Warum ich weiter bloggen werde und was das mit der Buchmesse zu tun hat.

Dies ist wohl der späteste Buchmesse-Post aller Zeiten. Und doch hat das nicht nur mit Zeitmangement zu tun, sondern mit den richtigen Worten, die sich manchmal erst einfinden, nachdem sich der ganze aufgewirbelte Staub, das Konfetti und die Euphorie gelegt haben.

Tatsächlich eignet sich die Frankfurter Buchmesse 2018 hervorragend dazu, eine Art von Jahresbilanz und einen Rückblick zu wagen, denn während diesen fünf Tagen verdichtete sich, worauf ich in diesem Jahr hingearbeitet hatte, fielen Entscheidungen und wurden neue Ideen erstmals laut ausgesprochen. Und auch rund zwei Monate später bleibt es für mich eine der schönsten Buchmessen, die ich je erlebt habe.

Doch zunächst ein wenig zurückgespult im Jahr.

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Fünf Weihnachtsbücher für die Adventszeit

Seid ihr noch auf der Suche nach weihnachtlicher Lektüre für die Adventszeit? Nach Büchern, die euch in weihnachtliche Stimmung versetzen, die man gemeinsam (vor)-lesen kann und mit denen man sich bei Regen oder idealerweise Schnee auf dem heimischen Sofa einmummeln kann? Dann geht es euch wie mir jedes Jahr im November und Dezember, denn für mich sind Weihnachtsbücher und Weihnachtsgeschichten eine heißgeliebte Tradition. Auch oder gerade, weil ich das Fest immer wieder anders erlebe, je älter ich werde, dieses Ritual bleibt eine Konstante.

Ganz gleich, wo und in welcher Zusammensetzung wir feiern, welche neuen Abläufe wir etablieren – am ersten Weihnachtsfeiertag wird mit einem Reste-Teller vom Weihnachtsessen auf dem Sofa in den neuen Büchern gestöbert. Und das macht mir noch genauso großen Spaß wie mit acht Jahren…

Hier kommen nun also fünf Bücher, die euch das Warten auf Weihnachten versüßen können!

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Eine Buchhändlerin träumt

Manchmal denke ich darüber nach, nochmal etwas anderes zu tun. Und dann taucht mit schöner Regelmäßigkeit in meinen Träumen ein wildes Gefährt auf. “Wenn ich einmal im Lotto gewinne” so beginne ich meist meine schwärmerischen Ausführungen, “dann kaufe ich mir einen großen Bus, stopfe ihn voll mit Büchern und dann fahre ich mit meinem Buchladen-Bus quer durchs Land!”. Und während wir so dahinfahren, mein Bus und ich, sammle ich andere großartige und verehrte Buchhändlerinnen und Buchhändler auf, die uns zeitweise begleiten, auf unseren Touren. Wie oft habe ich mir schon gewünscht, Continue reading Eine Buchhändlerin träumt

Mit dem Litteraturtoget durch Norwegen – eine Pressereise (Teil II)

Von drei ganz unterschiedlichen Interviews und wie es sich anfühlt, ein Schiff über einen Fjord zu steuern.

Bevor wir nach einem langen Litteraturtoget-Tag in Egersund ankommen, liegt noch ein längerer Bustransfer vor uns. Die Stimmung hob sich beträchtlich, als Ellen und Sunniva Chips und Getränke hervorzauberten und im Bus breitete sich einmal mehr das Klassenfahrts-Gefühl aus. Neben mir lernt Ilke, kräftig unterstützt von unseren beiden Norwegerinnen, die ersten Brocken Norwegisch und wiederholt mit wahrer Engelsgeduld Merkformeln zur Aussprache. Continue reading Mit dem Litteraturtoget durch Norwegen – eine Pressereise (Teil II)

Mit dem Litteraturtoget durch Norwegen – eine Pressereise (Teil I)

Von Beziehungen, der Kronprinzessin und der Schönheit Norwegens

Manchmal findet man eMails in seinem Posteingang vor, mit denen man SO ganz sicher nicht gerechnet hätte. Und nach deren Lektüre man sich dann erstmal kurz hinsetzen muss. Nach mehrmaligem Lesen war dann aber klar – die meinen das ernst! Das norwegische Königshaus, um genauer zu sein, die Kronprinzessin Mette-Marit lud mich ein, als ein Teil der deutschen Pressetruppe am Litteraturtoget 2018 teilzunehmen, der dieses Jahr an der Südküste Norwegens unterwegs sein würde. Organisiert wurde das ganze auf der deutschen Seite von der Agentur Literaturtest und auf der norwegischen Seite von Norla (Norwegian Literature Abroad).

Also, Koffer kaufen, mich über die Autorinnen und Autoren informieren, die wir treffen würden und hektisch recherchieren, ob ein Hofknicks von Nöten sei, wenn man auf die Kronprinzessin Mette-Marit trifft. Kleiner Spoiler vorab – die Norweger*innen sind da eher entspannt… ;-) Continue reading Mit dem Litteraturtoget durch Norwegen – eine Pressereise (Teil I)

Seht, was ich getan habe – Sarah Schmidt

Manchmal schreiben meine hochgeschätzte Kollegin Anja und ich uns lange Mails. Über das Leben. Die Bücher. Musik und Texte. Anjas Mails sind wahre Kleinode, die mit klugen Gedanken daherkommen und mich jedesmal mit ihrer sprühenden Begeisterung umhauen. Anfang diesen Jahres bekam ich wieder eine Mail von Anja, denn ich hatte ihr ein ganz bestimmtes Buch in die Hand gedrückt, wohl wissend, dass Anja der wohl weltweit größte Fan von Miss Lizzie von Walter Satterthwait ist und dieses Buch (welches leider nur noch antiquarisch erhältlich ist, schluchz!) in höheren, dreistelligen Stückzahlen unters Volk gebracht hat. Nun schrieb Sarah Schmidt also ein neues Buch über Miss Lizzie. Was das mit Anja gemacht hat? Lest selbst!

Von: Anja
An: Sarah
Betreff: Lizzie Borden took an axe,…

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Indiebookday 2018 mit Pinkfisch

Anlässlich des Indiebookday (dieses Jahr ist es am Samstag, den 24. März wieder soweit) habe ich wieder ein kleines Video mit Empfehlungen für Euch gedreht. Ich hoffe, es ist etwas für euch dabei!

Alle vorgestellten INDIEBOOKDAY Empfehlungen       auf einen Blick:

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Walking in the rain – Schritt für Schritt zu einem klaren Kopf

Kennt ihr das, wenn euch ein Buch genau zum richtigen Zeitpunkt begegnet? So ist es mir mit „Walking in the rain“ ergangen. Noch vor einigen Jahren war spazierengehen „nicht so mein Ding„. Gemeinsam mit anderen, das war ja mal ganz nett. Aber alleine losziehen? Naja. Womöglich auch noch bei eher schlechtem Wetter? Nicht, so lange mein Sofa so einladend wirkt! Das hat sich geändert. Continue reading Walking in the rain – Schritt für Schritt zu einem klaren Kopf

Stell Dir vor, Du wachst auf – Michael Curse Kurth

Was denkt ihr, wenn ihr diesen Titel lest? Geht es euch vielleicht genauso wie mir? Natürlich wachen wir im Laufe des Tages auf, aber wie oft laufen wir kopflos durch unseren Alltag, der in einem endlosen Strom von Aufgaben und Erledigungen an uns vorbeirauscht? Verfangen uns in einem höher, schneller, weiter oder sind erschlagen von der Informationsflut, die tagtäglich auf uns einprasselt? Und wie oft sind wir wirklich ganz bei uns, präsent und (auch wenn es aktuell ein überstrapaziertes Wort ist) – achtsam ? Ich merke – es könnte bei mir deutlich öfter der Fall sein, ich wünsche mir mehr Ausgeglichenheit. Außerdem würde ich gerne zu meinen bisherigen Routinen neue hinzufügen, ob es nun der Umgang mit digitalen Medien ist, der regelmäßige Sport oder die Meditationspraxis.

Genau hier setzt Curse an. Einige werden ihn als Rapper kennen, andere haben ihn vielleicht wie ich in seinen Sessions für die Female Future Force kennengelernt oder haben schon einmal seinen Podcast „Meditation, Coaching & Life“ gehört. Mir haben seine Ansätze bei der FFF bereits gut gefallen, ich wollte mehr lesen.

Die OOOO+X-Methode für mehr Präsenz und    Klarheit im Leben.

Die Methode die Curse entwickelt hat stützt sich auf fünf Schritte im Umfeld der Meditation und Achtsamkeit, die unterschiedlich in den Tag eingebaut werden können, vorrangig aber als Morgenroutine konzipiert wurden. Mir gefällt der humorvolle Ton, der mich immer wieder zum Schmunzeln bringt, manch undogmatischer Vorschlag und die immer wieder eingestreuten Zitate zu Kapitelanfang. Auch holt einen das Buch schlicht dort ab, wo man ist und setzt die Hürde bewusst niedrig. Es macht den Start leicht, auch weil Curse über das ganze Buch hinweg einzelne (Meditations/Atem)-Übungen und Anregungen einstreut, die sich auch in einen noch so vollgepackten Alltag integrieren lassen. Ausreden, adé!

Genauso gefällt mir, dass sich das Buch mit meinem gelebten und erlebten Alltag deckt. So wunderbar ein Yoga-Retreat oder eine mehrtägige Schweigeklausur auch sein können, so sind diese Erlebnisse doch eher die Ausnahme. Es ist mir wichtig, Dinge zu finden, die bereits jetzt und hier wirken und die dauerhaft in mein Leben passen. Kurz: bei denen es eine realistische Chance gibt, dass ich sie wahrnehmen  und einbauen kann.

„Je einfacher die Methode, desto geringer die Gefahr von Abwegen“         Chögyam Trungpa

Curse bringt uns dazu, uns wirklich Gedanken zu machen, über unser „Warum?“ weil ein klares und achtsam formuliertes Warum ein sehr machtvoller, ja unser stärkster Antrieb sein kann. Er fordert uns Leser*innen dazu auf, unsere Ziele und Vorhaben am jeweiligen Kapitelende auch schriftlich zu fixieren , weil niedergeschriebene Vorsätze deutlich verbindlicher auf uns wirken als vage Vorhaben.

Beim Lesen streiche ich vieles an, für mich passt dieses Buch gerade perfekt.

Mich beeindruckt Curse, der zu Beginn des Buches auch seine eigene Geschichte erzählt. Davon, wie er als Rapper alles erreichte und doch nicht glücklich war, wie ihm Coaching, der Buddhismus und Meditation geholfen haben, sich neu auszurichten. Auf welche Dinge er in seinem Leben nun verzichtet und welche bei ihm Einzug gehalten haben.

Im Nachwort macht Curse aber noch einmal klar, dass jeder für sich seine Methode und seinen Weg finden muss und das auch dieses Buch nur ein Anstoß sein kann. Dafür, sich vielleicht mit dem ein oder anderen Baustein seiner Methode noch intensiver und über lange Zeit hinweg selbst zu beschäftigen ( der Anhang mit weiterführender Literatur gibt einem dazu viel Lesestoff an die Hand).

Gehen müssen wir den Weg immer noch alleine, aber es fällt deutlich leichter, wenn man solch einen liebevollen Anstoß bekommt, wie durch die Lektüre dieses Buches.

A room to write

Seit Jahren träume ich von einem eigenen Raum zum Schreiben. Gedanklich habe ich ihn schon so oft eingerichtet, ich könnte mich vermutlich mit verbundenen Augen darin zurecht finden.

Ein Raum, der nur mir gehört, in dem ich mich denken hören kann. In dem ich auch jeden Gedanken zu Ende denken kann. Ein geschützer Ort, an dem die Welt keinen Zutritt hat. Wo ich all meine Worte an die Wand pinnen kann, die Entwürfe und dahingeworfenen Ideen über Nacht liegenbleiben dürfen, sich vermischen und in der Nacht ein Eigenleben führen können. Wo ich die Sätze laut aussprechen und ihrem Klang nachspüren kann. Dieser Raum, den ich betrete, tief durchatme und weiß – hier will und muss ich sein.

Ich habe diesen Raum in meinem Kopf schon so oft besucht, er ist ein Ziel und ein Sehnsuchtsort. Und doch weiß ich, dass natürlich kein Raum der Welt das tut, was nur ich für mich selbst tun kann, zu schreiben, als ob es um alles geht, ohne Alternative. Es braucht nicht den eigenen Raum dafür, halbe Romane entstanden auf billigen Servietten in schäbigen Schnellrestaurants. Kein Raum dieser Welt besitzt magische Fähigkeiten, er wird immer nur die Haltestelle sein, in den Bus steigen, mit ungewissem Ziel, das muss ich selbst tun.

Während ich durch die dunklen Straßen laufe und in diese Häuser starre, weiß ich auch, das solch ein Ort für mich zum einen Freiheit bedeutet und doch, dass er nicht nur mit Freiheiten kommt, mehr Platz ist mit mehr Verbindlichkeiten verbunden. Und wieviel freier könnte ich sein, als ganz allein, mit der Musik auf den Ohren, nächtlich wandernd? Mein Raum zum Schreiben ist die Welt, die in meinem Kopf und die, die ich mir erlaufe. Durch die ich renne, in der ich in die Luft denke, wild dirigierend, in der meine Gedanken übereinander stolpern, weil sie auf mich einstürmen. Wo sich stilles Glück findet, wenn die Worte in meinem Kopf langsam zu Sätzen werden.

Ich laufe durch diese Nächte und mein Herz wird weit, wenn ich darüber nachdenke, wie ich irgendwann in diesem Raum stehen werde, in dem ich schreiben kann und der ganz und gar mir gehört. Und dass ich ihn doch genauso oft wieder verlassen werde, um den Raum zu betreten, der mich zuvor immer wieder aufgefangen hat, weil er keine Begrenzungen kannte. Der so zuverlässig da war wie ein Freund, der still deine Hand nimmt.

Die Freiheit, das zu tun, wonach es einen drängt, wird immer stärker und mächtiger sein, als alle äußeren Umstände, die einen scheinbar begrenzen. Solange die Nacht und die Welt da draußen meine Zuflucht und mein Raum sind, werden die Worte ihren Weg finden.