Tote Mädchen lügen nicht – Jay Asher

Dieses Leseexemplar fand ich schon in der Verlagsvorschau spannend. Hannah begeht Selbstmord und nach ihrem Ableben tauchen 7 Kassetten, in einem Schuhkarton verpackt bei ehemaligen Schulkameraden die mit ihr zu tun hatten auf. Allerdings hatten sie wohl nicht nur das…Hannah beschuldigt jeden einzelnen, Mitschuld an ihrem Tod zu haben. Die Idee allein ist sehr packend, der Ich-Erzähler Clay hört sich die Kassetten nach und nach an, vermischt die Stimme auf dem Band mit seinen Erinnerungen…ein tolles Jugendbuch, auch für eher-wenig-Leser. Einen kleinen Abzug gebe ich für die Sichtweise Hannahs, die ich zum Teil nicht nachvollziehen kann, das mag an den etwas anderen Werten in den U.S.A liegen. Das Ende hingegen fand ich im Gegensatz zu einigen anderen Lesern sehr gut & passend.

Ein Apfel ist ein komischer Pfirsich – Cynthia Lord

Catherine hat ein Regelbuch. Dort sammelt sie alle Regeln, die ihr kleiner Bruder David nicht behalten kann. David ist autistisch und solche Dinge wie „Hosen anlassen“ „Kein Spielzeug ins Aquarium“ „Nicht alles was man denkt, muss man sagen“ sind für ihn schwer zu merken, Pünktlichkeit hingegen ist fast überlebenswichtig. Catherine liebt ihren Bruder, fühlt sich aber wie sein Schatten und nicht wahrgenommen. Als sie im Therapiezentrum Jason kennenlernt und seine spezielle Art der Kommunikation, lernt Catherine nicht nur, was Freundschaft ist, sondern auch sehr viel über sich selbst und ihre Familie.

Ein ganz tolles Jugendbuch über das „Anders-Sein“, das „Akzeptiert-Werden“ in Gesellschaft, über Ausdruck – sehr sensibel erzählt, ohne jeglichen moralischen Zeigefinger! Dieses Buch möchte ich meinen Kindern gerne vorlesen!

Wie man unsterblich wird: Jede Minute zählt – Sally Nicholls

Kann ein Buch über das Sterben, das Sterben eines jungen Menschen schön sein? Manchmal sogar witzig? Und einen dann wieder zu Tränen rühren? Klug und sensibel? Ja! Dieses Buch ist eine wunderschöne Sammlung an Fragen, an Gedanken des 11jährigen Sam, der voller Herz seine Krankheit schildert. Die Gefühle und Beschreibungen aus seiner Sicht gingen mir nahe, machten mich nachdenklich und berührten mich. Ein ganz besonderes Buch!

15 Jungs, 4 Frösche + 1 Kuss – E. Lockhart

Ein Jugendbuch das mich aufgrund des Titels irgendwie anlachte…und das ausnahmsweise mal nicht von der einzig wahren, perfekten ersten Liebe heiratet, sondern eben davon, das Liebe Freundschaften zerstören kann, nicht jeder Junge der „richtige“ ist und welche Mißverständnisse es noch so an einer Highschool geben kann. Ruby hat ziemlich Mist gebaut, was Jungs angeht und landet so bei einer Psychologin, die sie „Dr Z“ nennt. Für diese soll sie eine Liste aufstellen…und damit werden die Probleme nur noch größer. Allerdings lernt Ruby dabei eine ganze Menge über sich selbst und auch die Leute um sie herum. Fand ich wirklich recht gut, wegen sehr wenig Schwarz/Weiss und viel Selbstreflektion der Protagonistin.

Rico, Oskar und das Herzgebreche – Andreas Steinhöfel

Meine Helden im Kinderbuch sind wieder da. Und in diesem Band prasselt ganz schön viel auf die beiden ein: Eltern die sich seltsam verhalten, komische Nachbarn, das ganze mit der Liebe und vorallem steckt Ricos Mama ganz schön in der Patsche. Aber Rico & Oskar wären keine Freunde, wenn sie nicht versuchen würden, das ganze „zu regeln“. Wieder wunderschön illustriert und mit ganz vielen großartigen Worterklärungen von Rico versehen. Anfangs war ich etwas erstaunt, da es hier zwar einen Haupt-Handlungsstrang gibt, Steinhöfel aber sehr viele Themen gleichzeitig anpackt…es lässt mich auf einen dritten Band hoffen ;-)  Insgesamt wieder furios erzählt, sehr einfühlsam und zum Schluss wieder richtig spannend!  Für alle Kinder ab 10 und für Erwachsene, die gerne Kind waren und es immer noch sind!

Scherbenpark – Alina Bronsky

Für mich zunächst mal „dienstliche“ Lektüre, ist dieses Buch doch das Buch, welches unsere Stadt 2009 im Juni lesen wird. Hier wird eine Geschichte ehrlich und authentisch erzählt – die Geschichte von Sascha, die aus Moskau kommt, aber in Deutschland lebt. Sie hat 2 Ziele – sie will ein Buch über ihre ermordete Mutter schreiben und sie will den Mörder töten. Hier erzählt eine 17jährige mit unglaublicher Schlagkraft, so trocken, das es teilweise wehtut und doch so sensibel, das man das Gefühl hat, direkt in sie hineinzuschauen. Sie lebt in einer ganz eigenen Welt, hat neben der Trauer um die Mutter noch das Leben in ihrem russischen „Solitär“, die Aufsicht über die jüngeren Geschwister und die verwirrende Liebe zu meistern. Aber Sascha behauptet sich. Und das liest sich so packend, so überraschend, das ich das Buch wirklich nur empfehlen und durchaus als künftige Schullektüre empfehlen würde! Kein moralischer Zeigefinger, keine konstruierte Geschichte – es ist einfach überzeugend und „echt“.

Wer ist Violet Park?- Jenny Valentine

Die Geschichte fängt damit an, das der 16järige Lucas in einem Taxiunternehmen eine Urne sieht – darin befindet sich die Asche von Violet Park. Aber – wer war Violet Park? Warum ist ihre Urne im Taxi liegengeblieben? Und – was hat sie eigentlich mit seinem Leben zu tun? Diese Geschichte ist so wunderbar geschrieben, die Zusammenhänge so schön komponiert – ein ganz tolles Jugendbuch, über die, die man liebt, weil sie einen verlassen. Es klärt vielleicht nicht alle Fragen. Aber man findet Antworten, von denen man nicht wusste, das man sie braucht.

Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers – Sherman Alexie

Sehr gut! Ein Buch das man in einem Rutsch liest, weil es keinen guten Zeitpunkt gibt, es mal wegzulegen. Als „Junior“ mit 14 aus seinem Reservat „ausbricht“ und anfängt zu einer „weissen“ Highschool zu gehen, fällt es ihm schwer zu sagen, wohin er gehört, auf der Schule ist er Aussenseiter, zuhause im Res. der Verräter. Mithilfe von Büchern und gezeichneten Comics (im Buch ^^) drückt er sich aus – das liest sich verdammt ehrlich, rasant und ja…ich fands überaus beeindruckend. Alexie ist selbst Spokane-Indianer, das Buch trägt autobiographische Züge. Würde ich Sternchen vergeben: Hier sind 5! Für ein verdammt gut gemachtes Jugendbuch!

Ps: Erschein im Oktober 2009!

Paul Vier und die Schröders – Andreas Steinhöfel

Als die Schröders im Haus nebenan einziehen, zerreißen die Nachbarn sich das Maul – eine alleinstehende Frau und 4 Kinder mit seltsamen Namen wie Erasmus und Delphine? Aber es bleibt nicht beim Klatsch – Paul muss sich entscheiden, ob er weiterhin so leben will wie seine Nachbarn. Die ehrlichen und direkten Schröders halten der Nachbarschaft mehr als einmal einen Spiegel vor. Ich war ein wenig traurig nach diesem Buch – aber beeindruckt vom Autor, der hier eine Szenerie erschaffen hat, die einen zum Nachdenken bringt! Kein Wunder, dass dieses Werk mittlerweile zu den klassischen Schullektüren zählt!