Ein wenig ausserhalb der Reihenfolge lese ich Jan Costins Wagners Krimis – nachdem ich seine ersten beiden und seinen aktuellen Krimi gelesen habe, hatte ich nun auch dringenden Nachholbedarf, vorallem, nachdem ich ihn als sympathischen Autor bei unserer Lesung kennenlernen dürfte. Nun also der dritte Krimi aus seiner Feder – und wieder zieht seine Figur Kimmo mich von Anfang an in einen Krimi der ungewohnten Art.
Autor: Sarah
Da draußen wartet die Welt – Nancy Grossman
Was ich dieser Autorin hoch anrechne, ist, dass sie es ihrer Figur, einem Amish-Mädchen nicht leichtgemacht hat. Als Leserin war ich nah am Geschehen und vorallem im Entscheidungsprozeß des jungen Mädchens voll involviert. Nicht nur, dass mir dieses Buch unheimlich viel erklärt und erzählt hat über das Leben der Amish, es hat mich auch einen Blick darauf werfen lassen, wie es ist, zwischen zwei Welten zu stehen, die beide für sich Vor- und Nachteile besitzen. Ein Jugendbuch, welches ich sehr gerne empfehle, weil es diese Prise „speziell“ besitzt, die den Leser nicht vom Haken lässt!
Die Erbin – John Grisham
Über 700 Seiten, ein etwas geruhsamer Krimi, fast eher ein Roman – eine Geschichte rund um Erbschaftsrecht hatte ich so noch nicht gelesen. Und dass es trotzdem spannend blieb, das ist eben Grisham-Handwerk. War prima zum Wegschmökern, vielleicht vorallem für Eher-Nicht-Krimi-Leser.
funny girl – Anthony McCarten
Wer kennt es nicht: man mag den Autor, mag seine vorherigen Veröffentlichungen und ist dann vielleicht übermäßig enttäuscht, wenn es mit dem neuen Werk nicht funken mag? So ging es mir leider hier: die Idee sprach mich an, die ersten Sätze und auch der zuweilen tiefschwarze Humor – aber leider versickerte für mich im Verlauf der Charme des Buches immer weiter, bis er nur noch leise vor sich hinplätscherte. Sehr schade!
Der Geschmack der Sehnsucht – Kim Thùy
Ein ganz zartes und einfühlsames Buch. Hervorgehoben durch die Worterklärungen der vietnamesischen Muttersprache am Rand jedes Kapitels, entfaltet sich eine Geschichte von Exil, von Liebe und von Identität.Hier trifft „Klein, aber fein“ voll zu!
Die Seltsamen – Stefan Bachmann
Für mich eines der stärksten Debüts innerhalb des Fantasy-Genres der letzten Jahre. Starke Charaktere, eine Atmosphäre, die man fast bis ins eigene Zimmer zu spüren meint, eine reizvolle Verknüfpung von Magie und Steampunk. Ich freue mich jedenfalls enorm auf die Fortsetzung und bin wirklich beeindruckt, ob des Alters Bachmanns. Es gibt einige Fantasy-Autoren, die, um das doppelte älter, nicht einen solchen Plot entwerfen können. Großes Lob!
Die Wahrheit und andere Lügen – Sascha Arango –
Der Plot sprach mich anfangs enorm an: auch die ersten Seiten versprachen einen angenehm durchkomponierten Krimi. Über die nächsten Kapitel verlor sich der erstmal gute Eindruck allerdings immer weiter, bis ich zum Schluss eher erleichtert war, das Buch zuklappen zu können. Im Nachgang las ich, dass der Autor sonst unter anderem für Fernsehproduktionen schreibt. Als Verfilmung könnte ich es mir besser vorstellen, als Buch bleibt es mir zu dürr, zu wenig.
Flut und Boden – Per Leo
Eine Familiengeschichte der ungewöhnlichen Art: zwei Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Einer, der Großvater des Autors war Abteilungsleiter im Rasse- und Siedlungshauptamt der SS. In dem Versuch, die Vergangenheit seiner Familie zu verstehen, breitet der Autor eine Geschichte vor uns aus, die sich in Wellen vorwärtsschlängelt – ein ganzer Familienkosmos, der von starken Sätzen und Atmosphäre lebt. Nicht umsonst war diese Neuerscheinung bereits für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.
Teufelsgrinsen – Annelie Wendberg
Für mich, als riesiger Sherlock-Holmes-Fan, ein Muss! Und Annelie Wendberg (die übrigens dieses Buch zuerst selbst veröffentlichte!) ist hier wirklich eine neue Annäherung an die ehrwürdige Figur Holmes gelungen – mit einer weiblichen Wissenschaftlerin im Herrenkostüm als Heldin. Packend, ein solider Kriminalfall und wir lernen eine ganz neue Seite an unserem Lieblingsdetektiv kennen. Dass die Autorin (selbst Umweltmikrobiologin) einiges aus ihrer Praxis einfliessen lässt, gibt dem Buch noch den letzten Schliff.
Heilige Mörderin – Keigo Higashino
Nach „Verdächtige Geliebte“ waren meine Erwartungen naturgemäß sehr hoch. Und Higashino hat sie, zum meinem großen Glück, nicht enttäuscht. Ein wenig anders setzt sich diesmal das Team zusammen, aber das war nur eine kurze Irritation. Die japanische Art zu ermitteln unterscheidet sich deutlich von jenen, die wir aus nordischen, deutschen oder amerikanischen Krimis kennen. Ein wenig Geduld muss man mitbringen, sich auf den Roman einlassen. Dann allerdings wird man belohnt, denn die Auflösung glich für mich einem echten Glanzstück – von langer Hand ermittelt und dargelegt. Chapeau!