Eine echte Herausforderung, dieses Buch. Konträr zu Glückskind und doch hat es eines damit gemein: Uhly versteht sich darauf, in jeder Geschichte die Gefühle der Menschen sehr genau zu erfassen. Ich habe lange für diesen Roman gebraucht, manchmal konnte ich das Leid und die Trauer, die über dieser Nachkriegszeit liegt schwer aushalten, zu unfassbar sind die Geschehnisse. Und doch ist es ein Roman, bei dem ich froh bin, dass ich ihn nicht vorschnell aus der Hand legte: denn er gibt der Vergangenheit eine Stimme, allen, die an ihr mitgewirkt haben, was sich manchmal schwer ertragen lässt und doch ist es so wichtig, davon zu erzählen. Uhly zeigt, wie die Geschehnisse bis in die heutige Zeit reichen, sich verästeln und immer noch nachwirken. Ein intensiver Roman, in dem wir den Autor von einer ganz neuen Seite kennenlernen. Uhly selbst sagt, es wäre ein Buch über das Leben. Ich kann nach der Lektüre sagen: es ist auch ein Buch vom “über-leben”.
Autor: Sarah
Das Haus der verschwundenen Kinder – Claire Legrand
Begann vielversprechend, zog sich für mich dann aber immer weiter in die Länge, viele Wiederholungen und wenig Bewegung innerhalb der Handlung. Habe es dann doch relativ oft weggelegt und am Ende erleichtert zugeklappt – ein schlechtes Zeichen…
Wir haben Raketen geangelt – Karen Köhler
Die Bienen – Laline Paull
Was für ein Gewimmel, man fühlt die Bienen geradezu auf einem herumkrabbeln und ich höre ein leises Summen beim Lesen. Ein Abenteuerroman, der unheimlich detailreich das Leben innerhalb eines Bienenstocks aus einer gänzlich neuen Perspektive begleitet: dem Blick einer Biene! Das Buch fällt schon durch seine auffallende Gestaltung aus der Reihe, noch dazu liest es sich bis auf einige kleine Längen wirklich spannend. Ein schöner Tipp für Liebhaber des Besonderen.
Arztroman – Kristof Magnusson
Ich habe beim Lesen mehrfach gedacht: Hut ab, Herr Magnusson! Als Autor aus der Sicht einer Frau zu schreiben ist nicht einfach und mißlingt oft. Hier ist aber das Gegenteil der Fall: ich fand die Gedankenwelt und die Themen der Protagonistin unheimlich passend dargestellt, man kam ihr nahe. Ihre Berufswahl als Notärztin eröffnete mir zudem noch eine ganz neue Welt, die ich so literarisch noch nicht betreten habe, und die sich so angenehm von den gängigen Romanberufen abhob. Mir hat das Buch ausnehmend gut gefallen und ich hoffe, dass es noch weite Kreise ziehen darf!
Räuberhände – Finn-Ole Heinrich
Was für ein feiner, kleiner Roman. Ein Sommer, eine Freundschaft, zwei junge Männer, die Suche nach sich, dem anderen, der Identität und der Gemeinsamkeit. Tolle Empfehlung!
Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat – Gavin Extence
Nett zu lesen, ich hatte etwas anderes erwartet und war dann ganz froh, dass es mich mehr ansprach als gedacht. Am Ende war ich allerdings nur gerührt und nicht hin und weg, gelesen habe ich es trotzdem gern.
Dr. Murkes gesammeltes Schweigen – Heinrich Böll
Bei einem Übernachtungsbesuch aus dem dortigen Bücherregal gezogen. Diese kleine Kurzgeschichtensammlung war schnell gelesen. Böll hat einfach ein ganz großes Talent für Kurzgeschichten, gerade die Titelgeschichte ist schlicht brilliant.
Eine Tonne für Frau Scholz – Sarah Schmidt
Hertzmann’s Coffee – Vanessa F. Fogel
Ich kann den Finger nicht genau darauf legen, warum mich dieser Roman nicht so mitgerissen hat, wie ich mir das gewünscht hätte. Er war nett zu lesen, zudem eine ausgezeichnete Gestaltung vom weissbooks Verlag. Aber trotz Humor und einer Thematik, die mich generell immer interessiert, ist der Funke nicht zu 100% übergesprungen.