Die ersten Seiten sprachen mich an, je weiter ich las, desto weniger konnte dieses Jugendbuch mich fesseln. Am Ende war ich schlicht enttäuscht, gerade weil das Buch in der Verlagsvorschau so vielversprechend präsentiert wurde. Bei mir hat es keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen können, nur einen schalen Nachgeschmack.
Die Schutzlosen – Kati Hiekkapelto
Ganz ehrlich? Ich war enttäuscht. Was im ersten Krimi von Hiekkapelto noch funktionierte und neugierig machte, hatte sich in der Fortsetzung schon abgenutzt. Der Fall kam für mich nicht richtig in Fahrt, die Figuren entwickelten sich nicht recht, es war an einigen Stellen eher zäh. Sehr schade, ich habe mich wirklich schwergetan.
Gehe hin, stelle einen Wächter – Harper Lee
Es wird mir wohl nicht gelingen, über „Gehe hin, stelle einen Wächter“ zu schreiben ohne auf den Inhalt einzugehen. Dieses Buch ist kein einfaches und das aus den unterschiedlichsten Gründen. Unvoreingenommen kann sich wohl niemand der Lektüre stellen. Ich bin nicht enttäuscht, denn das Buch hat ziemlich viel in mir ausgelöst. Zunächst eine große Wiedersehensfreude mit den so liebgewonnen Figuren. Einige Beschreibungen der Zeit, in der „Wer die Nachtigall stört“ spielt, ließen mich sofort wieder in diese Stimmung des „ersten“ Romanes fallen, wie schön! Aber natürlich lassen mich auch die Umstände dieser Veröffentlichung grübeln: Warum jetzt? Die unklaren Angaben des Fundes. Nunja, ich bin da leider so pessimistisch, dass ich glaube, die verschiedenen Versionen dienen einzig und alleine der Presse. Und warum überhaupt? Natürlich kann man einwenden, dass zuerst die Geschichte, das Buch im Vordergrund stehen sollte, aber in diesem Falle sind die Begleitumstände ja auch nicht gerade normal. Continue reading Gehe hin, stelle einen Wächter – Harper Lee
Arbeit und Struktur – Wolfgang Herrndorf
Ich wollte dieses Buch in Ruhe lesen, Herrndorf quasi die letzte Ehre erweisen, indem ich das Buch nicht so zwischendrin lese. Ich fand es schwer, großartig und wieder verdammt schwer. Ich konnte es nicht am Stück lesen, es brauchte Zeit und Herrndorf hat für seinen gewählten Weg und seinen Blog meinen höchsten Respekt. Ich habe beim Lesen so oft an meine Freundin U. gedacht, die einen ähnlichen Weg gehen musste und die, wie Herrndorf bis kurz vor dem Ende schrieb, sich mitteilte und uns bat, es mitzutragen, es zu „ertragen„. Sie hat mich damals beeindruckt und tut es heute immer noch, 5 Jahre später. Ich bin mir sicher, dass ihr Herrndorfs Blog gefallen hätte. Das Buch hat mich mitgenommen, durchgerüttelt und ganz und gar nicht unbeeindruckt hinterlassen. Und auch, wenn ich genau wusste, wie es ausgeht – die Träne auf den letzten Seiten, die rollte. Danke Wolfgang Herrndorf!
Wenn der Wind singt / Pinball 1973 – Haruki Murakami
Und nun war sie endlich gekommen, die Stille und innere Ruhe, Murakamis erste beiden Romane zu lesen. Was für ein vertrautes Gefühl, ein Entdecken späterer Fährten, ein Aufseufzen von Wohligkeit in mir. Wie kann man es beschreiben, wenn der Autor, den Du seit Jahren verehrst, der bei Dir Gefühle hervorbringt wie kein anderer Autor das schafft, endlich seine Zustimmung gibt, für die Übersetzung seiner ersten beiden Romane? Zu sagen, dass ich das gefeiert habe, wäre noch weit untertrieben. Für mich war es wie eine kleine Expedition, in diese erste, schriftlich festgehaltene Gedankenwelt Murakamis, auf deren Fundamenten später weitere Romane fußten. Murakami-San, vielen Dank für dieses Erlebnis!
Glanz und Schatten: Truman Capote und Harper Lee – eine Freundschaft – Alexandra Lavizzari
In den letzten Wochen kommt man an Harper Lee ja kaum noch vorbei, so groß ist die Aufregung über ihren zweiten (oder eher – ersten) Roman, der nun erstmals erscheint. Für jemanden wie mich, der „Wer die Nachtigall stört“ zu einem der wichtigsten Bücher zählt, was ich je gelesen habe, war nun der richtige Zeitpunkt, Harper Lee ein wenig besser kennenzulernen. Dieses Buch nähert sich Capote und Lee über ihre gemeinsame Zeit und Freundschaft her an. Es las sich unheimlich spannend und interessant, man tauchte ein in die damalige Zeit und ich war fasziniert davon, wie unterschiedlich beide sich entwickelten. Eine inspirierende Lektüre, wegen der ich wohl bald ein Buch aus dem Regal ziehen werde, was ich noch nicht kenne „Kaltblütig“ von Truman Capote!
Dein Leben. Dein Yoga. – Tara Stiles
Fand ich im Prinzip gut. Der Mix aus Meditation/Yoga/Ernährung war angenehm und inspirierend. Ein bisschen redundant die Gute, gefühlt alle zwei Seiten der Satz „Es gibt keine Regeln!“ Hab das schon beim ersten Mal verstanden, liebe Tara ;-) Anyway… trotzdem waren ein paar Anstöße drin und ich finde die Übungsfolgen im Buch machbar und angenehm, da werde ich einige machen in den nächsten Wochen. Und der Rezeptteil hatte auch neue Ideen zu bieten und punktete durch nicht allzuschwer beschaffbare Zutaten. Also insgesamt Daumen hoch!
Starnitz – Reinhard Staubach
Das Glück zu haben, die eigene Familiengeschichte lesen zu dürfen, Verwandte zu haben, die eine große Reise in die Vergangenheit machen. Dieses Glück habe ich und dieses Buch meinem Onkel zu verdanken. Dass ich so „mitreisen“ konnte, in die Orte seiner Kindheit (und der meiner Mutter und Großmutter), die Häuser sehen konnte, aus denen sie vetrieben wurden, ihre Flucht nachvollziehen konnte und ihr Leben in diesen schweren Zeiten – das rührt mich an, wie es wohl kaum ein Bestseller je könnte. Was für ein Schatz zwischen den Buchseiten. Danke!
Alle Eltern können schlafen lernen – Heilmann/Lindemann
Ich finde dieses Elternpaar einfach fabelhaft! Die beiden sind witzig, ehrlich und ich habe mehr als einmal gedacht: Ach, ist ja wie bei uns! Zwischen Herdprämie und Selbstverwirklichung gibt es noch einiges mehr und die Autoren geben einen wunderbaren und authentischen Einblick in das Leben mit Kindern, den Alltagswahnsinn, die fabelhaften Momente, die Peinlichkeiten, die besten Erlebnisse. Noch dazu erzählen sie ehrlich von gescheiterten Erziehungsversuchen, geben Tipps, die ich als alltagstauglich empfinde und vergessen eines dabei nicht – den Humor und die Liebe für ihre Familie. Daumen hoch!
Die Anklage – John Grisham
Wer hat meinen John Grisham ersetzt?! Fing das Buch an wie ein klassischer Grisham (Lesen, Wohlfühlen, behaglich wie ein gemütliches und durchgesessenes Sofa…) so zerfaserte es immer mehr. Es gab einige sprachliche Entgleisungen, wo ich mich gefragt habe, ob ich gerade wirklich Grisham lese, zudem war der rote Faden zeitweise unter vielen anderen Fällen verdeckt. Man hatte das Gefühl, dass der Autor hier möglichst viel seines recherchierten Materials unterbringen wollte, was an sich auch hochspannend war – für meinen Geschmack aber in der Masse zuviel. Als Hardcover muss ich da ehrlich sagen: das ist zuviel Geld für einen mittelmässigen Fall…!