Überlebensgroß – Mark Watson

Das Buch konnte mich von vorne bis hinten nicht überzeugen – was schade ist. Obwohl große Namen es auf der Rückseite lobten, so kam es bei mir doch zu gewollt, zu angestrengt herüber. Es ist wenigen gegeben, die Dramen des Lebens mit einer gewissen Leichtfüßigkeit beschreiben zu können – und wenn man es nicht kann, endet es eher in Tragikkomik… denn manches kann man nicht locker-leicht beschreiben, ohne dass man das Gefühl bekommt, der Autor nehme seine Figuren nicht ernst. Hier erschienen mir die Probleme zu hausgemacht, ich konnte mich mit niemandem richtig anfreunden und auch wenn ein paar Dinge es immer so rausrissen, dass ich es zuende gelesen habe – so richtig Freude hatte ich nicht daran. Und obwohl ich oftmals mit Christine Westermann übereinstimme – diesmal leider nicht.

Mathilde und der Duft der Bücher – Anne Delaflotte

Ich habe so einen kleinen Sensor im Kopf, der beim Blättern in Vorschauen automatisch „Kaufen!“ brüllt, sobald ein Buch mit Buchhändlern, Antiquaren, Buchherstellung und ähnlichem zu tun hat. So also auch hier. Leider war das Innenleben nicht so schön wie das Äussere. Die Handlung plätscherte so vor sich hin, das Dörfchen war zwar nett aber doch recht vorhersehbar gestaltet und so richtig Stimmung kam nicht auf. Einzig die Buchbinderszenen fand ich sehr anschaulich zu lesen.  Es war okay, aber eigentlich habe ich selbst von so einer leichten Sommerlektüre mehr erwartet.

 

Wir beide, irgendwann – Jay Asher/Carolyn Mackler

Das war nett. Will sagen: die Idee war witzig aufgemacht, besonders für jemanden wie mich, der auch durchaus noch den Ton eines sich verbindenden Modems kennt, war es ein schöner Flashback, zurück in eine Zeit in der es zwar Computer gab, aber eben kein Facebook… und auch, wie anders die Jugendlichen, die damit konfrontiert werden, zunächst reagieren. Ich glaube, ich hätte es als Jugendliche gerne gelesen, liess sich gut wegschmökern. Mehr war es für mich allerdings dann auch nicht, es blieb nicht haften.

Souvenirs – David Foenkinos

Anfangs hat mich das Buch entzückt, dank dem Vorgänger „Nathalie küsst“ erwartete ich wieder eine Geschichte die von leichter Hand geschrieben scheint und doch tiefer geht. Ein kleines bisschen verliert sich dieser Zauber der ersten Seiten im Verlauf der Geschichte – was vielleicht den Handlungen der Protagonisten geschuldet sein mag, vielleicht aber auch der Episodenhaftigkeit. Trotzdem habe ich diesen Roman gerne gelesen, weil er alle Facetten des Lebens beleuchtet und durch charmante Einfälle besticht – Souvenirs eines bewegten Lebens eben.

Will & Will – John Green und David Levithan

Von beiden Autoren habe ich zuvor etwas gelesen und war angetan. Entsprechend hoch meine Erwartungen dieses gemeinsame Werk, zumal ich diese Art der Zusammenarbeit erstaunlich finde. Aber hier waren Zweifel unbegründet – die beiden Autoren ergänzen sich so perfekt, man könnte meinen es wäre eine Person. Gemeinsam haben sie definitiv die Liebe zu unangepassten Figuren, zu einer gewissen Tragik die oftmals fast ins Komödienfach wechselt. Und vorallem: man lebt mit den Figuren mit, sie bleiben nicht lange neu und fremd sondern werden schnell zu jemandem der auch auf unserem Sofa sitzen könnte. Dieses Buch hat mich durch seine Frische, seinen Witz, seine große Herzlichkeit und vorallem das Gefühl, hier wirklich einen Blick ins Teenagerleben zu werfen, überzeugt. Was für eine verrückte Story, einfach herrlich!

Ismael Trilogie – Michael Gerad Bauer

Achtung, es folgt ein Begeisterungssturm! Diese wunderbare Trilogie hat mich wieder daran glauben lassen, dass es einfach wunderbare Jugendbücher (die gerade Jungs gerne lesen werden!) gibt. Die Bücher strotzen nur so vor Humor, ich habe gegrinst, lauthals gelacht, geschmunzelt – die ganze Palette vergnügten Lesens! Die Figuren rund um Ismael Leseur wachsen einem so ans Herz und begleiten den Leser zum Glück durch die ganzen drei Bände.

Was macht das Spezielle dieser Bücher aus? Ich würde sagen: der Autor hatte richtig viel Spaß am Schreiben gehabt, das spürt man in jedem Satz. Noch dazu verliert er über alle drei Bände nicht das Besondere, es wurde eher noch besser, weil man mit allen mitfieberte und die Eigenheiten der Agierenden schon kannte. Wer einen leseunwilligen Teenager zuhause hat – zugreifen. Wer sich mal wieder richtig amüsieren will – zugreifen. Wer gerne gut geschriebene, noch dazu die großen Themen betreffende Jugendliteratur lesen will – zugreifen. Ach, was sag ich: einfach bitte alle zugreifen, kaufen, lesen!

Nenn mich nicht Ismael / Ismael und der Auftritt der Seekühe / Ismael: Bereit sein ist alles