Zürich – und ihr kommt mit!

So langsam gluckert die Vorfreude immer wieder in mir hoch – in knapp drei Wochen ist es soweit und Zürich liest‘ 16 öffnet am 26. Oktober seine literarischen Pforten. Nun würde ich euch ja am liebsten alle mit in den großen, pinken Koffer packen und dann gemeinsam mit euch Zürich kennenlernen. Den Festivaltrubel genießen, Lesungen besuchen, ins Gespräch kommen – kurz – das Lesen und die Literatur ordentlich feiern! Für alle, die daheimbleiben müssen, aber sich mit mir gemeinsam auf das Lesefestival einstimmen wollen und auch für alle, die ich dort antreffen werde und die „schon immer mal“ gerne ein bißchen Zürich zwischen zwei Buchdeckeln entdecken wollten, kommt hier meine Beschäftigung der letzten Wochen!

Um mich ein wenig auf Zürich und seine Geschichte vorzubereiten, habe ich ganz klassisch zum Buch gegriffen. Denn meiner Meinung nach kann man die Atmosphäre einer Stadt ganz besonders gut erfassen, wenn man sie durch die Augen eines Autors/einer Autorin sieht.

Die „Gebrauchsanweisung für„-Reihe von Piper mag ich sehr und wenn ich auf Reisen gehe, bin ich immer glücklich, zu entdecken, dass das jeweilige LGebrauchsanweisung-fuer-zuerichand oder die Stadt in der Reihe auftaucht. Milena Moser, (deren Buch „Das wahre Leben“ mir sehr gut gefallen hat) schreibt offen und ehrlich über Zürich, die Stadt, die sie gleich zu Anfang mit einer angeheirateten Tante voller Widersprüche vergleicht und dieses Bild zieht sich durch das ganze Buch. Zum Schluss ist mir eben diese „Tante Turica“ richtig ans Herz gewachsen – mit all ihrer Schönheit und ihren Eigenheiten. Außerdem füllt sich dank Milena Moser meine Leseliste schnell und ich erfahre auch einiges über die bewegte Vergangenheit des Hotel Rothaus, welches nicht nur unser Hotel während der Festivalzeit sein wird, sondern auch die Bühne für die Lesung von Thomas Meyer bieten wird.

Krimis sind meiner Meinung nach eine der besten Methoden, um sich einer Stadt und ihrem Flair anzunähern. Daher war ich hocherfreut, als ich die Krimi-Reihe rund um Rabbi Klein von Alfred Bodenheimer, erschienen bei Nagel&Kimche (die am Samstag, 29. 10, 14:00 – 18:00 beim Offenen Nachmittag der Verlage mitmachen) entdeckte. „Das Ende vom Lied“ zeichnete mir nicht nur ein anschauliches Bild von Zürich und auch dem jüdischen Leben dort, sondern machte mich auch mit dem herrlich menschlichen Rabbi Klein bekannt, der auf eigene Faust ermittelt. Dieser hat mir so gut gefallen, dass ich die beiden anderen Bände bald lesen möchte. Und das, obwohl ich normalerweise eher selten Krimis lese! 20161009_202057

Weil ich gerade ausnahmsweise in richtiger Krimistimmung war, dürfte direkt der nächste Fall folgen. Erschienen bei Emons, finden wir bei „Müller und die Tote in der Limmat“ von Raphael Zehnder eine ganz eigene Sprache, eine sehr unvermittelte, direkte Ansprache, die ihren eigenen Rythmus hat – das muss man mögen, mir gefiel es sofort. Auch hier erfahre ich viel über Zürich und Zürcher Besonderheiten. Ich fühle mich bestens unterhalten und „Müller“ ist ein spannender Protagonist. Einer der Roman-Figuren, dem Polizisten Manfred Bucher kann man sogar unter @BucherManfred auf Twitter folgen.

Wer sich noch mehr Zürich um die Nase wehen lassen will, kommt an Martin Suter nicht vorbei. Ich mag ihn seit Jahren, freue mich jedesmal wie ein Schneekönig über ein neues Buch von ihm. Eigentlich kann man fast blind zugreifen, aber meine besonderen Lieblinge bleiben doch „Small World“ und „Die Zeit, die Zeit„. Außerdem – seine Business Class Kurzgeschichten – köstlich!Martin-Suter

Wenn in den hektischen Wochen vorher (die Buchmesse ruft) noch Zeit sein sollte, werde ich auch noch versuchen „Nackt gebadet, gejauchzt bis zwölf, Weltliteratur in Zürich – 50 Porträts„, ebenfalls erschienen bei Nagel&Kimche zu lesen. Allein der Titel klingt so, als könnte das ein sehr unterhaltsames Lesevergnügen werden! Diese Stadt hat wirklich viel zu bieten im Hinblick auf Literatur und Kultur – kein Wunder also, dass es dieses Jahr bereits das sechste Mal ist, dass „Zürich liest“ stattfindet.

Habt ihr Lust auf Zürich bekommen? Ich kann es mittlerweile kaum noch erwarten… ;-)

Blogbuster 2017 – Der Countdown läuft!

Deutschland sucht den Blogbuster

Denis Scheck geht mit Bloggern auf Talentsuche / Klett-Cotta veröffentlicht den Preis der Literaturblogger

Die Idee erinnert ein wenig an die einschlägigen TV-Castingshows, nur diesmal geht es nicht um Gesang oder gutes Aussehen, sondern um eine gute Schreibe. 16 Literaturblogger, die Literaturagentur Elisabeth Ruge, der Verlag Klett-Cotta, die Frankfurter Buchmesse und der bekannte ARD-Literaturkritiker Denis Scheck suchen die literarische Entdeckung und den Debütroman des Jahres. Das Ganze nennt sich Blogbuster – Preis der Literaturblogger und ist die Chance für alle, die ein Romanmanuskript in der Schublade haben, aber noch keinen Verlag. Der Gewinner bekommt einen Agentur- und Verlagsvertrag und wird bereits im nächsten Jahr auf der Frankfurter Buchmesse seinen Roman vorstellen können.

Blogger wählen aus

Um an dem Wettbewerb teilzunehmen, müssen sich die Autoren bei einem der beteiligten Literaturblogs bewerben. Erst wenn der Blogger vom literarischen Potenzial des Autors überzeugt ist, wird das Manuskript der Fachjury vorgestellt. Neben dem Jury-Voritzenden Denis Scheck, entscheiden Elisabeth Ruge, Klett-Cotta Verleger Tom Kraushaar, Lars Birken-Bertsch von der Frankfurter Buchmesse und der Blogger und Initiator der Aktion, Tobias Nazemi (Buchrevier), über den Blogbuster-Gewinner.

20161004_200840
Start auf der Buchmesse

„Wir wollen damit zeigen, dass Blogs nicht nur Literatur gut vermitteln, sondern auch gute Literatur entdecken können„, sagt Tobias Nazemi, der für das Projekt 15 qualitativ hochwertige und reichweitenstarke Literaturblogs ausgewählt hat. Der Wettbewerb startet am 21.10. mit einer Auftaktveranstaltung im Orbanism-Space auf der Frankfurter Buchmesse. Die Preisverleihung findet Anfang Mai 2017 im Literaturhaus Hamburg statt.

Weitere Informationen gibt es unter: Blogbuster-Preis.de

Auftaktveranstaltung und Pressekonferenz
am 21.10.2016, 16.00 Uhr

Frankfurter Buchmesse, Orbanism Space, Halle 4.1, D88

mit Elisabeth Ruge, Tom Kraushaar, Lars Birken Bertsch und Denis Scheck

Die teilnehmenden Blogs sind:

54 Books , Bücherwurmloch, Muromez, Kaffeehaussitzer, Literaturen, LustzuLesen, LustaufLesen, Zeilensprünge, Sätze&Schätze, Zeichen&Zeiten, Sound&Books, Kulturgeschwätz, novelero, Die Liebe zu den Büchern und Pinkfisch

Ich freue mich ganz enorm auf dieses spannende Projekt, es verspricht eine literarische Schatzsuche zu werden und ich bin mir sicher, dass wir spannende Entdeckungen machen werden. Wer mehr wissen will, sollte sich die Pressekonferenz am Messefreitag rot im Kalender anstreichen!

Zürich ruft – Zürich liest 2016!

So langsam wird es aufregend, denn gerade ist das Programm von Zürich liest 2016 ins Haus geflattert. Erstmals wird dieses Lesefestival von fünf Literaturblogs begleitet. Der Kaffeehaussitzer, Die Buchbloggerin, Kapri-ziös, Buzzaldrins Bücher und ich werden in das volle Literaturerlebnis eintauchen. Lesungen besuchen, Autoren erleben, Veranstaltungen der anderen Art kennenlernen und vieles mehr.

Zu sagen, dass wir uns freuen, wäre noch untertrieben. Gefühlt ist der Koffer bei uns allen schon gepackt und das Programm hat die Vorfreude nochmal um einige Grad ansteigen lassen! Auf 96 Seiten finden sich hier über 180 Veranstaltungen rund um Literatur. Wow!

Also saß ich gestern mit spitzem Bleistift, einem Stadplan und dem Programmheft auf meinem Teppich und scheiterte. Woran? Daran, dass ich mich unmöglich vierteilen kann, was eigentlich nötig wäre, um all die tollen Veranstaltungen mitnehmen zu können! So einiges werde ich notgedrungen verpassen, aber ich tröste mich damit, dass meine Mitstreiterinnen und Mitstreiter ja auch unterwegs sind und wir uns gegenseitig berichten können.

20160901_101020

Auf auf der schönen Veranstaltungsliste für Freitag:

Am Samstag muss man natürlich erstmal eine ordentliche Grundlage für einen langen Literaturtag schaffen. Was würde sich da besser eignen, als ein ausgiebiges Frühstück? Es trifft sich gut, dass sich von 10:30 – 12 im Café Odeon bei der Buchtaufe von „Der Eskimo stirbt sowieso. Heitere Sprachunfälle, Unsitten und Bräuche“ mit Urs Bühler & Live-Zeichner André Sandman auch Gelegenheit bietet, lecker zu tafeln. Bühler ist einer der meistgelesensten Kolumnisten der Neuen Zürcher Zeitung und ich stelle mich auf ein Prusten und Kichern in meinen Orangensaft ein!

Weiter geht es dann mit den folgenden Veranstaltungen:

  • 14-14:30  Spoken Word & Comic Liv, Live Performance 
  • Dann geht es zum Stöbern zum Nachmittag der offenen Verlage bei Dörlemann, Unionsverlag und Nagel & Kimche … in den Verlagsalltag schnuppern finde ich ja immer sehr interessant und spannend, auch aus meiner buchhändlerischen Perspektive heraus.
  • 16:30 – 20:30 Living Library – Ein spannendes Konzept, gefällt mir, mal was anderes als die klassische Wasserglas-Lesung.
  • 18-19:30 Teresa Präauer liest aus „Oh Schimmi“ im Literaturhaus
  • 20:00  Salonpalaver im Strauhof  u.a. mit Claudia Vamvas, vielen bekannt als @akkordeonistin auf Twitter! Ihr Buch erscheint am 17. September im Frohmann Verlag . Nicht nur, dass Vamvas eine Buchhandelsvergangenheit hat und ich ihre Tweets sehr schätze, nein, das Akkordeon ist für mich auch ganz wichtig – sind doch in meiner Familie gleich zwei Akkordeonspielerinnen vertreten.

Der Sonntag steht zu Beginn ein wenig im Zeichen des Kinderbuches:

  • 11-12  Bilderbuchlesung mit Torben Kuhlmann,
  • 13:30 – 14:30 Die Raupe Nimmersatt feiert Geburtstag
  • Im Verlauf des Tages  möchte ich mich dann der Ausstellung Gomringer & Gomringer widmen – für mich eines der Highlights!
  • Den Tag ausklingen lasse ich dann bei einer Veranstaltung der Agentur für Gehkultur – dem Weggehen – Ein Abschiedsspaziergang.

20160915_104638

Folgen könnt ihr uns allen auf unseren jeweiligen Kanälen via Twitter, Instagram, Facebook und natürlich in den nächsten Wochen auf unseren Blogs. Der Hashtag zur Veranstaltung lautet: #zl16 .

Und nun noch eine Frage an euch: Welche Zürcher Buchhandlungen darf ich mir nicht entgehen lassen? Natürlich will ich wenn möglich auch die Schweizer Kolleginnen und Kollegen kurz besuchen! Und außerdem: sehen wir uns?

Merken

Literarisches Trüffelschwein spielen oder So war es in Mainz!

Mainz also. Ein Jahr lang wurde von Petra Seitzmayer und Stefan Weidle geplant und hinter den Kulissen gewerkelt, damit es am 1. und 2. Juli 2016 heißen konnte: Willkommen zur ersten Mainzer Buchmesse der unabhängigen Verlage! Die Atmosphäre in der Altmünsterkirche war angenehm ruhig, das unausgesprochene Motto Klein aber Fein zog sich für mich durch die gesamte Veranstaltung. Eine tolle Gelegenheit, das Programm vieler unabhängiger und kleinerer Verlage in Ruhe zu sichten und mit Verlegerinnen und Verlegern ins Gespräch zu kommen.

Für mich ein langer Tag, gefühlt im Schlaraffenland. Der große Vorteil solcher Veranstaltungen ist, dass Zeit ist. Zeit für engagierte Branchendiskussionen, Zeit, kleine Schätze aus der Backlist zu bergen, Zeit, sich treiben zu lassen. An jedem Stand wieder ein Hallo, ein Sich-Wiedersehen, ein Neu-Kennenlernen. Empfehlungen, Querverweise, gemütliches Reinlesen in den Kirchenbänken. Das Notizbuch füllt sich, die Hände stapeln Bücher auf, der Kopf ist beschwingt.

Natürlich sind solche Messen ein enormer Aufwand für die beteiligten Verlage. Gerade daher finde ich es umso wichtiger, dass wir diese Messen innerhalb der Branche kommunizieren, unterstützen und verbreiten. Denn für jeden ist hier etwas dabei, ob Fachpublikum oder leidenschaftlicher Leser und jede Veranstaltung, die für Bücher und das Lesen wirbt, kann doch nur in unserem Sinne sein. Wenn ich im Buchladen stehe, kann ich Bücher, die mir der Verleger selbst empfohlen hat, ganz anders in einer Beratung rüberbringen und schmackhaft machen. Ich möchte den Menschen Geschichten erzählen und das Reservoir ist nach so einem Messetag wieder mehr als gefüllt. Auch für uns Literaturblogger bietet eine kleinere Messe wertvolle Angebote, denn auch wir wollen ja gerne mal abseits der ausgetretenen Pfade „literarisches Trüffelschwein“ spielen.

20160702_165933

Was wäre ein Messebesuch ohne Empfehlungen? Durch Gespräche mit vielen genauso literaturverliebten Menschen habe ich eine ganze Kiste voller Empfehlungen mitgebracht, die ich euch heute gerne ans Herz legen möchte.

Weiter als der Himmel von Pippa Goldschmidt (Weidle Verlag): Spontan sprach mich der Titel an, das erste Reinlesen verfestigte den positiven Eindruck nur noch weiter, zumal ich für alle Physik-Themen eine kleine Vorliebe hege. Bei Frank Rudkoffsky habe ich außerdem eine tolle Besprechung gefunden!

Donner überm Meer von Heinrich Hauser (Weidle Verlag): Dieses Buch möchte ich lesen, seitdem die Buchhändlerin Maria-Christina Piwowarski aus der Ocelot-Buchhandlung in Berlin es von Herzen empfohlen hat. Hach!

Pulang von Leila S. Chudori: Diese Empfehlung wurde mir aus dem Hause Weidle ganz besonders ans Herz gelegt. Bereits auf den ersten Seiten wird die Atmosphäre des Buches fast mit Händen greifbar – für mich ein Kriterium, das mich sofort für sich einnimmt.

Die Liebe ist ein Schmetterling von Lena Elfrath (weissbooks.w): Ich liebe es, wenn Bücher eine spannende Entstehungsgeschichte haben. Wenn Anya Schutzbach, die Verlegerin von weissbooks erzählt, wie dieses spezielle Manuskript auf ihren Schreibtisch gelangt ist, dann hört man ihr fast atemlos zu. Und weiss, dass man das Buch nun unbedingt haben möchte.

Mit Britta Jürgs, der Vorsitzenden der Kurt-Wolff-Stiftung und Verlegerin des Aviva Verlages möchte man gerne einmal länger Tee trinken und über Bücher, Frauen und die 20ger Jahre sprechen. Auch bei ihr notiere ich mir einige Titel und bleibe besonders an diesen beiden Büchern hängen.

20160702_132653

Zehn Tage im Irrenhaus von Nelly Bly: Undercover im Irrenhaus, unter bedrohlichen Bedingungen für Körper und Seele. Durch diese Empfehlung wurde ich auf eine enorm spannende Frau aufmerksam.

Mädchenhimmel von Lili Grün: Die „20ger Jahre und Neue Sachlichkeit“ waren mein Literaturprüfungsthema und haben mich nie ganz losgelassen – schon 2014 landete das Buch nachdem ich es auf der Hotlist gesehen hatte, auf meinem Wunschzettel. Schön, wieder etwas aus dieser Epoche entdecken zu dürfen.

Bei Axel Dielmann entdecke ich die zwei Bände aus dem Buchhändleralltag von Sounds&Books-Redakteur Gérard Otremba. Herrliche Beobachtungen für Branchenkenner – ein Muss in meiner Sammlung!

Mischpoke von Marcia Zuckerman: Auf diese wild-verschlungene Neuerscheinung der Frankfurter Verlagsanstalt freue ich mich enorm. Da die Welt ja bekanntlich ein Dorf ist, haben die Autorin und ich gemeinsame Freunde und deren Vorfreude schürt meine eigene auf dieses Buch nochmal mehr!

Der Peter Hammer Verlag ist bekannt für ungewöhnliche und liebevoll gemachte Kinder und Jugendbücher. Auch hier bleibt mein Blick wieder an einem Buch hängen: 33 Bogen und ein Teehaus  von Mehrnousch Zaeri-Esfahani. Ein Jugendbuch, das die momentan sehr aktuellen und präsenten Themen Flucht, Vertreibung, Ankommen und Heimat behandelt.

Meine Kollegin Anja liebt Platten, ihre Plattensammlung und das Auflegen der Scheiben. Was könnte da besser passen als Plattenkisten aus dem Ventil Verlag?

Beim Verlag Hermann Schmidt kann ich mich gar nicht satt sehen. Ob Typografie, Kreativität, Kunst machen, Kunst leben – dieser Verlag atmet Schönheit und jedes Buch ist ein kleines Kunstwerk für sich. Als nächstes bei mir einziehen werden wohl Kreativität aushalten von Frank Berzbach und Kreativität und Selbstvertrauen von David & Tom Kelleg.

Bereits begeistert besprochen habe ich Formbewusstsein von Frank Berzbach, außerdem möchte ich nochmal auf Die kleine Serifee von René Siegfried hinweisen. Ein Geschenkbuch-Muss, für alle die mit Sprache, Schrift und Design zu tun haben.

Kaum macht man mal was falsch ist das auch wieder nicht richtig von Kirsten Fuchs: Die Autorin lese ich ausgesprochen gerne auf Twitter, also ist es nur logisch und konsequent, wenn ich meinem Bücherrregal ihren Kurzgeschichtenband, erschienen bei Voland&Quist auch mal gönne ;-)

Spontan hätte ich ganz sicher nicht zu Der Briefwechsel – Reich-Ranicki/Peter Rühmkorf  gegriffen. Doch der Tipp des Wallstein-Mitarbeiters macht mich neugierig und ich verziehe mich auf einer der Kirchenbänke und lese einige Seiten. Und noch ein paar Seiten. Am Ende muss ich mich wirklich losreissen, weil dieser scharfsinnige und dabei so pointierte Briefwechsel einen sofort fesselt. Hier spielen sich zwei die Bälle zu, die Spaß am Austausch haben, ihre Revier dabei aber sorgfältig abstecken und verteidigen. Netterweise empfahl ich einige Tage später ebendieses Buch meiner Kollegin, die es mittlerweile fast durchhat, absolut begeistert ist und es bereits erfolgreich unter die Leute bringt. Ich freue mich nun also doppelt darauf, es bald zu lesen.

Zuletzt schlendere ich zum Verbrecher Verlag und es wird sich herzlich gedrückt und mit einem Kaffee in der Hand parliert. Über Bücher, das Verlegen, die Branche und alles, was so um uns herum passiert. Am Ende verlasse ich den Stand, einen Stapel Bücher in der Hand, die sich, jedes für sich so anfühlen, als wüssten sie, dass sie in einem großartigen Verlag erschienen sind. Bereits mit großer Begeisterung habe ich Fotzenfenderschweine von Almut Klotz gelesen und wiedereinmal für mich festgestellt, dass ich den Verbrecher Verlag sehr schätze. Weil sie Stoffe machen, die sie selbst interessieren und hinter denen sie zu 100% stehen und es damit immer wieder schaffen, am Puls der Zeit zu sein. Weiter so, liebe Verbrecherei!

20160702_163506

Noch viele weitere Verlage und Verlagsmenschen habe ich an diesem Tag angetroffen, ein herzlicher Dank für Empfehlungen und Gespräche geht an Danube Books, Transit, Pendragon, Klöpfer&Meyer, Kunstanstifter Verlag , Verlag das Wunderhorn und den Gonzo Verlag.

Die Veranstaltung endet mit einer spannenden Podiumsdiskussion, moderiert von Katrin Seibold (3sat Kulturzeit) zum Thema „Das allmähliche Verschwinden älterer Titel aus dem Buchhandel – was kann man tun?“ bei der ich als Buchhändlerin meine Sicht der Dinge beisteuerte. Mal sehen, was sich aus diesem Austausch noch alles ergibt, mir hat diese Diskussion großen Spaß gemacht und ich glaube, es gab auch den ein oder anderen Impuls für die Anwesenden. U.a. haben das Börsenblatt , der BuchMarkt und das Wiesbadener Tageblatt berichtet.

Sehen wir uns also nächstes Jahr in Mainz? Ich werde dort sein :-) .

Titelbild mit freundlicher Genehmigung von Kai Mühleck/Redaktion des Börsenblatts. Merci!

<img src=“http://vg04.met.vgwort.de/na/ceaaeb1c141a4b488dce5fc95691e15f“ width=“1″ height=“1″ alt=““>

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

#ThePowerofBlogs

Sonntagmorgen. Verschlafen scrolle ich mich durch Facebook und Twitter. Rege Diskussionen sind mal wieder im Gange. Ich wäge meine Argumente im Kopf ab, während ich mich mit einem Artikel, der heute viele (Buch)-Blogger beschäftigt, auseinandersetze. Und ahne, wie der Tag verlaufen wird. Am Ende jeglicher Diskussionen werden alle ausgiebig in die ein oder andere Richtung gewettert haben. Einige werden sich an konstruktiver und sachlicher Kritik versuchen. Und ein Sonntagvormittag geht dafür drauf, vor allem empört, verärgert, entrüstet oder auch nur leicht genervt gewesen zu sein. Vielleicht sogar davon, dass einmal mehr ein Sturm im Wasserglas ausgebrochen ist.                                      Das reicht mir nicht. Und euch?

An meiner Wand hängt einer meiner Lieblingssprüche.

20160717_125038

Promote what you love instead of bashing what you hate.

Obwohl ich das Zitat insofern abschwächen möchte, dass ich Hass für ein zu starkes Wort in diesem Zusammenhang halte, so steckt für mich doch viel Wahres darin. Warum nicht eine Kritik (völlig egal, wie sie gestaltet ist) nutzen, um die Sache zu drehen? Und zwar zu unseren Gunsten!

Der große Vorteil des Internets ist es, dass sich Impulse in rasender Eile verbreiten und dass wir hier die Möglichkeit haben, das, was wir lieben und was uns auszeichnet, schnell mit anderen zu teilen. Ich bin keine Gegnerin von Kritik, auch die kann anstacheln und uns zu besserer Leistung anspornen. Aber ich bin ein echter Fan von gemeinsamer Power und einem gesunden Selbstbewusstsein. Vom Verbreiten guter Nachrichten und von Erfolgen. Das sind die Momente, die motivieren, die uns Menschen und ihre Talente entdecken lassen und die uns tragen, wenn wir Unterstützung brauchen. Die andere zu Vorbildern werden lassen und die kreative Kräfte freisetzen.

Und nun schreiten wir zur Tat! Der Hashtag lautet #thepowerofblogs . Erzählt unter diesem Hashtag, welche Stärken euer Blog hat. Was ihr schon geschafft habt und was ihr mit dem Bloggen noch erreichen wollt . Warum ihr andere Blogs schätzt!  Lasst uns Twitter und eure Blogs mit positiven Vernetzungen füllen!

Seid ihr dabei? 

Merken

Pinker Buchladenbesuch in Hamburg!

Der Norden rief, der Urlaub war endlich in Sichtweite! Im speziellen riefen Hamburg und im Anschluss ein kleiner Campingurlaub in Dänemark. Das hIMG_20160625_191429ieß natürlich – Lesetasche packen! In „The Right to Write“ von Julia Cameron stecke ich noch mittendrin, ich nutze aber bereits intensiv meinen Textmarker. Es hat mir großen Spaß gemacht, die Klassikerlücke Bartleby von Herman Melville zu schließen – diese Lektüre lohnt sich! Mein Urlaubslesehighlight war definitiv Amanda Palmer mit „The Art of Asking“ – witzig, mit einer unverwechselbaren Erzählstimme und ganz viel Herz und Power – Inspiration und Motivation in einem, genau das, was ich mir von einem guten Urlaubsbuch wünsche!

 

20160627_104136Und dann dürfte ich einen Tag lang kreuz und quer durch Hamburg fahren und geschätze Kolleginnen und Kollegen besuchen. Am Ende des Tages war meine Tasche deutlich schwerer, denn in einigen Buchläden konnte ich schlicht nicht anders, als unbedingt etwas zu kaufen, und sei es nur eine Postkarte ;-)

20160627_100131

 

Bei Buchhandlung im Schanzenviertel stieß ich auf ein Buch von meiner Wunschliste „The Coffeemonster Book“ und es ist schlicht und ergreifend herrlich! Wer würde diese charmanten Kaffeekleckse nicht sofort ins Herz schließen? Das Buch verführt sofort zum Blättern… In dieser Buchhandlung fühlte ich mich sehr wohl, eine typische Kiezbuchhandlung, genau abgestimmt auf ihr Publikum, mit reizvollem Sortiment, politisch und einer gut sortierten Graphic Novel Abteilung.  Auch der Postkartenständer wurde von mir um einiges erleichtert.

Weiter ging es20160627_110733, frisch versorgt mit leckerem Kaffee zu den Kollegen von cohen & dobernigg, die ein ungewöhnliches Ladendesign haben, was ich mir gerne mal vor Ort anschauen wollte. Hier kann ich einfach nur alle Punke vergeben, die man so zu vergeben hat. Ein ausgesuchtes, gut durchgemischtes Sortiment, das zum Stöbern einlädt und eine ziemlich große Schnittmenge mit meinen persönlichen Favoriten aufwies, gemütliche Sitzecke, feine Auslagen und Ideen und eine sehr offene Atmosphäre. Individuelle Beratung und die gespürte Freude am Tun – hier hätte ich noch länger bleiben können. In meine Tasche gehüpft sind dann Hold your own von Kate Tempest (Gedichte, die mich beim Blättern sofort ansprachen) und ein weiteres Buch Verdammt gute Tipps – für Leute mit Talent! von George Lois – passte irgendwie gut zu Amanda Palmer.

Die Buchhandlung Stolterfoht konnte ich leider nur kurz fotografieren, aber – ist das nicht entzückend? Das nächste Mal… 20160627_141738

 

Bei stories! konn20160627_144251te ich endlich die beiden Moka-Hefte auftreiben, die in Hessen schwerlich aufzutreiben waren, was mich sehr gefreut hat. Das Frontal-Konzept dieser Buchhandlung ist wahrlich eine Schau – am langen Tisch hat man dann auch mal die Muße, in aller Ruhe einen großen Bildband durchzusehen.

 

Ein weiteres Highlight bildete der Besuch der Buchhandlung & Antiquariat Lüders, die mir Mara noch kurzfristig empfiehl. Auch hier, schon beim Betreten ein Heimat-Gefühl. Egal, welche Beratung ich mithörte – alle waren sie kompetent, freundlich und auf den Kunden zugeschnitten. Herrlich, diese Bücherstapel bis unter die Decke, wirklich so, wie man sich den klassisch-verwunschen Buchladen vorstellt.

20160627_155010

Und der Reiz, sowohl Neues als auch Altes nebeneinander zu finden, ein bißchen die Zeit zwischen den Regalen aus den Augen zu verlieren. Und dann stand ich am Belletristik-Regal vor dem Buchstaben M und da war es – Kafka am Strand von Haruki Murakami – in der Erstausgabe. 20160627_153451Mittlerweile dürfte bekannt sein, wie ich dieses Buch verehre. Nicht so bekannt ist, dass ich es vor Jahren mit einem großen Stapel anderer Bücher verlieh – und bis heute nicht zurückbekam. Natürlich – ich hätte es jederzeit nachkaufen können, doch, die BücherliebhaberInnen unter uns werden mich verstehen – es bleibt n20160627_155050icht dasselbe. Sollte ich es je ersetzen, sollte es eine besondere Gelegenheit sein. Man kann sich vorstellen, wie das Glücksgefühl bei diesem Fund in mir hochblubberte. Beseelt schritt ich zur Kasse, um auch im Gespräch mit dem Buchhändler nochmal mehr zu merken – diese Buchhandlung hat alles, was es braucht – da schlägt das Buchhändlerinnenherz höher. Danke dafür!

 

Den krönenden Abschluss bildete das Büchereck Niendorf-Nord. Eine klassische Stadtteil-Buchhandlung, die man beim nächsten HH-Besuch unbedingt aufsuchen sollte – der Trip lohnt sich! Hell und freundlich, ausgestattet mit bequemer Sitzecke und sehr einladenden Regalen – hier wäre meine gesamte Famil20160627_162405ie inkl. des Nachwuchses fündig geworden. Während ich hier länger verschnaufte, hörte ich mit halbem Ohr den Gesprächen zu und fühlte mich wohlig an den eigenen Laden erinnert – hier kennt man sich, im Büchereck. Hier gibt es Auskünfte, Hilfestellung, Service und Beratung, hier wird gelacht und gescherzt. Eine Anlaufstelle – nicht nur für Bücher. Auch hier darf ein Buch in die Tasche (For the next life von Atticus Lish), was mich spontan im englischen Regal anlacht. Ich bin gespannt!

So endet ein Tag voller Literaturfreuden und dabei gibt es noch einige Kolleginnen und Kollegen mehr in Hamburg zu besuchen. Ich danke für die Empfehlungen, die für mich genommene Zeit, die Entdeckungen die ich machen durfte und das gute Wetter – wem auch immer ich es zu verdanken hatte ;-) Hamburg – ich komme wieder!

Ps: Dieses Buch habe ich mir verkniffen.

20160627_153610

 

 

 

 

 

PPs: Meinen Hamburger Doppelgängerfisch gefunden!

20160626_133155

PPPs: Nach Hamburg sah es dann so aus, mit dem Lesen:

20160628_195049

PPPPs: Nein, das Titelbild zeigt nicht Hamburg. Aber den dänischen Regen und den muss schließlich auch mal jemand würdigen.

Merken

Merken

Warum ich lese? 15 gute Gründe!

Sandro von novelero fragte sich in einem Blogbeitrag „Warum ich lese„. Seitdem haben einige Blogger ihm auf diese Frage geantwortet und dabei sind ganz unterschiedliche Beiträge entstanden.

Je mehr ich darüber nachdenke, warum ich lese, desto mehr wird mir bewusst, dass es nicht das eine, herausstechende Erlebnis gab. Es war eine Entwicklung, die sich in vielen kleinen Schritten vollzogen hat und die aufeinander aufbaute. Obwohl ich von Kindesbeinen an sehr viel las, habe ich mich langsam herangetastet – vom Lesefutter über sogenannte Frauenromane bis hin zu Klassikern. Ich war ein Bibliothekskind, das sich stets die Ausweise der gesamten Familie lieh, um das Ausleihvolumen zu erhöhen. Ein Frühstück mit Buch vor der Nase war ein gelungenes Frühstück, sehr zum Leidwesen meiner Mutter. Aber was waren die Gründe für diese Lesebegeisterung? Wer könnte es besser erklären, als die Bücher selbst?

Ich lese wegen

  • Ralf und die Semmel, dem ersten Pixi-Buch, an das ich mich bewusst erinnern kann.
  • Jeglichem Lesefutter von Enid Blyton, weil es mir sämtliche Ferien und langweilige Schulstunden versüßt hat. Ob Fünf Freunde, Hanni und Nanni oder Dolly – ungezählte Male wurden diese Reihen von mir verschlungen.
  • Romeo und Julia von William Shakespeare – und die Adaption im Lustigen Taschenbuch, die mich dazu brachte, das ganze Stück in einer eigenen Version als Zehnjährige zum Abschluss der 4. Klasse aufzuführen.
  • Den langen Wartezeiten und Zugfahrten während einer vierjährigen Fernbeziehung – die Bahnhofsbuchhandlung bot immer neuen Lesestoff und Maeve Haran & Marian Keyes begleiteten mich lange.
  • Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams, weil es in mir die Freude an Ironie und Komik weckte und mich oftmals wissend „42“ sagen lässt.
  • Das Urteil von John Grisham war für mich die erste Begegnung mit Krimis, nachdem ich es mir von meiner älteren Schwester ausgeliehen hatte.
  •  Die Stadt der träumenden Bücher von Walter Moers, weil es die Lust am Lesen und Fabulieren feierte, wie kein Buch das je zuvor für mich getan hatte.
  • Die Bibel, die mich über Jahre hinweg immer wieder aufs Neue fasziniert hat, ob in den Bilderbuchausgaben illustriert von Kees de Kort oder später im Schriftstudium während meiner Teenager-Jahre.
  • Wegen Harry Potter von J.K. Rowling, zigmal gelesen, zuletzt alle sieben Bände in 11 Tagen, als ich ganze Nächte mit meinem neugeborenen Sohn zugange war und sowieso nicht zum Schlafen kam.
  • Kafka am Strand von Haruki Murakami , das Buch, mit dem ich mich in die Literatur verliebte und zum ersten Mal in die Arbeit eines Autoren – und die Liebe hält bis heute an.
  •  Ein Zimmer für sich allein von Virginia Woolf, weil sie mich nachhaltig beeindruckte, mit ihren klugen Gedanken zum Schreiben und ihren Betrachtungen darüber, warum ein eigenes Zimmer soviel mehr ist als „nur ein Raum“.
  • Glückskind von Steven Uhly, das mich auf eine verrückte Reise mitnahm, die im Lesen des Buches mit der gesamten Stadt mündete und mir zeigte, wie weit Begeisterung für ein Buch reichen kann.
  • Tonspuren von Elliot Perlman, weil es mir vor Augen führte, wie die Literatur zeigt, was Menschen Menschen antun können. Ein Buch, das Gänsehaut hinterlässt und bis heute zum intensivsten gehört, was ich je gelesen habe.
  • Wer die Nachtigall stört von Harper Lee, weil es mir gezeigt hat, das Literatur soviel mehr ist als „nur ausgedachte Fantasiegebilde“ – weil Lee Figuren schuf, die Geschichte schrieben und eine Auseinandersetzung über eines der wichtigsten Themen unserer Gesellschaft in Gang brachte.
  • Bitte nicht lesen oder Der aufregendste Sommer im Leben von Nelson Jaqua von Monte Merrick, weil es mittlerweile auseinanderfällt, so oft habe ich es gelesen. Meine Mutter schenkte es mir zum zwölften Geburtstag, weil „sie den Titel so lustig fand“. Kaum zu glauben, dass dieses Buch einer der vielen Gründe werden sollte, die mich für das Lesen begeisterten. Vielleicht, weil Nelson damals die selben Dinge umtrieben wie mich. Geheimnisse aufdecken. Erwachsen werden. Mit den anstrengenden Eltern umgehen. Versuchen, ein Buch zu schreiben. Freundschaften die sich verändern, die erste Liebe. In wenigen Tagen werde ich dreißig Jahre alt und immer noch würde ich dieses Buch zur Hand nehmen, wenn ich einen Rat suche.

Warum ich lese? Für mich ist Lesen vorallem eine Horizonterweiterung, ein großes Ja zu Bildung und Wissen. Es ist eine Möglichkeit, tief in das Leben der Menschen einzutauchen. Ein Buch kann zur richtigen Zeit Lebensretter sein und ein Buch zu lesen bedeutet auch immer, währenddessen ein Stück mehr über sich selbst zu erfahren. Und: Literatur verbindet. Mit fremden Menschen sofort ein Gesprächthema haben, wenn es um Bücher geht. Und diese stille Freude, zu entdecken, dass jemand das gleiche Buch verehrt wie Du selbst. All diese Dinge bereichern mein Dasein und deshalb entscheide ich mich immer wieder für Literatur und das Lesen in meinem Leben.<img src=“http://vg04.met.vgwort.de/na/a982183033b94ad9af549d95dd1300e6″ width=“1″ height=“1″ alt=““>

Ich habe einen Liebesbrief geschrieben

Diese Woche bin ich zu einem Konzert meiner Lieblingsband gegangen und habe mich verliebt. In die Hingabe. In die Leidenschaft. In die Bereitschaft, für seine Träume Zeit zu investieren und immer weiter zu machen. Die Worte reihten sich in meinem Kopf aneinander, während ich meine Kollegin dort oben stehen sah, ganz eins mit ihrer Gitarre und der Musik. Habe ihre Bandkollegen betrachtet, die verzückt, konzentriert und mit Spaß an der Sache waren. Und mir gedAwomanwithherguitaracht, wie froh ich sein kann, dass all diese Menschen so mutig sind.

Das ist ein Liebesbrief an euch alle, die ihr Kunst schafft. An die Musiker’innen, die stundenlang üben, um den richtigen Anschlag zu finden. An die Maler’innen, die immer wieder vor einer weissen Leinwand sitzen. An die Autor’innen, die jeden Tag aufstehen, sich an den Schreibtisch setzen und ihrem Kopf Geschichten entlocken. Es ist oft hart und anstrengend und sicher die mehr als die Hälfte der Zeit alles andere als glamourös.

Ihr habt Durchhaltevermögen. Ihr gebt zum Teil sichere Verhältnisse auf, um eure Träume zu verwirklichen. Und ihr seid mutig, unfassbar mutig. Jeder, der schon einmal lange auf ein Ziel hingearbeitet hat, kann das bestätigen. Wenn unsereins die ersehnte Marathonzeit nicht gelingt, so ist das durchaus eine Enttäuschung, aber eine, die wir meist nur mit Freunden teilen. Aber mit etwas, dass von uns selbst kommt – und was könnte persönlicher sein als Kunst – an die Öffentlichkeit zu gehen, unsicher, ob die Welt verstehen wird, was ihr sagen wolltet, ob sie es lieben werden oder in der Luft zerreissen – das ist absolut bewundernswert. Denn jedesmal, wenn eine Bühne betreten wird, ein Buch gedruckt, ein Bild auf die Leinwand gezogen wird, verlasst ihr das sichere Ufer, betretet ihr eine wackelige Brücke, ohne genau zu wissen, wohin sie führen wird und ob sie hält.

20160527_224911

Ich danke jedem, der seine Musik, seine Worte, seine Farben in die Welt hinauslässt. Denn wir brauchen diese Menschen. Ihr gebt uns mit euren Songs, Büchern, Bildern Gelegenheit, uns nicht einsam zu fühlen. Den Lieblingssong mit der Freundin zu teilen, uns jemandem nah zu fühlen, der das gleiche Buch liebt wie wir, ein Bild in den Händen zu halten, das uns an einen innigen Moment erinnert. Weil man denen, die das Leben reicher machen, jeden Tag sagen soll, wie sehr wir das schätzen, was sie für uns tun und wir es alle viel zu selten sagen, schreibe ich euch heute diesen Liebesbrief – Danke für alles!

Der schönste Job der Welt

Es ist mir auf Parties noch nie passiert, dass ich meinen Beruf nannte, ohne dass mir ein „Das wollte ich auch immer mal machen!“ erwidert wurde. Buchhändlerin, ein Beruf, der das gewisse Extra zu haben scheint, obwohl er den Irrglauben, man könne den ganzen Tag zwischen den Regalen sitzen und lesen, in keinster Weise erfüllt. Die Vorstellung hält sich trotzdem hartnäckig. Bücher sind für viele Menschen einfach soviel mehr als nur eine Handelsware und die Idee, sich den ganzen Tag damit umgeben zu können, reizt viele – zugegebenermaßen auch mich, jeden Tag wieder aufs Neue. Und auch, wenn ich nicht den ganzen Tag lesen darf, so bleibt doch die tiefe Überzeugung, was für ein Glück ich habe, einen Beruf ausüben zu dürfen, der soviel mehr ist, als reiner Broterwerb – er gehört zu mir, definiert mich und macht mich aus.

Seit 13 Jahren bin ich Buchhändlerin im Buchladen am Freiheitsplatz und ich gehe jeden Tag gerne zur Arbeit, auch, weil ich das Glück habe, seit vielen Jahren mit großartigen Kolleginnen und Kollegen arbeiten zu dürfen. Außerdem habe ich einen Chef, der mir den Raum gibt, viel auszuprobieren und mich in meinen Vorhaben unterstützt. Ich liebe meinen Job und kann mir nicht vorstellen, diesen irgendwann gegen einen anderen einzutauschen. Ich begeistere mich für Bücher, weit über den Feierabend hinaus. Ich habe den Anspruch für mich und meine Arbeit mindestens 120 Bücher im Jahr zu lesen und landete in den letzten Jahren meist bei 150 – und trotzdem habe ich meist das Gefühl, dass ich nicht ansatzweise soviel lesen kann, wie ich gerne würde. Ich mag das Netzwerk unter Kollegen, Literaturbegeisterten, Bloggern. Unsere Stammkunden schaffen es, dass so ein kleiner 75qm Buchladen allen Unkenrufen des Branchenuntergangs zum Trotz weiter besteht. Ein kleines Märchen fast, in der heutigen Zeit und ich darf daran teilhaben und dazu beitragen. Samstage, an denen sich langjährige Kunden im Laden auf einen Schnack treffen, ein großes Hallo und Wiedersehen, ein „Was können wir euch vom Markt mitbringen?“ für die Belegschaft oder Plätzchenpakete für das Team zu Weihnachten: unsere Kunden gehören genauso zum Buchladen dazu wie unsere Bücher und wir schätzen sie sehr.

20160502_180949

Warum ist dieser Beruf für mich auch Berufung? Weil wir Buchhändlerinnen und Buchhändler so viel in unserem ganz normalen Alltag tun, was für den einzelnen Tag nicht viel scheinen mag, in der Summe aber doch so viel ist. Wir sind Rechercheure, Literaturvermittlerinnen, Dienstleister. Wir finden Lösungen für verzwickte Probleme, oft auch solche, die nicht direkt etwas mit Büchern zu tun haben, wir wecken mit unseren Schaufenstern Wünsche, wir kommunizieren online und offline mit unseren Kunden und holen sie dort ab, wo sie sich gerade im Leben befinden. Wir stellen uns hundert Mal am Tag mit einem Lächeln auf die unterschiedlichsten Menschentypen ein. Ich nehme Bestellungen via Mail, Twitter oder Whatsapp entgegen und wühle mich gerne durch Buch-#Hashtags und Branchengruppen, immer auf der Suche nach Buchtipps, Inspiration und interessanten Menschen. Wenn ich morgens zur Ladentür hereinkomme, weiß ich nicht, was der Tag an schönen, kleinen Erlebnissen bringen wird.

Es wird durch die ansteigende Bandbreite an alternativen Medien zur Information und Zeitvertreib noch wichtiger werden, sich ungewöhnliche Maßnahmen einfallen zu lassen, um gerade unsere jungen Kunden zu überzeugen und auch um sie langfristig zu halten. Ein lesefauler Jugendlicher, der nach dem Urlaub zu mir kommt und sich für den Buchtipp bedankt und den nächsten Teil der empfohlenen Reihe kauft – ein Glücksmoment sondergleichen! Ich darf durch den gemeinsamen Einkauf mit unserem Team ein interessantes Sortiment anbieten, kann es mitsteuern und ihm Impulse geben, stoße durch Kundenbestellungen auf spannende Themen und gehe eigentlich nie nach Hause, ohne ein neues Wort für mich entdeckt zu haben. Durch unsere Alltags-Tätigkeiten, das Präsentieren von Büchern, das Empfehlen, das Bestellen und auch die viele Arbeit im Hintergrund, gestalten wir einen Raum, von dem viele sagen, dass sie sich dort gerne eine Nacht einschließen lassen würden (was wir mit unserer „Spätlese“ möglich machen). Das ist schon eine besondere Art von Vergnügen, solch einen Ort lebendig zu halten und einer der Gründe, weshalb dieser Beruf für mich der richtige ist.

Die Buchbranche verändert sich und auch das ist immer wieder eine Herausforderung: Wie können wir die Vorteile nutzen, die das Internet für uns bringt? Wie können wir die Schwärmerei für ein leinengebundenes, illustriertes Buch mit dem Wunsch verbinden, unsere Kunden auch bei eBooks kompetent beraten zu können? Ich als Buchhändlerin sehe meine Aufgabe auch hier darin, unseren Kunden ein Mehr an Service zu bieten, ein Einkaufserlebnis und ein Lächeln beim Verlassen des Buchladens. Wenn unsere Kunden glücklich von „ihrem Buchladen“ sprechen, wenn sie demonstrativ bei uns bestellen, statt bei Amazon, dann macht mich das stolz und zeigt, dass wir mit unserem Konzept und unseren Ideen auf der richtigen Fährte sind. Hier am Ball zu bleiben und sich immer wieder neu auf den Markt und seine Veränderungen einzustellen, das tun wir Buchhändlerinnen und Buchhändler kontinuierlich.

20160502_181021

Als Buchhändlerin in einem kleinen, unabhängigen Laden habe ich kein großes Marketingbudget zur Verfügung. Ich muss kreativ denken und mich jeden Tag fragen: Was will ich heute erreichen? Wen will ich begeistern, für das, was mich gerade umtreibt? Wie kann ich meinen Kunden den Deutschen Buchpreis nahe bringen, meinen Lieblingsautor oder mich noch mehr für Indiebooks und ihre Verlage engagieren? Und wie kann ich meine Projekte effizient planen und eine möglichst große Reichweite generieren, um viele Interessierte zu erreichen und neue Kunden zu gewinnen? Ich betreue mit großer Freude unseren Online-Auftritt, unsere Social Media Kanäle und verfolge die neuesten Entwicklungen im Netz. Die Abwechslung in unserem Berufsalltag, von dem ich hier auch immer noch nur einen kleinen Teil schildere, lässt es nie langweilig werden. So viele Projekte, die noch in meinem Kopf herumschwirren und im Notizbuch festgehalten werden, so viele, die bereits durchgeführt wurden.

Als ich für einen Branchenpreis eine Liste der Veranstaltungen und Aktionen, die ich durchgeführt hatte, einreichte, dachte ich:  Da hat sich in den letzten Jahren sehr vieles angesammelt, was Herzblut und Begeisterung für Literatur zeigt – und sovieles hat einfach unheimlich Spaß gemacht! Über den Beruf hinaus habe ich auch die Arbeit für meinen Literaturblog und die damit einhergehenden Kontakte und Aktionen sehr zu schätzen gelernt. Als ich den Blog begann, waren Blogs noch relativ selten und dort hat sich in den letzten Jahren unheimlich viel getan. Dass Pinkfisch.net mittlerweile 10 Jahre alt ist und es dort mittlerweile über 1000 Leseeindrücke gibt, ist auch Ausdruck dafür, wie wichtig die Konstante Literatur in meinem Leben ist.

Buchhändlerin also! Ich glaube, dass die Branche ohne junge Menschen, die ihren Beruf mit Leidenschaft und Begeisterung ausführen, sehr viel gefährdeter ist, sich zu verkleinern. Aber solange es noch Buchhändlerinnen und Buchhändler gibt, die sich jeden Tag darauf freuen, im Kleinen und Alltäglichen etwas zu bewegen, sich stets etwas Neues einfallen lassen um den Buchladen voranzubringen, bin ich frohen Mutes, dass die Buchbranche noch viel vor sich hat!

Merken

Leipzig, deine Indies! Leipzig, deine Blogger*innen!

Im Zug nach Hause flog mir die Überschrift für den diesjährigen Messeartikel wirklich einfach zu: denn für mich war es dieses Jahr einmal mehr wieder eine Aneinanderreihung von schönen Erlebnissen mit Buchmenschen aus allen Sparten, fast alles in Halle 5, wo viele der Unabhängigen Verlage und die Bloggerlounge beheimatet sind.

12832488_10206284813014311_8221860450764181093_n
Familientreffen mit Felix Wegner und Katharina von textverliebt. Wilder Haufen! (c) textverliebt

Als Reisebegleitung hatte ich die charmant-lässige Textverliebt an meiner Seite, deren Branchenwissen und kluge Betrachtungen von Dynamiken und Entwicklungen im Netz mich mehr als einmal begeistert haben. Noch dazu ist ihr Humor einfach fabelhaft – wie man sieht, hatten wir gemeinsam einfach eine richtig gute Zeit.

In Leipzig bin ich dieses Jahr gefühlt doppelt unterwegs gewesen. Als Buchhändlerin und Bloggerin. Es ist ganz witzig, dass je nach Stand mal das eine, mal das andere mehr im Vordergrund steht. Während ich, gerade bei den größeren Verlagen, ganz klar als Buchhändlerin mit meinen Verlagsvertreter*innen spreche und der Buchladen bekannt ist, verhält es sich bei den Indies oftmals so, dass eben auch der Blog bekannt ist. Ich profitiere aber sehr von dieser Zweigleisigkeit. Im Buchladen kann ich zum Beispiel den #indiebookday so richtig zelebrieren, da habe ich mit Schaufenster und Sortimentsgestaltung ganz andere Möglichkeiten als im Blog. Im Blog hingegen kann ich wunderbar schreiben und (Indie)-Büchern eine Bühne im Netz verschaffen. Ich liebe es, dass ich Beruf und Blog miteinander verbinden kann und das oftmals Synergieeffekte erzeugt. Begeistert hat mich dieses Jahr besonders, wieviel Wertschätzung meiner Arbeit entgegengebracht wurde – sowohl offline als auch online.

20160318_110512
Die berühmten Messeschuhe…

Wenn man charmante Verlegerinnen in den Arm schließen darf (Binooki), bei Open House  in Verzückung geraten darf über „Winternovellen“ (mein liebster Indiebook-Tipp zur Zeit!), wenn ich beim Cass Verlag mit der Verlegerin, (Japanologin) über meine Vorliebe für Japan reden darf und mit einem interessanten Tipp versorgt werde – dann macht mich das glücklich! Auch bei Edition Nautilus, der Frankfurter Verlagsanstalt, Voland & Quist und Wallstein hatte ich herzliche Begegnungen. Imke Schuster vom Dumont nahm sich ebenfalls viel Zeit für mich, dieses Kennenlernen hat mich sehr gefreut! Und nur auf der Buchmesse nimmt Jörg Sundermeier vom Verbrecher Verlag, die ja sowieso einen Stein bei mir im Brett haben, mich ins Schlepptau um mich einer Kollegin vorzustellen und auf dem Rückweg das Du anzubieten und mir noch zwei neue, fabelhafte Verlage gegenüber im Gang vorzustellen. So kam ich zu zwei ganz spannenden Gesprächen bei Hablizel und homunculus verlag – Menschen, die sich Zeit für mich nahmen und spontan Bücher empfohlen, die meinen Geschmack exakt treffen und deren Begeisterung mich ansteckt. Weiter so!) .

Herrlich auch, wenn man dann von Hörensagen bekannt ist und nach dem pinken Kleid Ausschau gehalten wurde, was zu einem sehr netten Gespräch mit Regine Vogel, einer der Vertreterinnen von indiebook.de führte – wieder ein Gesicht mehr, dass man nun nach der Messe kennt. Ebenfalls ein Gespräch, was durch das Pinkfisch-Outfit zustande kam, war das am Pink Ribbon Stand. Die Organisation ist mir aus persönlichen Gründen sehr nah, sie leisten wichtige Arbeit, haben Herzensprojekte und ich trage meine pinken Schleifchen mit Stolz! Ich freue mich, dass ich auch in Deutschland immer mehr davon sehe – Way to go!

1936393_839862396120292_4678014259119643869_n
Pinkfisch auf dem pinken Teppich! (c) Punktum Verlag.

Und weil alle guten Dinge drei sind, führten Kleid und Schuhe auch noch zur Entdeckung von Punktum Bücher. Diese hatten nämlich einen sehr ansprechenden Stand – mit pinkem Teppich! Das führte nicht nur zu diesem schönen Bild, ich las mich fest und hatte am Ende quasi das gesamte Verlagsprogramm notiert – solche Entdeckungen sind das Salz in der Messesuppe! Oben drauf gab es ein angenehmes Gespräch und etwas zu lesen – mehr dann bald im Indiebookday-Beitrag!

Für poetische Selfies! (Na gut, Dominik hat geholfen. Merci!)
Für poetische Selfies! (Na gut, Dominik hat geholfen. Merci!)

 

20160319_145708

 

Dass das beste Sofa der Messe (und diesmal auch die Anlaufstelle für poetisierende Selfies) bei den Rockstars vom Verlagshaus Berlin zu finden ist, dürfte mittlerweile bekannt sein. Meine Secessions-Menschen machten mich mit Infos und einem Buch auf das ich mich sehr freue glücklich – sieht man doch, oder?

Auch das Gespräch mit Stefan Weidle und Petra Seitzmayer war ein Highlight. Die beiden haben die Mainzer Buchmesse der Unabhängigen Verlage gegründet, wo ich am 2. Juli bei einer Podiumsdiskussion den Buchhandel vertreten werde, zur spannenden Frage Das allmähliche Verschwinden älterer Titel aus dem Buchhandel – was kann man tun? Nach diesem angeregten Standgespräch freue ich mich noch mehr auf diese Veranstaltung!

12887397_10206303862370533_1603828914_o
Danke für das Bild an @textverliebt !

Unbedingt zu den Lieblingsstunden der Messe gehörte ein Event, den die fabelhafte Susanne Bühler von Diogenes für einen kleinen Kreis organisiert hatte. Ein erster Blick auf das wirklich gut gemischte Diogenes-Herbstprogramm (vormerken!) und dann eine ganze Stunde zusammen mit Benedict Wells und einer sehr persönlichen Fragerunde. Nicht umsonst schwärmen soviele von „Vom Ende der Einsamkeit“ – der Roman ist einer meiner Lieblinge im Frühjahr und auch seine älteren Bücher habe ich mit Begeisterung gelesen. Die Möglichkeit dieses Treffens war wirklich etwas Besonderes, Merci an alle die das möglich gemacht haben und diese Runde voller bekannter Gesichter zusammenbrachten.

20160319_114852
Austausch in der Bloggerlounge mit ThatYvo, Lost Pages, Shanty, Textverliebt und Was liest Du?_Team
20160318_121431
Flauschige Blogger? Das vielleicht nicht. Aber Zusammenhalt ist da! Mit Literaturen und Sounds & Books

Fast schon Tradition hat nun das inoffizielle Bloggertreffen von Papiergeflüster, die dann am Ende selbst nicht da war (und sehr fehlte!). Das Klassenfahrtgefühl kehrte zurück, neue Gesichter kennenlernen, zusammenrücken, fachsimpeln, sich in die Arme fallen. Nicht nur in dieser Runde hatte ich über die ganzen zwei Tage der Messe immer wieder ein Wort im Kopf: Vernetzung. Diese Bande, die das Jahr über auf Twitter, Instagram, Facebook und auf unseren Blogs geknüpft werden, diese sind in Messezeiten so stark spürbar und werden von Jahr zu Jahr intensiver. Projekte die gemeinsam angegangen werden, neue Ideen, die da hervorsprudeln, unterschiedliche Herangehensweisen – und all das setzt Kreativität und Motivation frei!

20160319_122841
Eindeutig eines der besten Buchbranche-Teams: Torsten und Maren von „Was liest Du?“

Ich bin Fan von vielen dieser Menschen, oftmals auch gerade von denen, die vielleicht nicht die größte Reichweite haben, aber die kompromißlos sie selbst sind, in dem was sie tun, wofür sie stehen. Das begeistert mich und das ist für mich täglich ein Ansporn. Auch bei immer wiederkehrenden Themen und Diskussionen rund um die Literatur im Netz nehme ich oftmals für mich eher mit, dass ich mich verbessern möchte, mir treu bleiben und mit dem was ich gern tue überzeugen will, statt mich in einem Strudel aus Negativität zu verlieren.

Als Buchhändlerin habe ich das Glück, dass ich jeden Tag Feedback bekomme, dass mein Selbstbewusstsein, dass ich in diesem Bereich einen verdammt guten Job mache, gerechtfertigt ist. Als Bloggerin ist das manchmal ungleich schwerer zu bestehen – soviel gibt es im Netz zu lesen, zu erleben, zu sehen. Und doch – bleibt dran, denn Qualität setzt sich am Ende immer durch! Denn wenn ich mich in der Bloggerlounge (deren Existenz ich sehr befürworte, schönen Gruß nach Frankfurt!) umsah, dann sah ich da Ideen, Kreativität, Menschen die etwas bewegen und die etwas zu sagen haben. Davon kann es nicht genug geben!

Und außerdem auf dieser Messe, spontane Arbeitseinsätze in der Außenzentrale von „Was liest Du?“

12595977_1058482387531810_1052969783_n
Und plötzlich hat man wichtige Aufgaben für die Mayersche zu erledigen – Profi eben ;-)

Das Schlusswort lasse ich David Wagner und den Verbrecher Verlag sprechen. Am liebsten würde ich mir das mal übers Bett nageln! 20160319_141950

20160320_123313
Der Lesestoff für die nächsten Wochen ist gesichert – vielen Dank an alle Verlage! (Und einen Gruß von meiner Schulter!)

Bonus: Was wäre Leipzig ohne das Klassentreffengefühl? Ich habe mich so gefreut, dieses Jahr Maren und Torsten von Was liest Du?, Buchrevier, Klappentexterin, masuko13, glasperlenspiel13, Literaturen, 54Books, Lustzulesen, Tina Lurz von LB, Felix Wegner, Brasch Buch, Kaffeehaussitzer, Stefanie Leo, Mara von buzzaldrins und textverliebt wiederzusehen. Und genauso sehr darüber, endlich die Gesichter hinter Buchbüchse, Bücher Göre, Nordbreze von LB, Sonja von Lust zu Lesen, Shanty von Influenza Bookosa, lost pages, That Yvo, Studierenichtdeinleben, Sounds & Books, Et Tragalibros, Krimimimi, Frau Pixel und Stephanie von Nur Lesen ist schöner kennenzulernen. Danke für eure Zeit!