Im Zuge eines Lesekreises der Longlist des DPB, hier mein Diskussionsbeitrag: Also, Hasenleben. Ich war zunächst sehr angetan – eine tolle Sprache, sehr lebendige Sprachbilder vor meinem Auge – die Geschichte fand ich zu Anfangs auch spannend. Das ging so über weite Strecken und man wusste nicht so genau wohin der Autor steuerte. Dann gab es (auch erzählbedingt) einen Bruch im Buch der mich überhaupt nicht ansprach. Im Nachhinein wars verständlicher, ich hab mich aber einige Seiten lang gequält. Danach wars aber wieder okay. Insgesamt also immer noch eine gute Note, wäre da der Bruch nicht gewesen…irgendwie schad.
Autor: Sarah
Léon und Louise – Alex Capus
Dieses Buch hat mich bezaubert – durch einen leichten (aber nicht seichten) Erzählstil und Figuren die sich einprägen – ich sehe da so viele Bilder vor meinem inneren Auge entstehen. Obwohl es zur Besatzungszeit in Frankreich spielt verliert es nie diese gewisse Leichtigkeit. Einfach ein toller, prallvoller Roman einer ganz besonderen Begegnung und Liebe. So stelle ich mir einen gelungenen Roman vor!
Zoë – Clay Carmichael
Allein das Cover dieses Buches hat mich sofort angesprochen. Noch dazu Hanser, ein toller Verlag der grade bei Jugendbüchern sehr oft bereits meinen Geschmack getroffen hat – auch hier wieder! Die zwölfjährige Zoë die nach dem Tod ihrer Mutter zu ihrem Onkel Henry (einem ausgemachten Eigenbrötler) zieht, hat es mit ihrem Onkel nicht grade einfach getroffen. Er kennt sich mit Jugendlichen nicht aus – sie ist den mürrischen, schweigsamen Mann nicht gewohnt. Wie sich zwischen den beiden nach und nach Nähe entwickelt, beide lernen die Grenzen des anderen zu erkennen und ihm einen Teil ihrer eigenen Welt zu zeigen – das liest sich sehr zart und besonders.
Der Hals der Giraffe – Judith Schalansky
Im Zuge eines Lesekreises der Longlist des DPB, hier mein Diskussionsbeitrag: Das passte für mich, jetzt mal rein von der literarischen Komponente prima auf die Longlist – vielleicht sogar die Shortlist. Ein sehr klarer, prägnanter Stil, fast schon ein wenig wütend, manchmal sehr stakkato. Von der Geschichte her (es sind 3 Tage im Leben einer Biologielehrerin) hat es mich so mittelmässig angesprochen – ein paar Dinge fand ich sehr vorhersehbar, einiges wiederholte sich ein wenig. Was aber wirklich genial gemacht ist, die Ausstattung (wunderschön, bei Suhrkamp) grafisch sehr ansprechend – auch innerhalb des Buches viele Illustrationen. Und da bekommt die Geschichte dann auch wieder einen Stern mehr von mir – die Übertragung von Biolgie und den „Arten“ auf eine Schulklasse, die Verknüpfung dieser beiden „Aufzuchtbecken“ sozusagen, das ist schon sehr gekonnt (vorallem wenn ich das Alter der Schriftstellerin bedenke). Doch, hat sich gelohnt.
Gruber geht – Doris Knecht
Im Zuge eines Lesekreises der Longlist des DPB, hier mein Diskussionsbeitrag: In einigen Einschätzungen kommt der ja nicht so gut weg. Ich verstehe auch durchaus wieso, allerdings habe ich mehrfach gelesen, das nur die ersten 30 Seiten angelesen werden und das wird dem nicht gerecht. Meiner Meinung nach bekommt das Buch später noch einiges mehr an Facetten. Ich finde es ist böse, zynisch, natürlich mit Übertreibung als Stilmittel. Ich finde es aber auch erfrischend, mal eine wirklich so unsymapthische Hauptfigur zu erleben. Auch die kurzen Episoden die eingestreut sind von den Menschen um ihn herum, ergeben nochmal ein runderes Bild. Ich habs an einem Abend gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Für die Longlist ein guter Kandidat, auf der Shortlist sehe ich ihn (bisher) eher nicht, dafür fehlt wahrscheinlich dann doch noch ein Quentchen.(Und damit hatte ich dann ja auch recht).
Bitte 2x Wolke 7 – Jutta Wilke
Wie war das eigentlich nochmal, so mit 15? Der ganze Sommer liegt noch vor einem, die Träumereien sind groß und vielleicht steht einem ja endlich mehr bevor als nur Küssen….wären da nicht noch so anstrengende Aspekte eines Teenie-Lebens wie die geschiedenen Eltern, des Vaters neue Freundin, der Schwarm der sich als seltsam unperfekt erweist und nerviger Nachhilfeunterricht. Und überhaupt: wie ist das eigentlich mit dem ersten Sex? Ich erinnere mich noch gut an die Sommer meiner Jugend und kann nur sagen, Jutta Wilke hat dieses Gefühl perfekt eingefangen!
Das leichte Kribbeln, das Gefühl auch mal von allem verlassen zu sein, aus dem Bauch zu handeln ohne an die Konsequenzen zu denken. Ihrer Hauptfigur haften sehr sympathische, lebendige Züge an und das Buch hat soviele liebenswerte Einfälle. Das perfekte Sommer-Ferien-Buch für alle die jung sind. Oder nochmal wissen möchten, wie sich das damals angefühlt hat…Danke für die Zeitreise ;-)
Das Portal – John Conolly
Hier fällt es mir etwas schwerer, einen Eindruck zu geben. Mir hat sehr viel an dem Buch gefallen: die leichten Anleihen in der Physik und anderen Naturwissenschaften, der Hauptheld, den der 11jährige Samuel darstellt, sehr viele witzige und mit schwarzem Humor gespickte Szenen. Trotzdem hatte das Buch immer mal wieder kleine Längen wo ich dachte: Mensch, das muss doch nicht sein! Fand ich ein wenig schade. Trotzdem, auf diesem Gebiet habe ich seit Bartimäus nichts Gutes mehr gelesen und unterhalten hat es mich jedenfalls!
Die Frau meines Lebens – Nicholas Barreau
Ich lese gerne romantische Bücher. Und gerne Bücher über die Liebe. Aber hier war alles zuviel: zuviel Drama, zuviel Ropmantik, zuviel ja…Zuckerguß? Der Autor hat jedenfalls reichlichst davon ausgekippt. Am Anfang hatte mich noch ein wenig die furios-rasante Art des Autors amüsiert, zum Schluss hin fand ichs geradezu hysterisch. Muss mir schwer überlegen ob ich nochmal etwas von ihm lesen werde, momentan stehen die Zeichen eher schlecht.
Jenseits des Meeres liegt die ganze Welt – Audur Jonsdottir
Wenn Island schonmal Gastland ist, will man natürlich auch ein Buch aus der Feder eines Isländers lesen. Allerdings ist das oftmals düstere, dramatische meist nicht so mein Fall – weshalb ich zu diesem Buch griff, das mir ein wenig aus der Reihe zu fallen schien – ein schöner Titel, ein helles Cover. Und es entfaltete sich vor meinen Augen ein recht leiser Roman, mit einer ganz eigener Dramatik innerhalb eines kleinen Kosmos. Dieser zeichnete für mich aber ein ganz großes Bild von den Isländern, ihrem Leben und ihrem Land. Hat mir wirklich gut gefallen!
König, Dame, Joker – Louis Sachar
Spätestens seit Löcher bin ich ein riesengroßer Fan dieses Autors. Seine originellen Ideen faszinieren mich – und so liest man hier zunächst die Einleitung, in der Sachar ganz herrlich versucht zu erklären, warum er denn nun gerade ein Jugendbuch schreiben wollte, das sich zum großen Teil mit Bridge befasst – nicht gerade ein Sport der dafür berühmt ist, hip bei Jugendlichen zu sein. Und noch dazu soll der siebzehnjährige Alton seinem blinden Onkel Lester (steinreich aber verbittert) beim Bridge-Spiel nur assistieren …
Nachdem ich das Buch nichtsdestotrotz verschlungen habe, kann ich nur sagen: Bitte schreiben Sie noch mehr! Bridge ist manchmal so spannend, dass ich mich dabei erwischt habe, mit den Füßen zu kippeln und die Luft anzuhalten, weil ichs kaum ausgehalten habe. Noch dazu ist die Geschichte so liebevoll geschrieben und weist an einigen Stellen ganz herrliche Selbstironie auf. Außerdem positiv zu bemerken: wenn man die Bridge-Beschreibungen nicht so sehr mag, kann man diese Teile überspringen und bekommt den Inhalt sehr kurz zusammengefasst – und trotzdem bleibt es immernoch ein ausgesucht gutes Jugendbuch!