Wer kennt sie nicht, diese kleine Rubrik in der Zeit mit obigem Titel. So wichtig in schweren Zeiten, sie entlockt uns ein Lächeln, macht nachdenklich. Das Schöne? Wir alle gestalten sie mit. Diesen kleinen Band habe ich immer wieder aufgeschlagen und lächend nach dem Lesen einiger dieser Miniaturen wieder zugeklappt. Für Menschen, die schon alles haben. Menschlichkeit, Freude, Wundern können und Leben – das alles in Buchform.
Autor: Sarah
Die beste Zeit unseres Lebens – Maeve Haran
Als ich als Buchhändlerinnenlehrling, als sogenannter „Stift“ anfing, zählte Maeve Haran, auch aufgrund der Sortierung unserer Dorfbibliothek zu einer meiner Lieblingsautorinnen. Ihr neuer Roman widmet sich der Generation 60+. Das Cover führt ein wenig in die Irre, leicht-lockere Sommerlektüre ist es nicht, die uns hier erwartet, allerdings kommt Haran leider auch nicht ohne eine Menge Klischees aus. Nett zu lesen – ja. Richtig begeistert – leider nein. Aus manchen Lesephasen wächst man wohl doch irgendwann heraus…
Das Ja-Wort – Elizabeth Gilbert
Ich würde jedem empfehlen, die Bekanntschaft von Elizabeth Gilbert zu machen, denn diese Frau ist fantastisch! Kreativ, intelligent, witzig und von einer Herzenswärme, die mich jedes Mal wieder umhaut. Ihr Podcast zu Big Magic, ihre Facebook-Seite, all das sind gute Orte um sie kennenzulernen. Diese Auseinandersetzung von ihr selbst mit der (eigenen) Ehe ist es eher weniger. Auch hier kommen viele der obigen Qualitäten zum Tragen, allerdings ist das Thema doch, trotz ihrer sorgfältigen Recherche und einer spannenden Auseinandersetzung, nicht unbedingt dazu geeignet, ein ganzes Buch füllen zu wollen. Ein längerer Artikel hätte mich hier eher bei der Stange gehalten, bzw. hätte für mich vollauf ausgereicht.
Zwölf mal Juli – Astrid Rosenfeld
Dieses schmale Büchlein enthält zwölf Miniaturen. Sie sind auch gelungen, haben einen ganz eigenen Zauber. Aber ich scheine nicht unbedingt der Mensch für Miniaturen zu sein… Juli schlüpft mir immer wieder durch die Finger, zurück auf die Seiten, ich komme ihr nicht so richtig nah und wir trennen uns voneinander, ohne dass wir uns wirklich berührt haben.
Und Du bist nicht zurückgekommen – Marceline Loridan-Ivens
Ein Buch mit dem ich nicht warm wurde. Eigentlich seltsam, denn die Thematik beschäftigt mich oft in meiner Lektüre, ich denke da nur an Perlmans „Tonspuren„. Loridan-Ivens verarbeitet hier den Verlust ihres Vaters im Konzentrationslager und schreibt in einem langen Brief über ihre Trauer. Und obwohl man dieses Leid kaum fassen kann, was hier passierte und bis heute Nachwirkungen hat – dieser Text konnte mich einfach nicht erreichen, die Briefform wirkte distanziert, was vielleicht in diesem Fall auch nicht anders zu lösen war.
Etwas tun. Etwas bewegen. Zusammen!
Warum ist es wichtig, sich an Aktionen wie #bloggerfuerfluechtlinge zu beteiligen und darüber zu schreiben? Jeder hat seine Gründe und je mehr wir darüber in den Dialog kommen, desto mehr kann bewegt werden. Jeder von uns wird bei den aktuellen Ereignissen mal das Gefühl gehabt haben, was er als einzelner denn überhaupt tun kann? Aber: Wir sind nicht allein. Wir sind viele! Und wir sind so gut vernetzt wie nie zuvor. Nutzen wir das!
Ich habe eine absolute Null-Toleranz-Grenze für Nazis und das nicht erst seit kurzem. Jegliche rechte Propaganda und rassistische Äußerung wird von mir abgelehnt. Und es ist so immens wichtig, immer und immer wieder dagegen anzuschreiben, aufzustehen und Stellung zu beziehen. Gerade jetzt kann jeder sich deutlich und klar positionieren. Tut es!
Wenn ich die Nachrichten sehe, dann merke ich immer mehr, dass es nicht reichen wird, drei Säcke Kleidung und Kinderspielsachen zu spenden. Dass wir hier gefragt sind. Als Menschen. Als Nachbarn, als neue Freunde, als eine Stadt, die sich öffnet und die Möglichkeiten bietet, hier zur Ruhe zu kommen. Natürlich ist auch die Politik gefragt. Aber bis dahin darf sich jeder einzelne fragen: Was kann ich tun? Möchte ich Zeit schenken? Geld spenden? Mithelfen? Kann ich etwas besonders gut und kann dieses Talent einsetzen? Kann ich meine Kontakte nutzen? Denn JETZT wird Hilfe gebraucht, jetzt ist es an uns, Engagement zu zeigen. Irgendwann wird mein Sohn mich fragen, was ich 2015 getan habe, als soviele Menschen Hilfe brauchten. Ich möchte diese Frage beantworten können.
Zu meiner großen Freude ist meine Stadt eine engagierte, die bereits Willkommenslotsen schult, ehrenamtliches Engagement unterstützt und organisiert. In meinem Kundenkreis finden sich Menschen in Aktion, Lehrer die Deutschkurse geben und alle Materialien aus eigener Tasche zahlen. Menschen die offen sind und die etwas tun! Hier finden sich Vorbilder und deshalb werden auch mein Mann und ich uns ehrenamtlich vor Ort engagieren und diese Projekte mit unserer Zeit und Kraft unterstützen.
Es gibt noch einen persönlichen Grund. Dieses Jahr haben wir durch unseren Wohnungsbrand viel verloren. Nicht nur Materielles, auch unser Zuhause, Sicherheit und Vertrauen. Und obwohl dieses Erlebnis mich und meine Familie verändert hat und es sicher auch noch eine Weile dauern wird, bis alles wirklich wieder zur Ruhe kommt – es ist nichts (!) im Vergleich zu dem, was viele Flüchtlinge erleben mussten. Aber ich habe vielleicht ein bißchen mehr verstanden, was es bedeutet, wenn der normale Alltag vor den eigenen Augen verschwindet. Wenn Ängste übermächtig werden. Wenn das eigene Zuhause nicht mehr der sichere Hafen ist. Uns haben viele Menschen geholfen, auf sovielen Wegen – das ging weit über Freunde und Familie hinaus. Wir haben aus den unterschiedlichsten Ecken Unterstützung bekommen, einfach so. Jede helfende Hand, jede Ermutigung, jede Umarmung, jedes Wort hat uns soviel bedeutet. Ich möchte genau das nun auch tun – uns wurde geholfen – nun helfen wir!
Es gibt mehr als einen guten Grund, sich zu engagieren. Welcher ist Deiner?
Warum ich blogge. Oder: Warum ich schreibe.
Ich habe schon immer geschrieben. Auf meiner Hochzeit las mein Vater in seiner Rede eine Geschichte vor, die ich mit 12 verfasste und auf die ich immer noch ein wenig stolz bin. Meine Kindheitserinnerungen bestehen aus Heften voller Geschichten, Songs für sehr kurzlebige Bandprojekte, unglücksseligen Liebesgedichten und vollgeschriebenen Tagebüchern. Auch einige Romananfänge, mühsam auf Schreibmaschine getippt finden sich darunter.
Als ich langsam zum Computer abwanderte, entdeckte ich die ganze Welt, die sich mit dem Internet für mich auftat. Ich schrieb ein Online-Tagebuch, ich trieb mich in diversen Foren herum – ich schrieb. Irgendwann mit 17 wurde der Wunsch größer, all meine Texte an einem Ort zu versammeln. Zum Glück traf ich damals Andreas, der bis heute mein Webmaster und Freund ist und die ersten Homepage und Bl
ogversuche meinerseits soviel professioneller gestaltete als ich es je gekonnt hätte.
War die erste Seite noch eher eine Homepage, die alle meine Gedichte und Songtexte versammelte, so wuchs immer mehr der Wunsch, meine Buchbesprechungen, meine „Leseeindrücke“ wie ich sie irgendwann taufte, an einem Ort zu versammeln. Es sollte leicht bedienbar sein, übersichtlich und keine klassische Homepage mehr. Für Andreas war klar: ich brauchte WordPress. Und was bin ich mittlerweile froh darüber, dass er mit dieser Weitsicht für mich vor rund neun Jahren das perfekte System fand.
Warum ich also blogge? Lange Zeit habe ich es gar nicht als Bloggen verstanden. Die Leseeindrücke hatte ich bereits zuvor in Foren veröffentlicht und mit anderen Lesern geteilt. Ich merkte, dass mir diese Kurzform lag, dass ich gerne über Bücher schrieb, die ich las. Ich wollte keine klassischen Rezensionen schreiben, keine Inhaltsangaben nacherzählen, den Leser so wenig wie möglich spoilern. Ich wollte empfehlen, begeistern, schwärmen. Meine Gefühle beim Lesen schildern, ein kleiner Wegweiser zu lohnender Lektüre sein, Lust aufs Lesen machen!
Mein Blog (denn im Laufe der Jahre ist wohl eben doch einer daraus geworden) ist meine Homebase im Netz. Meine Visitenkarte, mein pinkes Aquarium. Hier findet man mich, hier kann man sich im Stöbern verlieren. Der Fokus liegt weiterhin auf kurzen und möglichst prägnanten Leseeindrücken. Es ist aber auch mehr daraus geworden. War ich zunächst lange Jahre eher solo unterwegs, so haben sich Bekanntschaften und sogar Freundschaften entwickelt, ein schöner Austausch mit anderen Buchblogger/innen und Buchhandelskolleg/innen. Man trifft sich auf der Messe, wir twittern über Leseerlebnisse, man schickt sich Buchempfehlungen, es wird über Bücher gesprochen. Wir arbeiten beruflich zusammen und ich für mich kann sagen, dass ich von diesem Miteinander unheimlich profitiere, in jeder Hinsicht. Was könnte schöner sein, als der Austausch über Literatur? Wenn neue Projekte und Ideen in der Blogosphäre auftauchen, ist es grandios, daran teilzunehmen oder auch nur als Zuschauer zu genießen, was sich bewegen kann, wenn kluge Köpfe sich Gedanken machen.
Ein bisschen bewege ich mich immer zwischen den Welten. Als Buchhändlerin habe ich auch den beruflichen Blick auf Literatur und die komfortable Möglichkeit, dass ich Leseexemplare als Arbeitsmittel zur Verfügung habe. Ich fühle mich selten im „Rezensionszwang“ und genieße diese Freiheit sehr. Ich
mag es, wenn ich neben den Büchern in Blogs noch den Mensch dahinter erahnen kann, sei es, weil er mich auf Instagram an seinen liebsten Leseort mitnimmt oder mir erzählt, was er tut, wenn er nicht liest. Ich mag das Bunte, das Vielfältige – und halte sehr viel davon, nicht nach links und rechts zu schielen und zu verurteilen, sondern stattdessen das zu tun, was einem selbst gefällt. Und dann ist da diese unheimliche Kraft, die in Blogs steckt. Was hier für passionierte Menschen schreiben, was sie umtreibt, was sie antreibt. Zu verfolgen, wie nach und nach immer mehr wahrgenommen wird, was online passiert – das ist fabelhaft und ich finde, es gibt keine aufregendere Zeit als jetzt, wo soviel aufbricht und sich neu sortiert. Wo sich Projekte, Unternehmen und Aktionen entwickeln und wir alle zu neuen Ufern aufbrechen.
Ich auch – denn so sehr ich die kurze Form für meine Leseeindrücke bevorzuge, so sehr zieht es mich im letzten Jahr auch zur längeren Form. Unter Pinkfisch und wie sie die Welt sieht werdet ihr in Zukunft mitunter auch längere Texte lesen. Denn Pinkfisch schreibt. Und nichts könnte mich gerade glücklicher machen!
Samariter – Jilliane Hoffman
Ich weiß noch, dass ich „Cupido“ las und zart besaitet wie ich damals war, die halbe Nacht nicht schlafen konnte, weil ich meinen Balkon nicht verriegeln konnte … Hoffmans Thriller standen für mich also für Spannung und Gänsehautgefühl. Das kam bei diesem Krimi allerdings nicht so recht auf. Obwohl die Morde gewohnt brutal vonstatten gingen, lag der Fokus viel mehr auf der unfreiwilligen Zeugin und ihrem schleichenden Zusammenbruch. So richtig abgeholt hat mich das nicht, die Protagonisten wirkten hölzern, ich habe mir sehr viel Zeit gelassen, das Buch zu beenden. In diesem Falle, kein gutes Zeichen.
Schwarz auf Weiß
Chris und Klein-Rü haben mir heute Modell gestanden, zusammen mit einigen unserer Lieblingsbücher. Welches ist euer Lieblingsbild?
Der Räuberbräutigam – Eudora Welty
Eine bunte, herrlich spitzzüngige Räuberpistole. Altmodisch, skurril, ein wenig aus der Zeit gefallen! Pflicht für alle Fans der „Brautprinzessin„.












