Wenn man dieses Buch in einem Wort beschreiben möchte, würde ich sagen: Opulent! Allende entwirft eine Familiensaga über 3 Generationen in Chile. Skurrile Personen, Geister, Prunk, Geheimnisse beherrschen dieses Buch. Am Anfang tat ich mich ein bisschen schwer, man muss sich auf das Buch einlassen und eine recht ausschweifende Erzählweise mögen. Hat man sich aber eingelesen, gibt es einige Stellen wo man sich so richtig festlesen kann und kaum aufhören kann. Auch wenn die Erzählweise langsam und gemächlich ist, schafft Allende es doch, einen sehr langen Spannungsbogen, auch durch viele Andeutungen, zu halten.
Nichts für zwischendurch aber für lange Schmökerabende – perfekt!
Ich, mein Karma und Er – Anne Cushman
Ein pinkes Buch, das sich unter anderem um Yoga, Meditation und Erleuchtung dreht…musste ich natürlich lesen. Schön fand ich die beschriebenen Yoga-Positionen, immer zum Anfang eines neuen Kapitels, auch die Beschreibungen der unterschiedlichen Gruus waren nett verpackt. Amanda soll einen „Erleuchtungsratgeber“ schreiben, reist dafür nach Indien. Im Gespäck: alte Familiensorgen, einige verkorkste Beziehungen und die Suche nach dem „Sinn“. Allerdings ist das nicht alles, womit sie konfrontiert wird….Das Buch liest sich recht locker weg, ist auch ganz unterhaltsam insgesamt, aber ein richtiger Hit war es für mich nicht. Für jeden Yogini oder wer Spirituelles/Esoterisches auch mal mit ironischen Augen betrachten kann, aber nette Lektüre.
Ich habe nach dir gewonnen – Kristina Reftel
Ein kleines Buch mit „Weisheitsgeschichten“. Hatte ich ne ganze Weile immer „häppchenweise“ gelesen. Schöne Geschichten und Sprüche über Lebensweisheit. Ist ein schönes Geschenk und lenkt auch die Gedanken immer mal wieder „auf das Wesentliche“!
Glück kommt selten allein – Eckart von Hirschhausen
Und noch ein Buch über Glück, als gäbe es da nicht schon eine ganze Menge davon. Zunächst war mein Interesse sehr gering, bis ich mal reinblätterte. Siehe da, bunt und lustig aufgemacht kommt dieses Buch daher, trotzdem noch mit einer ansehnlichen Menge Text…es wandert also auf den Nachttisch. Und ich wurde nicht enttäuscht. Wer ein trockenes Fachbbuch sucht, wird enttäuscht. Aber wer Glücksforschung, gepaart mit Erlebnissen, Bildern, Ideen und vielen, vielen Anregungen sucht, wird hier fündig. Und Hirschhausen hat noch etwas geschafft: Ich habe aus dem Buch zitiert, es meinem Mann vorgelesen, mit ihm diskutiert, ganz oft gelacht oder wenigstens gegrinst und viel für mich persönlich mitnehmen können. Grade seine Ausführungen darüber, das Glück eben nicht eine einzige Sache ist, sondern aus vielen Facetten besteht und wie unterschiedlich diese ausfallen, hat mich sehr angesprochen. Ein bisschen zielt er auf Pointen ab, aber ganz ehrlich: mir ist schon schlimmeres passiert, als bei einem „Sachbuch“ laut lachen zu müssen. Im Gegensatz zu Stand-Up-Comedy, habe ich hier sogar noch was gelernt! Auch seine Zitate rund ums Glück haben mir zugesagt. So schön und lehrreich ein langer Text ist: die kurzen, prägnanten Sätze sind es, die wir uns an den Spiegel heften, an den Kühlschrank hängen, die im Gedächtnis bleiben.
Insgesamt für mich: ein Volltreffer! Ich habe das Gefühl das Hirschhausen Spaß hatte an diesem Buch und auch ehrlich genug ist, zuzugeben, das auch er kein Patentrezept kennt. Aber er kennt wenigstens einige Wege und räumt auf eben diesen mit vielen Vorurteilen und Gedankenschranken rund ums Thema Glück auf. Also fangen wir an: mit einem Lächeln!
Märchen & Erzählungen – Astrid Lindgren
Astrid Lindgren kennt fast jedes Kind. Ihre Erzählungen und Märchen auch, die bekanntesten sind sicherlich die Geschichten rund um Lotta aus der „Krachmacherstrasse“ oder auch Nils-Karlsson Däumling. Aber Frau Lindgren hat noch viele mehr geschrieben und diese versammeln sich in diesem Jubiläumsband. Insgesamt kann ich nur sagen, das ich diese Autorin wirklich schätze – sie nimmt die Kinder ernst, gibt ihnen eine Stimme, eine ganz eigene Welt. Zugleich entwirft sie aber auch sehr traurige Szenerien, einige Märchen waren schon sehr berührend und für das ein oder andere Kind vielleicht zuviel zum verarbeiten. Trotzdem: grade das zeichnet sie auch aus: sie packt jedes Thema an, egal ob es „kindgerecht“ ist. Insgesamt bleibt auch nach diesem Band für mich klar: Lotta wird immer mein Liebling bleiben und auch (abgesehen von Pippi) meine liebste Lindgren-Figur: keck, lustig, naseweis und einfach zum Liebhaben!
Die Physiker – Friedrich Dürrenmatt
Endlich hatte ich mal Zeit für dieses Werk, zu meiner Schulzeit wurde das nämlich leider nicht gelesen. Was ein herrliches Stück! Ich habe die Protagonisten gradezu vor mir gesehen, möchte das unbedingt mal im Theater sehen. Wer ein kurzweiliges, intelligentes, witziges Stück haben möchte: Voila! 3 „verrückte“ Physiker in einer Nervenheilanstalt…und nichts ist so, wie es eigentlich scheint. Witzig, schnell gelesen, es gibt keinen Grund, es nicht zu lesen ;-)
Der Prediger von Fjällbacka – Camilla Läckberg
Wieder ein Krimi mit Erica Falck (Journalistin) und Patrik Hedström (Polizist) im idyllischen Fjällbacka. Der erste (Die Eisprinzessin schläft) gefiel mir gut, daher hatte ich keine Bedenken. Diesmal war ich ein bisschen enttäuscht. Der Fall an sich war ziemlich verdreht, fast habe ich mich mehr auf die persönlichen Episoden die eingestreut waren gefreut. Trotzdem – am Ende wurden alle Stränge zusammengeführt und das Durchhalten lohnte sich. Kein Krimi-Highlight aber für einen Zelturlaub in Schweden bestimmt bestens geeignet 8-)
Elf Minuten – Paulo Coelho
Schwierig. Am Anfang hat mir dieser Märchenstil gefallen, las sich locker weg, soweit, so gut. Ich wurde aber weder mit der Hauptperson warm, die für mich die „käufliche Liebe“ irgendwie „kleinredete“, noch mit den Geschehnissen. Ich habe die Handlungen nur in Ansätzen nachvollziehen können…mutete für mich mehr als seltsam an. Ich würde mich durchaus als einen Menschen bezeichnen, der offen ist für spirituelles und durchaus an einiges zwischen Himmel und Erde glaubt, aber hier? Für mich war es nichts. Der Stil war nett, aber das hat es für mich nicht rausgerissen. Ich glaube nicht alle Coelhos sind in dieser Richtung, ich werde als vielleicht noch anderes von ihm lesen. Aber das hat Zeit…
365 Nächte: Ein intimer Erfahrungsbericht – Charla Muller
Eigentlich ist mit ihrer Ehe alles soweit in Ordnung. Denkt Charla. Aber sie möchte ihrem Mann zu seinem 40gten etwas ganz besonderes schenken. Also schenkt sie ihm: 1 Jahr lang, jeden Tag Sex. Und das verändert nicht nur das Intimleben der beiden, sondern die ganze Beziehung grundlegend. Ist bestimmt nicht jedermanns Sache, auch kein Allheilmittel, wie die Autorin auch selbst erkennt. Aber an sich fand ich das Experiment und einige Ansätze durchaus überlegenswert und auch spannend.
Scherbenpark – Alina Bronsky
Für mich zunächst mal „dienstliche“ Lektüre, ist dieses Buch doch das Buch, welches unsere Stadt 2009 im Juni lesen wird. Hier wird eine Geschichte ehrlich und authentisch erzählt – die Geschichte von Sascha, die aus Moskau kommt, aber in Deutschland lebt. Sie hat 2 Ziele – sie will ein Buch über ihre ermordete Mutter schreiben und sie will den Mörder töten. Hier erzählt eine 17jährige mit unglaublicher Schlagkraft, so trocken, das es teilweise wehtut und doch so sensibel, das man das Gefühl hat, direkt in sie hineinzuschauen. Sie lebt in einer ganz eigenen Welt, hat neben der Trauer um die Mutter noch das Leben in ihrem russischen „Solitär“, die Aufsicht über die jüngeren Geschwister und die verwirrende Liebe zu meistern. Aber Sascha behauptet sich. Und das liest sich so packend, so überraschend, das ich das Buch wirklich nur empfehlen und durchaus als künftige Schullektüre empfehlen würde! Kein moralischer Zeigefinger, keine konstruierte Geschichte – es ist einfach überzeugend und „echt“.