Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot – Sibylle Berg

Das hat mir richtig gut gefallen, lauter kurze Fragmente von Menschen zwischen 16 und 80, die auf irgendeiner Art zusammengehören, aber auch wieder nicht. Herrliche Schilderungen. In vielem erkennt man sich doch erschreckt wieder. Und doch, überall blitzt nochmal Hoffnung auf. Vielleicht gibt es das große Glück ja doch noch, nach all dem Scheiß? Klasse! Von ihr werde ich ganz sicher noch mehr lesen!

Die Entdeckung des Hugo Cabret – Brian Selznick

Wahnsinn! So ein irres Buch habt ihr noch nie gesehen. Am besten geht ihr in den nächsten Buchladen, zum Kinderbuch und fangt an es aufzublättern. Die Geschichte fängt nämlich nur mit Bildern an, ein bisschen wie Kino. Dazwischen dann Text und wieder Bilder. Sehr ungewöhnlich aber superfesselnd. Die Geschichte dazwischen ist spannend und man weiss garnicht was man als erstes wiederhaben möchte: Text oder Bilder. Eine Geschichte um Hugo, der in den Schächten des Bahnhofs lebt und die Uhren wartet, damit niemand merkt das sein Onkel der Uhrenwärter verschollen ist…und die eines kleinen Mädchens und seinem Adoptivvater die am Bahnhof einen altmodischen SPielzeugstand betreiben. Und alle haben sie ein Geheimnis…. Wirklich ganz, ganz spitze! Vom Alter her würde ich so ab 11, 12 gehen, aber auch als Erwachsener fand ich das Buch richtig, richtig gut!

Fee, Schwestern bleiben wir immer – Monika Feth

Ein ganz schönes, schmales Jugendbuch. Eine Schwester bleibt zurück, während die andere mit 19 an einer Krankheit stirbt. Mit ihrem Freund fährt sie nach Schottland um Abstand zu gewinnen: im Gepäck Erinnerungen und die Tagebücher ihrer Mutter. Ein ganz schönes Buch. Traurig aber voller JA zum Leben, sensibel erzählt. Hat mir sehr gefallen.

Freaks – Joey Goebel

Toll! Nur 192 Seiten und doch hab ich nicht das Gefühl das irgendwas zu kurz gekommen sei. Eine Band die aus völlig unterschiedlichen Leuten besteht, das jüngste Mitglied ist etwa 8, die älteste schon weit über 70. Und trotzdem. Sie rocken. Sie wollen auf die Bühne. Und überhaupt: normal sind die alle nicht. Und es macht grandiosen Spaß das zu lesen!

Reinheit des Mördes – Amelie Nothómb

Irre! Sowas hab ich in der Art selten gelesen. Ein kauziger Schriftsteller wird binnen 2 Monate sterben. Er will 5 ausgewählten Journalisten noch ein Interview geben. Während dieser Interviews verdreht er aber völlig die Rollen und schlägt die Journalisten mit ihren eigenen Waffen. Was ein Wortgefecht! Heftig, nichts für schwache Gemüter aber grade deswegen – verdammt gut!

Abbitte – Ian McEwan

Gefällt mir bisher ausnehmend gut, ein toller Schmöker, hat ja doch über 500 Seiten. Bin nun S. 150 und sehr gespannt, welche Bögen und Kreise die Figuren noch schlagen werden, McEwan traue ich da einiges zu. Sehr gefällt mir bisher die Schilderungen die sich wiederholen, aus unterschiedlichen Perspektiven, das charakterisiert so „nebenher“ sehr spannend! Ich glaube das wird ein Lieblingsbuch…[…]

Mein 2ter McEwan, ich war irgendwie erstaunt das es doch rund 530 Seiten sind, so dick sah das Buch garnicht aus ;)
Ich fand den groß. Wie virtuos McEwan hier mit den Charakteren spielt, dieselben Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln erleben lässt und wie durch eine Lüge, einen Irrtum , drei Leben völlig verändert werden und das über lange Zeit mitverfolgt wird – das ist wirklich ganz großes Kino. Am besten hat mir aber der erste Teil gefallen (es teilt sich in insgesamt 3), dort wurde soviel Spannung aufgebaut, soviele kleine unterschwellige Fährten, das hat mich sehr beeindruckt. Wirklich, sehr, sehr lesenswert!