Ganz schön harter Tobak, für mein erstes Connie Palmen Buch. Ich wusste ehrlich gestanden nicht viel über sie, mein Verlagsvertreter legte mir aber dieses Buch ans Herz. Ganz klar ist: ich muss unbedingt noch I.M. lesen. Zudem glaube ich, wenn man andere Werke und ihre Geschichte kennt, kann man dieses Buch noch mehr schätzen. Es ist manchmal wie ein Dolchstoß in Herz, die Trauer, die Wut, die Regungslosigkeit. Ein Logbuch sehr dunkler Gefühle und doch immer wieder eine so ausdrucksstarke Liebeserklärung. Nicht leicht zu lesen und doch lohnt sich jede Seite.
Kategorie: P
Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz – Jordi Punti
Für jeden Fan einer turbulenten Familiengeschichte, für Barcelona-Liebhaber, für diejenigen auf der Suche nach einer unterhaltsamen Urlaubslektüre für den Sommer … hier bitte zugreifen. Eine irrwitzige Geschichte, mit großem Schmöker-Faktor.
Wunder – Raquel J. Palacio
Dieses Buch nimmt einen von der ersten Seite an für sich ein. Der Ich-Erzähler August, der sein Aussehen so beschreibt, dass man es sich nichtmal so schlimm vorstellen könnte, wie es wirklich ist. Sein Gesicht ist von Geburt an und trotz vieler Operationen „entstellt“ und August muss von Kindesbeinen an Blicke, Geflüster, Lästereien und Unsicherheiten erleben. Was dieses Buch besonders macht? Zum einen ist es August, der sich dem ganzen unerschrocken stellt und auch nach Tiefschlägen wieder aufsteht und eine erstaunliche Sicht der Dinge aufweist. Aber auch die Menschen, die mit August in Kontakt stehen, kommen zu Wort und so ergibt sich für den Leser eine Sicht auf das grosse Ganze. Zum Schluss hin standen mir die Tränen in den Augen und ich dachte noch: Mensch, das ist jetzt aber ein wenig dick aufgetragen. Und dann dachte ich: Was für ein Blödsinn. Ich will solche Bücher! Ich will Bücher die mich zum Weinen bringen, Bücher wo ich die Hand in die Luft strecke, zur Faust geballt und JAAAA brülle, weil es sich gut ausgeht. Weil es mich berührt, weil ich will, dass solche Dinge geschehen und passieren können und dass es stets Menschen mit großen Herzen und klugem Verstand geben wird. Oh ja!
Internet – Segen oder Fluch? – Sascha Lobo/Kathrin Passig
Ein Sachbuch zu einem Thema, was mich selbst ja immer wieder umtreibt. Ich schätze beide Autoren, sie haben unterschiedliche Hintergründe und ihr Buch („Dinge geregelt kriegen“) habe ich mit großem Vergnügen gelesen. Das Thema hier ist sperriger, schwerer zu fassen und hier bietet sich Humor auch etwas weniger an. Ein paar kleine Längen hat es, trotzdem ist der Informationsgehalt sehr hoch, viel Stoff zum Nachdenken ist enthalten. Auch gefällt mir gut, dass sie versuchen, das Problem differenzierter zu betrachten – in allen Facetten, die es zwischen Schwarz und Weiss gibt, zwischen Fuch und Segen. Sie bieten nicht unbedingt Lösungen an, wohl aber Ansätze, in die man hineindenken, weiterdenken kann. Ein guter Einstieg ins Thema, sowohl für Digital Natives als auch Digital Immigrants ;-)
Zerbrechlich – Jodi Picoult
Endlich wieder eine Picoult die mich mehr überzeugt hat. Süffige Geschichte, stimmige Figuren, Drama, Moral und insgesamt fügte sich alles zu einem runden Ganzen zusammen. Zuletzt hatten mich einige Bücher von ihr eher enttäuscht, vorallem weil sehr viele Themen auf einen Schlag behandelt wurden und damit etwas kurz kamen, dass war hier nicht der Fall. So gefällt mir Picoult wieder richtig gut und dieser Roman wurde schnell verschlungen.
Wir werden zusammen alt – Camille de Peretti
Ein Tag in einem Altersheim – viele Bewohner, viele Zimmer, viele Lebensgeschichten. Ein bunter Querschnitt durch das Treiben und die Gefühlswelt aller Beteiligten. Es hat mich ganz gut unterhalten, aber irgendetwas stimmte nicht, ich konnte den Finger nicht darauf legen. Am Schluss wurde das Rätsel enthüllt. Die Autorin hat sich einer Methode bedient, in der die Autoren bestimmte Regeln (zum Teil folgt es mathematischen Formeln) zum Schreiben einhalten müssen. So hat sie den Erzählstrang zum Teil errechnet, was zuerst passiert, welches Zimmer zuerst erzählt wird, teilweise gab es auch Vorgaben von bestimmten Details die einfließen müssen.
Unter diesem Aspekt fand ich das Buch wirklich gut gelungen, es ist sicher schwierig diese Bedingungen einzuhalten. Aber es wurde mir auch klarer, warum mich die Geschichte nicht packte: es war ein Ablauf, ein Herunterspulen und es fehlte das große „Herzstück“ welches einen Autoren antreibt, eine Geschichte zu erzählen. Unter literarischen Gesichtspunkten sicher einen Blick wert, viel Eindruck hat die Geschichte oder eher die Geschichten an sich nicht bei mir hinterlassen.
Wahr – Riikka Pulkkinen
Ein atmosphärisch dichtes Familiendrama, welches mich von den ersten Seiten an gepackt hatte. Müssen Erinnerungen hochgeholt werden? Wäre manchmal nicht Schweigen die bessere Alternative? Doch dafür ist es irgendwann zu spät und man fragt sich, wie gut man eigentlich diejenigen, die einem am nächsten stehen, wirklich kennt. Intensiv, anrührend, dramatisch – toller Roman!
Fünf – Ursula Poznanski
Ich gebe ganz ehrlich zu: nach den ersten zehn Seiten wollte ich dieses Buch zuklappen und weglegen. Der Funke sprang nicht über, ich fand keinen Halt im Buch und hatte einen hohen Stapel verlockender anderer Bücher. Ich gab mir aber einen Ruck und siehe da: just in diesem Moment kam dann etwas Fahrt ins Geschehen und ich sah mich einem unterhaltsamen Krimi mit ausgefallender Thematik (Geocaching) gegenüber.
Ein bisschen genervt war ich von der weiblichen Ermittlerin, die mir doch in allzuviele Klischees hinein passte. Man sieht, ich bin ambivalent – für die Idee gibt es Punkte, ebenso für die Spannung und Auflösung – da haben wir es mit einem guten Plot zu tun. Trotzdem kam mir dieses Buch manchmal zu oberflächlich daher, was aber bei einem Krimi nunmal nicht die Hauptparameter zur Beurteilung sind. Finde es sehr schwierig, diesen Leseeindruck zu schreiben, denn zu negativ soll er auch nicht klingen – dafür hatte ich dann doch zuviel Lust, immer wieder weiterzulesen. Also: kleine Kritikpunkte, dennoch eine Krimi-Empfehlung für verregnete Samstage und definitiv für Freunde des Geocachings! Und eines hat dieses Buch definitiv geschafft: die Lust am Geocaching zu entfachen ;-)
Schuldig – Jodi Picoult
Hat mich nicht richtig überzeugt. Die Figuren bleiben nicht richtig greifbar, die Idee des Comics im Roman empfinde ich als eher schwierig. Noch dazu sind die unterschiedlichen Geschichten nicht richtig miteinander verwachsen, es wirkt bemüht. Die Spannung hält sich auch in Grenzen. Nur Picoults gewohnte Schreibe die sich einfach süffig wegliest hat mich das Buch zuende lesen lassen. Als Taschenbuch mag es noch angehen, als Hardcover wäre mir der Preis für eine mittelmässige Geschichte zu hoch.
Die Dienstagsfrauen – Monica Peetz
Ich hatte hier ein bisschen mehr erwartet – weniger Klischee, mehr Frauenfreundschaft, ein schönes Buch mit Witz und Spannung. Ja, es war nett und ganz okay, bediente aber soviele Stereotypen und hatte wenige glanzvolle Momente das ich mich etwas geärgert habe. Zunächst brach ich es sogar ab, las es dann im Zuge des Lesekreises aber doch noch zu Ende. Fürs Sofa und die Badewanne mag es durchgehen aber auch da habe ich schon schönere Schmöker gelesen.