Hanauer Kanon – Hrsg. Dieter Dausien

100 Hanauer wurden nach ihrem Lieblingsbuch gefragt – auch ich. Das erste Buch, was der Buchladen, in dem ich arbeite, herausgibt und ich stehe drin – ein wirklich wunderbares Gefühl. Neben der Bibel, Brüder Grimms Märchen, Harry Potter, Kinderbüchern, Krimis, Liebesgeschichten findet sich auch mein Herzensbuch: Kafka am Strand von Haruki Murakami. Das Projekt hat viel Zeit, Nerven und Kraft gekostet – aber der Stolz, dieses leinengebunde Buch am Ende in den Händen zu halten, über die Seiten zu fahren und die Lieblingsbücher aller zu entdecken, an diesem bunten Strauß Literatur zu schnuppern – unbezahlbar.

Von Männern, die keine Frauen haben – Haruki Murakami

Es reicht eigentlich völlig aus, wenn ich mich wiederhole und sage: Urlaub. Zeit. Ruhe. Murakami und ich, in einem Zimmer, eintauchen in seine Kurzgeschichten. Sie haben sich über die Jahre verändert, aber nicht zum Negativen. Sie sind dichter geworden, er probiert auch ein wenig mehr aus, geht neue Wege. Und doch sind diese Geschichten wie das Treffen von alten Bekannten. Ich bin verzaubert. Verliebt. Das wird sich nicht mehr ändern, in diesem Leben.

Hiob – Joseph Roth

Ein Klassiker, den ich unbedingt kennenlernen wollte, ist er doch eines des Lieblingsbücher einer ganz wunderbar belesenen Freundin von mir. Eigentlich hat sie bereits die perfekte Besprechung zum Buch verfasst, ich versuche es aber dennoch: es ist eine Geschichte über das Leben in harten Zeiten und das Unglück, was sich im unerwarteten Moment doch noch zum Glück wandeln kann. Es ist ein Einblick in eine jüdische Familie und ihren Umgang mit Schicksalsschlägen, in die Momente des Zweifelns und des fester Verwurzelns im Glauben.

Der Ozean am Ende der Straße – Neil Gaiman

Mein erster Gaiman und dank einigen Fans im Kunden und Freundeskreis waren meine Erwartungen hoch. Als ich das Nachwort las, wurde mir klarer, warum mich während des Lesens eine leise Enttäuschung beschlich. Gaiman entwickelte den Roman aus der ursprünglichen Idee einer Kurzgeschichte heraus, was für diese Szenerie auch vollkommen ausreichend gewesen wäre. Ich wurde nicht recht warm mit den Geschehnissen und wartete innerlich glaube ich schlicht auf „mehr“. Gaiman bekommt aber noch eine zweite Chance, denn sein Stil hat mir durchaus gefallen.

Aufstieg und Fall großer Mächte – Tom Rachman

Ach Herr Rachmann! Was machen Sie denn nur mit mir? Ich habe Ihren vorherigen Roman „Die Unperfekten“ sehr gemocht. Ich fing diesen hier an und dachte: was für ein wunderbarer Romananfang, ich war beglückt. Und dann … irgendwo in diesem Buch ergaben sich Brüche, es zog sich hin, ich legte es immer öfter bei Seite und war zum Schluss hin dann doch froh, es beendet zu haben. Es ist gut geschrieben, das ist keine Frage und es schliessen sich am Ende alle Kreise. Und doch bleibe ich als Leser zurück und war leise enttäuscht, weil der starke Anfang mit dem Rest des Buches nichts mehr gemein hatte, ja fast wirkte, als sei er eigentlich der Beginn einer ganz anderen Geschichte gewesen.

Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln – Christoph Peters

Ein ruhiges, sehr zartes Buch. Wer wie ich die japanische Langsamkeit mag, die Ruhe und die Rituale, der ist mit diesem Buch sehr gut bedient. Christoph Peters dürfte ich einmal nach einer Lesung kennenlernen und er erzählte von seinen Recherchen und seinem großen Interesse für Japan, weshalb klar war – das Buch muss ich lesen! Der Kulturclash zwischen dem japanischen Ofenbauer und der doch eher rustikalen Dorfgemeinschaft hat seine Schmunzelmomente, vorallem gefällt mir aber die absolute Konzentration auf das seltene Thema.

Since you’ve been gone – Morgan Matson

Wieder eine typische Morgan Matson – mit Leichtigkeit geschrieben und doch fühlt sie sich tief ein in das Leben eines jungen Mädchens, das seine beste Freundin von einem auf den anderen Tag verliert. Ihre Figuren entwickeln sich und man lebt ihre Enttäuschungen, ihre Verliebtheit und auch ihre Erkenntnisse einfach mit. Und für mich ein schönes Detail ihrer Bücher – hier findet sich wieder Musik in Form von Playlists – etwas, was mich jedesmal in Büchern erfreut.