen, zwischen den Zeilen. Diese Familie entschliesst sich, dass es weitergehen muss, mit einem ungeheuren Willen, manchmal hat mich das ein wenig irritiert, wünschte ich mir, dass mehr miteinander gesprochen würde, aber Trauer ist so vielfältig, dass ich mir da kein Urteil erlauben möchte.

Mini-Shopaholic – Sophie Kinsella

Ich muss gestehen, ein bisschen sentimental wurde ich jetzt doch, so mit dem letzten Band der Reihe. Dafür hat Kinsella aber auch ein schönes Feuerwerk abgebrannt, alle liebgewonnenen Figuren auftreten lassen und einen schönen Abschluss gefunden. Ich weiss nicht, wieviel ich noch von Kinsella lesen werde, aber Becky B. ist eine Persönlichkeit, die man so leicht nicht vergisst und durch die ich endlich wieder motiviert war, mehr im Original zu lesen.

Wie keiner sonst – Jonas T. Bengtsson

Der Kein&Aber Verlag hat ein gutes Händchen, was ungewöhnliche Bücher und Autoren angeht, das zeigt sich auch hier wieder. Den ersten Teil des Buches habe ich begeistert gelesen – die Kindersicht rührt an, ergibt eine spannende Perspektive. Für mich verliert sich dieser Zauber leider im zweiten Teil, als der Junge erwachsen wird. Dem ersten Teil habe ich noch mit gutem Gewissen ein „wirklich gut“ verliehen, der zweite Teil war für mich nur noch „gut“. Bei solchen Büchern finde ich es unheimlich schwer, einen Leseeindruck zu verfassen, weil meist der schwächere Teil dann i der Erinnerung schwerer wiegt, obwohl man ja vom starken Teil angetan war…ein echtes Dilemma.

Peace Food – Rüdiger Dahlke

Grundsätzlich war dieses Sachbuch interessant zu lesen, die ein oder andere Erkenntnis über Ernährung und Lebenmittel auch wirklich erhellend. Was mir das Lesen allerdings ordentlich verleidet hat, waren so der ein oder andere stark esoterische Anklang, einige wirklich völlig subjektive Anschuldigungen, moralische Keulen und auch ein Stil, bei dem ich mich fragte, wie ich dieses Buch ernst nehmen soll. Teilweise wirkte es wie ein Ausatz, in dem Schlussfolgerungen nach dem Prinzip „Habe mir viele Gedanken darum gemacht, also ist das so!“ geschrieben wurden! Ärgerlich, weil der Grundgedanke des Buches gut ist und ich ganz vieles, auch durch weitere Lektüre auch durchaus als richtig emfinde. Die Darstellung und Präsentation schafft es aber für mich, sich da selbst einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Alle meine Wünsche – Grégoire Delacourt

Dieses Buch hatte ich auf der Buchmesse in der Hand, das Cover zog mich gleich an. Längere Zeit blieb es dann aber vergessen, bis ich es im Regal einer Freundin erspähte, die es mir auslieh und fast zeitgleich eine hymnische Rezension las. Leider kann ich mich dieser nicht vollumfänglich anschliessen: die Geschichte hatte mich einfach nicht so sehr gepackt, irgendwo blieb ein schaler Nachgeschmack. Ich merke immer wieder, dass ich dieses Gefühl öfter bei französischen Autoren habe…daher – Geschmackssache, wie so oft.

Die Scanner – Robert M. Sonntag

Eine Dystopie im Jugendbuch, die erschreckend realistisch wirkt und durchaus vorstellbar. Sie verzichtet auf rasante Action-Szenen, die Bedrohlichkeit zeigt sich für den Leser schon im „normalen“ Alltag. An Orwells 1984 & Farenheit 451 angelehnt, für Jugendliche aufbereitet, spannend zu lesen – und mir als erwachsenem Leser stellt sich mit leisem Rückenkribbeln die Frage – was wird wohl in 50 Jahren sein?

Morgen vielleicht – Jessica Soffer

Liebe geht durch den Magen, so heisst es. Lorca wünscht sich eigentlich nichts mehr, als von ihrer Mutter, einer begnadeten Köchin wahrgenommen zu werden. Ein Lieblingsgericht der Mutter, an einem besonderen Ort genossen, scheint die Lösung zu sein. Dieser Roman ist vielschichtig und viel weniger vorhersehbar, als ich es zu Anfang erwartete. Denn ausser Lorca begegnen wir auch noch Victoria, deren Leben sich gerade im Aufuhr befindet. Kochen, Einsamkeit und Sehnsucht nach Liebe – eine Familientragödie, ein Buch über die Leidenschaft beim Kochen, ein New York Roman – dieses Buch hat wunderbar viel zu bieten!

Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims – Annabel Pitcher

Ehrlich gestanden habe ich mir von diesem Buch mehr erwartet. Das Cover, der Titel, eigentlich alles sprach für ein Jugendbuch nach meinem Geschmack. Warum es nicht gepasst hat? Ich kann den Finger leider nicht genau darauflegen, aber während des Lesens merkte ich: das kommt nicht an mich ran (dabei werde ich es belassen, weil ich dem Leser sonst zuviel vorweg nehmen würde, wenn ich genauer auf bestimmte Stellen eingehe). Insbesondere schade finde ich das, weil eine liebe Freundin dieses Buch sehr mochte und wir häufig den gleichen Lesegeschmack haben.