Was für ein wunderbares Buch! Ein Briefroman der mich total begeistert hat und somit zu einem der schönsten Sommerbücher 2010 für mich wurde. Der Briefwechsel zwischen einer Schriftstellerin und einer ganzen Insel in den späten 40ger Jahren bezaubert durch seinen Charme, die herrlichen Eigenheiten der Hauptpersonen und viel Gefühl ohne dabei zu kitschig zu werden. Ein Buch das man seiner besten Freundin schenken möchte, ein Buch das man im Regal stehen sieht und anfängt zu lächeln. Wenn Sie es noch nicht kennen – bitte lesen Sie es!
Schlagwort: Roman
Die Radleys – Matt Haig
Mal ein etwas anderer Vampirroman, abseits von Biss und eher in der Romanecke als bei Fantasy und Jugendbuch zu finden. Eine ganze Vampirfamilie die gerne abstinent leben wollen, das war mal etwas neues – und entfaltet eine gewisse Komik durch das Schweigen der Eltern, die ihren Kindern nicht gesagt haben, das sie eigentlich Geschöpfe der Nacht sind… Das Buch liest sich schnell, witzig und man entdeckt trotz der vampirischen Abstammung auch in dieser ungewöhnlichen Familie die gleichen Abgründe wie überall. Was den Roman auszeichnet ist, das auch absolute Nicht-Vampir-Fans ihre Freude daran haben werden!
Die Insel unter dem Meer – Isabel Allende
Dieser Roman hat mich nicht ganz so begeistert wie andere Werke von Allende. Es fehlte ihm das opulente und überbordende Fabulieren von „Das Geisterhaus„, der Charme von „Das Siegel der Tage“. Wie gehabt geht es hier wieder um eine starke Frauenfigur die sich im Haithi des 18 Jahrhunderts behaupten muss, entgegen Slaverei und Mißhandlungen. Es las sich für mich einfach zäh und die Geschichte kam nicht so richtig in Fluß. Am Schluss war ich zwar versöhnt, im Großen und Ganzen war es solide erzählt, aber es bleibt doch der etwas getrübte Eindruck.
Ich schreib Dir morgen wieder – Cecilia Ahern
Hier kann ich mich kurzfassen: das Strickmuster von Cecilia Ahern ist durchaus bekannt. Und haben mich ihre ersten beiden Bücher noch begeistert, so kann ich hier eigentlich nur noch sagen, das ich das Buch aus Gewohnheit gelesen habe. Die Hauptpersonen bekommen nicht richtig Kontur und sind nicht unbedingt Sympathieträger, die Geschichte schleppt sich so dahin und irgendwie…es war einfach nicht mehr meines und ich konnte dem Buch nicht mehr viel abgewinnen. Die fantastischen Elemente die in ihren letzten Büchern immer wieder auftauchen sind für mich nicht sehr ansprechend.
Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche – Alina Bronsky
Bronsky hat mit Scherbenpark bewiesen, das sie schnell, heftig und gut schreiben kann. In ihrem neuen Roman geht sie noch eine Spur weiter und schreibt eine Geschichte, die so durchaus passieren könnte – wo man aber zwischendurch zwischen Entsetzen und Lachen schwankt, ob der Schnelligkeit und bizarren Ereignisse. Eine Großmutter die sich in das Leben ihrer Tochter und vorallem ihrer unverhofften Enkelin einmischt und das auf so kompromisslose Weise das man sich nicht entscheiden kann, ob man sie ob ihrer Unverforenheit bewundern soll oder sich an den Kopf greifen, warum niemand aufbegehrt. Die 3 Frauen können nicht ohne einander aber auch nicht miteinander, sind durch ihre Familienbande gebunden. Bronsky hat einen Roman geschrieben, der sich nicht in eine Schublade packen lässt: auf der einen Seite fast unfreiwillig komisch und doch tragisch aber auf jedenfall: verdammt gut geschrieben!
Mit Blick aufs Meer – Elizabeth Strout
Ich tue mich ein bisschen schwer damit diesen Roman zu beschreiben. Zum einen ist er klug und auf leise Zwischentöne bedacht. Zum anderen war er mir manchmal ein bisschen zu zerstückelt. Ich hab ihn schnell gelesen, fand einige Stellen so schön, die Beobachtungen die die Hauptperson Olive anstellt in ihrem kleinen, verschlafenen Dorf scharfsinnig und erfrischend. Trotzdem blieb nach dem Lesen insgesamt das Gefühl, einiges war zu „sperrig“, etwas unfertig.
Die Farbe von Flieder – Elizabeth Noble
Ab und an braucht es mal einen Roman, den man so weglesen kann, der das Schicksal einiger Frauen beschreibt, ihre Freundschaften, Krisen und Herausforderungen. Sowas für aufs Sofa mit Herz. Wer da also noch was sucht wird hier fündig. Besonders schön fand ich, das die Frauen sich in einem Lesekreis treffen – von den Büchern die dort gelesen wurden, sind danach einige auf meiner Liste gelandet.
Die Mütter-Mafia-Trilogie – Kerstin Gier
Ich habe mich entschlossen die 3 Einzelbände (Die Mütter-Mafia, Die Patin, Gegensätze ziehen sich aus) gemeinsam zu beschreiben. Ich habe sie alle in kurzen Abständen gelesen – und mich amüsiert. Selbst zu diesem Zeitpunkt schwanger haben mich die herrlich spitzen Beobachtungen im Mütter-Kosmos (den es so garantiert in jeder deutschen Großstadt gibt) angenehm schaudern lassen. So manches Mal brachten mich die Bücher zum Schmunzeln, Lachen und Kichern. Ich gebe ehrlich zu das ich nicht ganz soviel erwartet hatte zu Anfang und dann eines besseren belehrt wurde – man schliesst die Protagonisten ja doch ins Herz und auch wenn manches Mal die Geschehnisse ein wenig überbordend werden – was solls – dafür ist es eben auch ein Buch und kein Sachbuch über die Realität. Mich hat diese Reihe jedenfalls prima unterhalten und ich verfolge den Blog von Constanze, der Hauptfigur immer wieder gerne :-)
Atem – Tim Winton
Man könnte das Buch kurz beschreiben indem man sagt: es ist ein Surfer-Roman. Das allein würde diesem Buch aber nicht gerecht. Es ist auch ein Buch über Freundschaften und Veränderungen. Ein Buch über den Kick, Adrenalin und die perfekte Welle. Wer selbst surft wird sicher noch mehr Facetten finden können, aber auch für Nicht-Surfer erzählt dieses Buch einiges über das Leben. Like!
Feindesland (Hartmut und Ich in Berlin) – Oliver Uschmann
Endlich wieder neues von Hartmut und seinem Freund! Und dieser Band versprach auch wieder mehr nach meinem Geschmack zu werden: das Chaos-Duo und seine beiden Frauen in Berlin – was willste mehr? Jedenfalls glänzt dieser Band wieder mit einem Haufen schräger Ideen und verrückter (oder doch genialer?) Pläne der beiden, ich habe mehr als einmal laut gelacht und ganze Absätze zitiert. Diese Schreibe ist einfach zu herrlich! Uschmann schlägt aber auch ungewohnt leise Töne an und wagt sich damit auf neues Gebiet. Es ist ihm gelungen – ich kann die Reihe immer wieder nur empfehlen!