Valley – Jonathan Stroud

Zunächst muss man sagen: es ist ganz anders als Bartimäus. Relativ wenig Fantasy eigentlich, eher etwas geschichtlicher angehaucht, die Namen aus dem Nordischen. Die Geschichte braucht ein bisschen um in Gang zu kommen, aber es liest sich gut, nach und nach kommt auch immer mehr „Pfiff“ ins Spiel, und nachdem im Anfang eher Wert darauf gelegt wird, einen Überblick zu schaffen, geht es nach einem Viertel doch sehr rund (und ich habe mit Spannung gelesen!) und es werden Intrigen zutage gefördert, ein schönes Jugend Abenteuerbuch, man gruselt sich ein bisschen, man rennt mit weg, man fragt sich: Gibt es nun Trolde, die das Tal (Valley) einkesseln – und: Was liegt eigentlich hinter dem Tal?
Für mich aber klar eher Jugendbuch, im Gegensatz zu Bartimäus, der ein breiteres Publikum anspricht, so empfand ich es zumindest.

Das Mädchen das sterben sollte – Glynn Maxwell

Ein sehr ungewöhnliches Buch, fast nur in Dialogen verfasst (Telefongespräche, Gespräche, Interviews, Anrufbeantworter etc.). Macht es einerseits sehr mitreissend zu lesen, ist aber auch nicht unanstrengend. Susan Mantle gerät durch die Vorhersage einer Wahrsagerin in Panik – und löst durch einen, unter Tränen gesprochenen Satz (leider in eine Fernsehkamera) einen nationalen Hype aus. Sie will allerdings überhaupt nicht berühmt werden…und wird es deswegen grade erst recht. Es ist schon brilliant vorgeführt, wie verquer und heftig diese Medienwelt reagiert, ihren Freundeskreis durchwirbelt…trotzdem keine Top-Empfehlung, dafür ist es an einigen Stellen doch etwas zu langatmig…

Stiller – Max Frisch

Die Idee des Buches ist nicht schlecht, aber es zerfasert, lest sich mühelos zur Seite legen, fesselt nur selten, zumindest mich. Trotzdem teilweise einfach gut geschrieben…es lässt mich trotzdem unbefriedigt zurück – ich kann keinen richtigen Sinn finden und es hat mich auch nicht berührt – wenn ein Buch diese beiden Dinge nicht hat, finde ich es immer extrem schwierig… […]

Ich lese ja nun wirklich viel, aber hier hab ich mich echt ziemlich gequält. Das Buch hinterlässt bei mir größtenteils Freude darüber, das ich es durchhabe :-D. Auch wenn es einige ganz tolle Stellen hat, da sei im zweiten Teil diese Höhlenforschung genannt – eine irre Situationsschilderung – da war ich dann wieder sehr gefesselt..

Der Schneewittchen Club – Lily Archer

Endlich, endlich wieder ein Jugendbuch mit Klasse! Tolle Protagonistinnen, die menschlich und wie aus der eigenen Schulzeit wirken, mit dem Thema „böse Stiefmutter“ ein sehr bekannter Aufhänger gefunden – lustig geschrieben, ohne gekünstelt zu wirken, mit herrlichen Szenen und einer rasanten Story. Ich hab sehr viel geschmunzelt – tolle Unterhaltung ohne oberflächlich zu sein! Daraus könnte man eine 1a Teenie-Komödie mit durchweg Tiefgang machen! Meine Empfehlung im Jugendbuch zur Zeit!

Die Stille danach – Katrin Stehle

Sophia und Uli – die unzertrennlichen Zwillinge. Irgendwann, als sie älter werden, zerbricht das enge Band zwischen Ihnen. Als Uli einen Unfall hat, wird Sophia nachdenklich – kann ihre Familie wirklich mit diesem Schicksalsschlag umgehen? Wird alles totgeschwiegen, oder kommen sie schon klar? Und wer war Uli eigentlich? Bei dem Versuch, ihn und sei Leben zu verstehen, ist nicht klar, ob Sophia ihm näher kommt, oder sich immer mehr verliert – sie muss ihren eigenen Weg finden. Ein ziemlich trauriges, aber auch sehr nachdenkliches Jugendbuch, das mehr als nur eine Frage für den Leser aufwirft und einem ziemlich an die Nieren geht.

Die Geliebte des Gelatiere – Daniel Zahno

Hier muss man definitiv auf die tolle Gestaltung aufmerksam machen (weissbooks – tolle Idee!). Noch dazu ist das Buch einfach richtig toll – es hat das geschafft, wovon viele grade träumen – im kalten Januar hatte ich Eisgeschmack auf der Zunge, ein Lächeln im Gesicht und spürte die Sonne Venedigs auf meiner Haut.
Eine tolle Liebesgeschichte, nicht nur zum Gelato, ganz wunderbar erzählt.

Müller hoch 3 – Burkhard Spinnen

Lange hat man von ihm im Bereich Kinderbuch nichts mehr gehört, aber nun ist er zurück. Und wie! Die Geschichte fängt damit an, das der 13jährige Paul Müller von seinen Eltern verlassen wird, die sich mit den Worten „Wir trennen uns von dir“ auf eine Weltreise absetzen. Man ist noch dabei, Paul etwas zu bemitleiden und seine Eltern seltsam zu finden, als plötzlich Paula auftaucht – angeblich seine von ihm getrennte Zwillingsschwester…Als die beiden versuchen, die Situation zu klären (immer dabei, Piet Montag, der seltsame Hund ^^) geraten sie immer tiefer in ein altes Familiengeheimnis. Völlig ohne Fantasie, nur mit viel Witz und sehr klaren Figuren schafft Spinnen hier ein Feuerwerk an Ideen, rasanten Szenarios und leisen Untertönen. Ich hab viel gelacht, mich gewundert, mitgefiebert – ein 1a Kinder und Jugendbuch, absolute Empfehlung! :-)

Das Zimmer – Helen Garner

Als ihre krebskranke Freundin Nicola für eine 3wöchige (obskure) Therapie zu ihr zieht, ahnt Helen nicht, das sie Nicola abgesehen von ihrer Hilfe vielleicht auch beibringen muss, das sie wirklich sterben wird…und das die Therapi, an die ihre Freundin sich klammert, vielleicht nur Geldmacherei ist. Garner beschreibt in diesem kleinen Buch sehr emotional und direkt, welche heftige Situation die beiden langjährigen Freundinnen erwartet, die Ohnmacht und auch die Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Tod. Sehr authentisch und ehrlich, nach dem Ende, sinnt man noch eine ganze Weile lang nach…