Hoffmans Hunger – Leon de Winter

Mit diesem Werk habe ich mich erstaunlich schwer getan. Es liegt nicht daran, dass de Winter nicht schreiben kann – das kann er. Aber das Umfeld der Diplomaten, der Spionage, der politischen Verwicklungen, das wird wohl einfach nie ganz meines werden. Noch dazu widmet er sich mit einer gewissen Leidenschaft in diesem Buch gebrochenen Männern, für die es schwerfällt, wirklich Empathie zu empfinden. Hat einfach nicht so gut gepasst für mich.

Die Britannica und ich – A.J. Jacobs

Um dieses Buch habe ich ziemlich lange (um genau zu sein sechs Jahre, Himmel hilf…) einen Bogen gemacht – mit Begeisterung gekauft, aber dann doch immer wieder davor zurückgeschreckt – würde es mich bei der Stange halten können, interessant genug sein, nicht öde werden? Nichts davon ist eingetreten und ich habe es mit Vergnügen gelesen. Der Autor verknüpft sein Leben und die Britannica äusserst unterhaltsam und so nebenbei erfährt man allerhand Skurrilitäten und Sonderliches. Wiedermal ein Buch aus dem Regal ungelesener Bücher, das völlig zu Unrecht so lange warten musste ;-)

Grenzgang – Stephan Thome

Nun endlich las ich den ersten Roman von Stephan Thome und auch dieser hat mich begeistert. Auch wenn ich selbst durchaus in einer sehr überschaubaren Kleinstadt aufgewachsen bin, so sind mir Festivitäten wie der Grenzgang doch eher fremd. Und doch: selbst wenn man Stadtmensch durch und durch ist, bringt Thome einem die Atmosphäre näher, die eingeschworene Kleinststadtgemeinschaft, das Rucken der Vorhänge, das Klein auf Klein und das Ausbrechen und Zurückkehren. Was er ebenso meisterhaft schafft, ist aus der Perspektive einer 40jährigen Frau zu schreiben, das hat mich wirklich fasziniert, es geht weit über „Ruft er an?“ hinaus, mitten hinein in die Ängste und Zweifel dieser Frau, ihrem Umgang mit ihrem maulfaulen Sohn, dem Ex-Mann und seiner neuen Freundin, der pflegebedürftigen Mutter. Und das Lob, was seine Dialoge angeht, kann ich nur ebenfalls wiederholen, diese sind schnell, intelligent und authentisch. Ich freue mich schon sehr, wenn ich irgendwann ein drittes Buch von diesem talentierten Autor lesen darf!

Defender – Andreas Steinhöfel

Endlich habe ich sie gelesen: die Kurzgeschichten, die zum Teil auf Figuren aus „Die Mitte der Welt“ basieren. Man kann DMDW sicherlich auch ohne das Wissen aus diesen Geschichten lesen. Aber wenn man den Roman kennt, dann ist es ein tolles Wiedersehen mit liebgewonnenen Figuren. Es ist ein leises Schauen hinter die Kulissen, ein Mehr-verstehen von der ein oder anderen Handlung. Und auch die Geschichten ohne Bezug zur MDW haben mich berührt – Steinhöfel ist ein grandioser Beobachter.

Blogger schenken Lesefreude – Welttag des Buches

Am 23.4.2013, dem Welttag des Buches, veröffentlichen alle teilnehmenden Blogger einen Beitrag, in dem sie ein Buch verlosen. Natürlich sind wir neugierig, warum ihr euch gerade für dieses Buch entschieden habt! Ist es ein Buch von einem Lieblingsautor, ein unentdecktes Buchjuwel, ein Buch aus Kindertagen oder ein Überraschungstitel?
Leser, die diese Bücher gewinnen möchten, kommentieren eure Beiträge. Verlost werden die Bücher am 30. April.

Heute ist es soweit: wiedermal ist der Tag, an dem das Buch und das Lesen gefeiert werden.

Auch pinkfisch.net nimmt an der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ teil. Und zwar mit diesem Buch:

Sascha Lobo – Strohfeuer

weil ich fand, dass dieses Buch gut zu einer Online-Aktion passt, ist Herr Lobo doch selbst äusserst aktiv in der virtuellen Welt. Mehr zu Sascha Lobo gibt es hier!

Was ihr dafür tun müsst? Hinterlasst mir in diesem Posting einen Kommentar, warum ihr gerne dieses Buch gewinnen möchtet. Das Los entscheidet! Den Gewinner veröffentliche ich ab dem 30. April hier, derjenige hat dann eine Woche Zeit, sich bei mir zu melden.

Einen wunderschönen Welttag des Buches für alle!

Die Selbstmordschwestern – Jeffrey Euginides

Ich werde ganz sicher nicht leugnen, dass es an mir liegt – aber ich konnte mit diesem Buch so wenig anfangen. Es bleib für mich schwer greifbar, es schlüpfte mir so oft aus der Hand, aus meinen Gedanken. Allein, nicht genau zu wissen, wer die Erzähler sind. Und auch die, ja, geradezu Obession, mit der die Schwestern beobachtet wurden, war mir zu voyeuristisch, viel zu intim. Es ist immer schwierig, ein Buch zu lesen, in dem man sich mit keiner der Figuren auch nur ansatzweise identifizieren kann. Obwohl ich ein Faible für schräge, skurrile Figuren habe – hier bin ich deutlich an meine Grenzen gestoßen.

Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme eine Schickse – Thomas Meyer

Herrlich unterhaltsam. Das Buch ist nur so gespickt mit jiddischen Ausdrücken, was meinem Mann und mir einige nette Abende beschert hat, in denen ich versucht habe, einige Szenen laut vorzulesen. Jiddisch ist eine spannende Sprache, eine lebendige, die sich, je nach Standort auch deutlich unterscheidet. Ein ganzes Buch in diesem Tonfall zu schreiben – klasse! Und Wolkenbruchs Reise, hin und hergerissen zwischen seiner Mame, dem Judentum, den Schicksen und seinem Glauben – man folgt ihm gern.