Leichte Turbulenzen bei erhöhter Strömungsgeschwindigkeit – Maggie Shipstead

Hier wurde ich nicht recht warm mit den Personen, die diese Geschichte bevölkern. Bei niemandem konnte ich mich wiederfinden, bei allen erzeugte die Lektüre eher eine grundlegende Antipathie. Die Oberflächlichkeit dieser Hochzeitsgesellschaft wurde insofern eindrucksvoll portraitiert, allerdings fehlte mir der rote Faden, das Buch zerfaserte für mich zu sehr. So richtig glücklich bin ich nicht mehr geworden beim Lesen, aber es war trotzdem nett für zwischendurch.

Sheila Levine ist tot und lebt in New York – Gail Parent

Eine kleine Zeitreise, die sehr slapstickartig beginnt, mit jüdischem Witz und Galgenhumor. Das Buch schlägt aber auch ernsthaftere Töne an und verliert ein wenig die Rasanz des Beginns, gewinnt dadurch aber nochmal an Tiefe. Eine ganz eigene Welt – die Welt von Sheila Levine. Begleiten wir sie ein Stück… denn der Weg lohnt!

Eine undankbare Frau – Karin Fossum

Kommissar Sejer ist zurück in meinem Leben! Ich weiss garnicht genau, warum ich eine so lange Pause gemacht habe, ich mag die Krimis von Fossum unheimlich gerne. Ihr Kommissar ist mir ans Herz gewachsen, ihre Bücher sind echte Kriminalromane, mit der Betonung auf Roman – denn hier stehen die Menschen im Vordergrund, während ihre Taten sich im Hintergrund langsam aufklären. Und es ist ein Krimi, der die ersten 200 Seiten ohne Mord auskommt, wenn das mal nicht neugierig macht ;-)

 

Violas bewegtes Leben – Adriana Trigiani

Hier hatte ich mir recht viel erwartet: Hanser Verlag, ein sehr schönes Taschenbuchcover, die ersten Seiten in einem netten Ton gehalten. Am Ende blieb es eine Internats-Freundschafts-Erste-Liebe-Geschichte, die ein bisschen durch die Anmerkungen zum Filmen aufgewartet wurde, ansonsten aber sehr pädagogisch-wertvoll anmutete: die Freundschaften, das Verhältnis zu den Eltern und der Umgebung, alles wurde ganz offen und ehrlich (man könnte auch sagen: gestelzt und unauthentisch) ausdiskutiert, durchreflektiert und das ganze wieder und wieder – anstrengend. Schade, denn das hat mir den Spaß am Lesen eher vergällt.

Herr und Frau Hase: Die Superdetektive – Polly Horvath

Schräg, Schräger – Polly Horvath. Wer wirklich das „ganz andere“ Kinderbuch sucht, ist hier definitiv richtig. Allerdings wurden selbst mir ab und an die sprudelnden Einfälle der Autorin etwas zuviel – ich habe mich zwar bestens amüsiert, habe mich aber doch gefragt, ob Kinder hier einfach die Fantasie und herrlich andere Welt genießen beim Lesen oder doch eher etwas verwirrt werden. Würde ich nur geübten Lesern empfehlen.

Stella Menzel und der goldene Faden – Holly-Jane Rahlens

Das ist ein Buch, mit dem man sich, zusammen mit seinen Kindern hinsetzen möchte und es immer und immer wieder vorlesen möchte. Am besten natürlich, unter einer mitternachtsblauen Decke mit silbernen Sternen, zusammengehalten von goldenem Faden… Fast ist es mir, als würde ich die Stimme von Stellas Großmutter hören, wie sie Stella immer wieder die Geschichte dieses besonderen Stoffes erzählt, die so viel früher begann: als Überwurf, als Tischdecke, als Vorhang, als Kuscheldecke, als Kleid…(aber ich will ja nicht alles verraten). Eine warme Familiengeschichte darüber, was wichtig ist und was bleibt. Und das auch aus dem kleinsten immer wieder etwas neues entstehen kann. Wunderschön!

2084: Noras Welt – Jostein Gaarder

Schwierige Kiste. Die Thematik: Hochaktuell. Umweltschutz, Ökosysteme, Tierschutz – alles wichtige, zukunftsbestimmende Themen. Die Idee, eben diese in einem Jugendbuch aufzugreifen, das auch durchaus Erwachsenen einen ersten Einstieg ins Thema ebnen könnte: goldrichtig! Die Umsetzung: für mich zu schwach. Die Sachthemen werden anschaulich erklärt, das ist dem Autor gelungen. Die Geschichte allerdings, die ja neugierig machen soll und zum Weiterlesen animieren – die ist mir zu schwach, das ist wirklich nur ein sehr dünnes Gerüst um eine Ansammlung von Fakten – es macht nicht neugierig, die Figuren bleiben blutleer, es reisst nicht mit. Unbefriedigend.