Das Buch trägt den Untertitel „Ein ehrlicher Schwangerschaftsroman“. Und diesen Untertitel trägt das Buch zurecht. So einiges habe ich in letzter Zeit angesehen, angelesen und eher genervt wieder weggelegt…Dieses Buch hingegen hatte ich innerhalb eines vergnüglichen Nachmittages durch und dachte nur: So isses! Sehr angenehm und mit Leichtigkeit geschrieben, nicht belanglos, sondern mit allem, was eine schwangere Frau so umtreibt. Ausserdem hat Jakobs mich einige Male zum Lachen gebracht und macht den Eindruck, sie könne auch über sich selbst lachen – für mich ein wirklich schöner Einstieg in die Schwangerschaft!
Schlagwort: Roman
Immer wieder Ghandi – Vikar Swarup
Ich habe auf dieses Buch gewartet. Habe hohe Erwartungen reingesetzt. Hab mich fast nicht getraut anzufangen, vor Angst enttäuscht zu werden. Zum Glück hält mich sowas nicht zu lange ab: den dies ist für mich die Entdeckung des Frühjahrs – bei der ich mich nicht eine Minute gelangweilt habe!
Swarup (bekannt durch „Rupien, Rupien“) beschreibt diesmal die geniale Geschichte rund um den Mord an Vicky Rai – 6 Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, kommen für den Mord in Frage. Jede hat ihre Geschichte, ein mögliches Motiv, ein Alibi, eine Verbindung zum Opfer…nacheinander deckt der Autor für uns die Zusammenhänge auf. Was dieses Buch absolut fantastisch macht ist nicht nur das Feuerwerk an Ideen, Wendungen und Zusammentreffen der Figuren – es ist auch die Lust am Fabulieren, die einen sofort nach Indien katapultiert. Bis zum Schluss habe ich mir immer wieder die Hände gerieben weil ich dachte, NUN hätte ich den Autor durchschaut – aber er hielt mich bis zur letzten Seite gespannt wie einen Flitzebogen!
So etwas tolles habe ich lange nicht gelesen! Absoluter Tipp, hier lohnt das Hardcover zu 100%!
Viertel nach Handgelenk – Pippin Wigglesworth
Abgesehen vom Autorennamen und dem wirklich guten Titel, ist es schwer etwas wirklich gutes über diesen Roman zu sagen ausser: wer wissen will, wie man möglichst viel saufen, Drogen konsumieren, heftig abstürzen kann und keinen Plan haben kann, der ist hier richtig. Man muss ihm zu Gute halten, das ganze doch auf erquickliche Länge gestreckt zu haben und wenigstens zum Schluss hin einen kleinen Silberstreif überzulassen. Moral von der Geschicht: irgendwann kommen die Leute im weissen Kittel ja doch…
Spiegel das Kätzchen – Gottfried Keller
Ein tolles Märchen von Gottfried Keller, über Spiegel, den klugen Kater, der dem Hexenmeister Pineiß ein Schnippchen schlägt. Für jeden Märchenfan ein Genuß und für alle Fans von Walter Moers ein Muß – Das Anagramm von Gofid Letterkiel entstammt nicht von ungefähr – Der Roman „Der Schrecksenmeister“ fußt auf eben diesem Märchen. Macht einfach Spaß!
Obession – Hitomi Kanehara
Ein Portrait einer jungen Japanerin, die in ihren Beziehungen ungesunde Muster an den Tag legt. Für einen Westler teilweise eine ganz andere Sichtweise und doch ähneln sich ja überall auf der Welt die großen Themen. Ungewöhnlich, heftig und ein wenig erschreckend…
Die Musik der Wale – Wally Lamb
Was ein Wälzer. Und auf über 600 Seiten passiert unserer Hauptperson so ziemlich alles, was so schiefgehen kann. Glaubt man anfangs noch, das die Dinge für Dolores Price sich noch gut entwickeln werden, so entdeckt man mit Schrecken, das die Abwärtsspirale sich noch viel weiter nach unten drehen kann. Ich muss ganz ehrlich gestehen, das ich nicht so glücklich mit dem Roman war und nicht ganz warm mit ihm wurde. Es ist andererseits aber auch faszinierend, in wieviel Drama sich eine Person manövrieren kann und wie weit Menschen gehen…es ist ein wenig unentschieden mit diesem Buch: nicht verkehrt, aber auch für mich kein Buch über das ich Freudenschreie ausstoße. Am besten – selber lesen, über dieses Buch könnte man sicher gut diskutieren, also los ;-) .
Jenseits GmbH – Amber Benson
Die Autorin kenne ich aus Buffy, wo diese über mehrere Staffeln die Tara spielt. Wenn also eine Schauspielerin einer Mystery-Serie einen witzigen Roman über den Tod schreibt – wer wäre ich, diesen nicht lesen zu wollen? Er fängt auch gar nicht verkehrt an, hat einige herrliche Ideen und Lacher drin – die restliche Zeit zieht es sich leider ziemlich, wiederholt sich, wird zäh. Ich hab es mehrfach für andere Sachen weggelegt, dann aber doch noch beendet. Die Buchform wird den ganzen Ideen nicht gerecht, es ist zuviel, zu gewollt, zu gestellt. Ich würde es nicht unbedingt nochmal kaufen, man kann es sich ja mal zum Anlesen aus der Bibliothek ausleihen ;-)
Die Zwillinge von Highgate – Audrey Niffenegger
Ich fing dieses Buch an und die ersten 100 Seiten waren weg wie nichts – ein toller Stil, ein echter Page-Turner. Wie die meisten ahnen, wird Niffenegger auch diesmal ein phantastisches Element eingebaut haben – das muss man mögen, in jedem Fall eine Geschmackssache. Als Elspeth stirbt, hinterlässt sie eine große Wohnung in London, direkt am Highgate-Friedhof. Die Nichten ihrer Zwillingsschwester, mit der Elsbeth kaum noch Kontakt hatte, sollen die USA verlassen und diese für ein Jahr beziehen. Aber Elsbeth hinterlässt auch ihren Liebhaber, Robert, der den Mädchen das Einleben erleichtern soll. An alles hat Elsbeth gedacht – sie hat nur nicht damit gerechnet, selbst als Geist in der Wohnung zu verweilen…
Insgesamt musste ich lange nachdenken, wie ich das Buch fand. Ich fand die Geist-Elemente eigentlich sehr spannend und auch die Geschichte hatte genug Geheimnisse und Faszination. Einige Kleinigkeiten als auch Angewohnheiten der Protagonisten sowie die etwas unheimlichen Zwillinge machten es schwer, dem Buch uneingeschränkt eine Bestnote zu geben. Andererseits hatte ich es extrem schnell durch und auch genoßen. Einzig der Schluss, der sehr abrupt kam und mich ehrlich gesagt nach Luft hat schnappen lassen, hinterlässt einen etwas schalen Nachgeschmack. Trotzdem mit Abstand, hab es gern gelesen.
Brief einer Unbekannten – Stefan Zweig
Dieses wunderbare Kleinod fällt in die Kategorie: klein, fein, gehört-ins-Regal. An dieser Stelle ein Dank an Doreen, die mir dieses Buch ans Herz legte. Ich klappte es mit glücklich-tragischem Seufzen am Ende zu…die Geschichte, die in einem Brief an einen berühmten Schriftsteller erzählt wird, ist eigentlich eine schlichte Liebesgeschichte – und ist doch soviel mehr. Eine Geschichte aus dem Schatten heraus, über eine nicht geliebte Liebe – das alles in zweig’scher Manier – lesen!
Du stirbst nicht – Kathrin Schmidt
Über diesen Roman wurde nach dem Gewinn des Deutschen Buchpreises ja mehr als genug geschrieben. Insgesamt wurde ich nicht enttäuscht – es ist nicht unbedingt meine Genre, aber auch nicht so weit entfernt. Was mir gut gefallen hat, ist das Schmidt ein Randthema oder eher: gleich mehrere davon aufgegriffen hat und es verstanden hat, diese in eine Geschichte zu verweben, die einem noch lange nachhängt. Die Strukturen innerhalb einer Familie und auch die Fallstricke, Ängste und Verlust, das alles wird hier auf ungewöhnliche Weise dargestellt. Auch sprachlich hat Schmidt einige wunderbare Passagen in diesem Roman, interessante Wortschöpfungen und vorallem: glasklare Gedanken, gerade zu Anfang, es ist ausgefeilt. Der Deutsche Buchpreis wurde meiner bescheidenen Meinung nach verdient vergeben!