Life sucks oder Wie ich Miss Mabel entführte – Nathale Ghent

Sie könnten nicht unterschiedlicher sein: die alte Miss Mabel und Sioux, jung, genervt vom Leben und generell erstmal dagegen. Und doch kreuzen sich ihre Wege, Miss Mabel sieht in Sioux ihre verschollene Tochter Marie…eine ungewöhnliche Freundschaft nimmt ihren Lauf – manchmal muss man verrückte Dinge tun um zu spüren, das man lebt. Ein nettes Jugendbuch ab 13.

Der alte König im Exil – Arno Geiger

Ein ganz berührendes Buch über einen Vater und seinen Sohn, den Schriftsteller Arno Geiger – der Vater erkrankt an Alzheimer, der Sohn hört dem Vater zu – und er schreibt. Ein schmaler Band über eine Krankheit die sovieles vergessen macht und längst vergessenes wieder zu Tage fördert. Ein Buch mit Sätzen die man mehrfach liest weil sie so schön und ungewöhnlich sind und doch im Endeffekt: eine Familiengeschichte und ein Versuch sich zu fragen: wie gehen wir mit der Krankheit des Vaters um? Lassen wir los, halten wir fest, lernen wir, die Krankheit einfach anzunehmen als das was sie ist – eine Krankheit.

Das Buch bewegt und hallt noch lange nach.

Smaragdgrün: Liebe geht durch alle Zeiten – Kerstin Gier

Nachdem ich die ersten beiden Bände der Liebe geht durch alle Zeiten-Trilogie verschlungen habe, wartete ich genauso wie zig andere Fans auf den dritten Teil. Und wieder brennt Gier ein Feuerwerk an coolen Sprüchen, schrägen Ereignissen, Fettnäpfchen für unsere Hauptfigur und Spannungsmomenten ab. Vielleicht wirkte der dritte Teil auf mich etwas blasser, weil längere Zeit zwischen dem Lesen der vorigen Bände lag, eventuell sind aber auch einfach die Wirrungen um Gwendolyn und Gideon ein bisschen zu offensichtlich. Aber gut, ist jammern auf hohem Niveau, der Band war ebenso schnell gelesen wie seine Vorgänger und die ganze Reihe empfehle ich oft und gern, weil sie einfach mal etwas aus dem Rahmen fällt – positiv!

Tirza – Arnon Grünberg

Ich gebe ehrlich zu das ich mich hier zum Teil ein wenig durchgebissen habe. Trotzdem wollte ich es fertiglesen und ebenso übte es eine gewisse Faszination auf mich aus. Die Geschichte eines besessenen Vaters der seine Tochter nicht loslassen kann und will ist auf jeden Fall lesenswert, aber nicht unbedingt leichte Kost – zu intensiv beschrieben sind die Abgründe aller Beteiligten, zu schonungslos die Erzählweise. Aber wer sich darauf einlässt, erlebt einen Sog, dem man sich bis zum bitteren Ende nicht entziehen kann. Ein Buch für das man sich Zeit nehmen muss, die ist aber gut investiert!

Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard – Neil Gaiman

Neil Gaiman hat ein untrügliches Gespür dafür, wie man eine Geschichte erzählen kann – er schreibt nicht nur, er malt diese Szenarien, die weitab vom Kinderzimmer passieren. Obwohl dieses kleinen Buch für Kinder nicht viele Seiten füllt, es eigentlich mehr eine kleine Fabel ist, so taucht man doch hinein und erfreut sich an diesem schnörkelosen Abenteuer. Und ja, man ist danach auch einfach nur – glücklich. Egal ob man 11 oder 24 ist…;-)

Fillory: Die Zauberer – Lev Grossman

Das Buch sah toll aus, der Klappentext versprach einiges, der Titel auch. Und dann bin ich damit so reingefallen. War der Anfang noch vielversprechend, je weiter ich kam desto zäher wurde es. Zuviele Verschwurbelungen, viel, viel Füllsel-Material und ich habe immer nur noch weiter gelesen, weil ich hoffte der Autor bekommt die Kurve, war die Grundidee an sich ja eigentlich gut. Leider bekam er sie nicht. Insgesamt hat mich das Buch enttäuscht, ein dicker Schinken und nicht viel dahinter.

Die Mütter-Mafia-Trilogie – Kerstin Gier

Ich habe mich entschlossen die 3 Einzelbände (Die Mütter-Mafia, Die Patin, Gegensätze ziehen sich aus) gemeinsam zu beschreiben. Ich habe sie alle in kurzen Abständen gelesen – und mich amüsiert. Selbst zu diesem Zeitpunkt schwanger haben mich die herrlich spitzen Beobachtungen im Mütter-Kosmos (den es so garantiert in jeder deutschen Großstadt gibt) angenehm schaudern lassen. So manches Mal brachten mich die Bücher zum Schmunzeln, Lachen und Kichern. Ich gebe ehrlich zu das ich nicht ganz soviel erwartet hatte zu Anfang und dann eines besseren belehrt wurde – man schliesst die Protagonisten ja doch ins Herz und auch wenn manches Mal die Geschehnisse ein wenig überbordend werden – was solls – dafür ist es eben auch ein Buch und kein Sachbuch über die Realität. Mich hat diese Reihe jedenfalls prima unterhalten und ich verfolge den Blog von Constanze, der Hauptfigur immer wieder gerne :-)

Die Liste – John Grisham

Grisham hat hier nicht sein bestes Werk verbrochen. Die Krimihandlung ist nicht so ausgeprägt obwohl es Morde gibt, es ist im Bezug auf die Atmosphäre der Südstaaten gelungen – auch die Problematiken der damaligen Zeit, Rassentrennung und das zum Teil fatale Rechtssystem der USA werden aufgegriffen. Dennoch – das Buch mutet mehr wie ein Roman an, ein durchaus ordentlicher, mit einigen sehr interessanten Figuren – aber so recht Spannung will nicht aufkommen. Wer Grisham mag, der kann zugreifen, solange er keinen Thriller erwartet – dafür die Geschichte einer Kleinstadt, eines eigenwilligen, jungen Zeitungsverlegers und seiner spannendsten Interviewpartnerin….

Saphirblau: Liebe geht durch alle Zeiten – Kerstin Gier

Nachdem „Rubinrot“ mich so begeistert hatte, musste ich einen kleinen Abstecher machen und dann am Sonntag noch in die Buchhandlung fahren (wozu hat man Schlüssel…) und mir den zweiten Teil besorgen – bis Montag hätte zu lange gedauert *hust*. Konnte mich von der Geschichte einfach schwer losreissen. Gier hat sich hier warmgeschrieben, die Figuren sind einem bereits vertraut und so langsam beginnt sich eine gewisse Spannung anzuschleichen – die Zeitreisenden Gideon und Gwendolyn bekommen immer mehr Einblicke in ihre „Mission“, werden aber gleichzeitig vor weitere Geheimnisse gestellt – genau wie der Leser. Gerade für Liebhaber des Miträtselns wird hier einiges geboten, es fallen immer mehr Hinweise und Theorien auf – und die Charaktere bekommen noch mehr Ecken und Kanten. Ich möchte hier garnicht weiter auf die Entwicklung eingehen um niemand zu spoilern – mir gefiel dieser zweite Teil ebenso gut und ich kann nur warnen: er hat einen sehr, sehr fiesen Cliffhanger am Schluss…wer das nicht mag sollte bis Oktober warten, da ist dann der dritte Teil angekündigt…;-)  Ich freue mich jedenfalls schon riesig darauf!