Halb und Halb für 3 – Marie-Aude Murail

Wahnsinnig schönes, französisches Jugendbuch. 3 Waisen versuchen auf ihre eigene Art und Weise das ihre
sehr unterschiedlichen Halbgeschwister die Vormundschaft bzw. das Sorgerecht für sie übernehmen. Ein toller Stil, man hat das Gefühl die Kids (die auch nicht auf den Mund gefallen sind) nach den ersten paar Seiten zu kennen…Die Autorin schafft es, ein sehr schwieriges Thema einfach zu erzählen, mit den Worten der Kinder und nicht ohne beide Seiten zu zeigen! Sehr empfehlenswert! Die Altersangabe ist ab 12, ich empfinde das auch als angemessen.

Wenn ein Reisender in einer Winternacht – Italo Calvino

Dies ist wirklich ein sehr aspektreiches Buch. Dadurch das der Leser immer und immer wieder in eine neue Geschichte geworfen wird, bleibt es spannend. Allerdings muss ich sagen das ich zum Beispiel den Anfang und auch die Schlusssequenz ganz große Klasse fand, zwischendurch aber wirklich zäh mit einigen Episoden kämpfen musste. Ich würde fast wagen zu behaupten das niemand alle Teile des Buches in gleichem Maße zusagen würden. Es ist ein interessantes Buch, alleine die Idee und einige Szenen machen es lesenswert, ich würde es aber nicht zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählen.

Rumo – Walter Moers

Wieder ein Zamonien Roman. Rumo war besonders ab der Hälfte zum Teil zum Piepen komisch. Ich sage nur „Das Blut-Lied“. Insgesamt ist dies der brutalste und härteste von Moers Romanen, dafür aber auch die ausgefeilteste Geschichte. Ausserdem hat Moers den roten Faden nicht verloren, es war also bis zum Schluss richtig spannend und es lief alles schön zusammen. 700 Seiten die sich lohnen!

Bücher auf Rädern – Ian Sansom

Also das war echt spannend :) Die Geschichte dieses etwas naiven britischen Bibliothekars dessen erste „Amtshandlung“ darin besteht, 15.000 gestohlene Bücher wieder aufzustöbern und wie die Einheimischen ihn dabei „unterstützen“, das ist teilweise richtig komisch, man erfährt noch so einiges über Irland und Gepflogenheiten und mir gings jedenfalls so das ich am Ende riiichtig gespannt auf die „Lösung“ war. Und vorallem – das Buch hätte ruhig länger sein können, grade hatte man die Charaktere ins Herz geschlossen.

Gottes Werk und Teufels Beitrag – John Irving

Bin gespannt, amüsiere mich bisher aber schon ganz ordentlich! […] Wahnsinn, es ist geschafft!  Ich muss sagen: Die Geschichte ist klasse, spannend, witzig, traurig, eigenwillig – ich kann die Irving-Fans absolut verstehen. Aber ich kann auch verstehen wenn man ihn nicht mag: er schreibt sehr, sehr detailreich und ausufernd… Ist für mich schon okay, aber ich kann sowas nicht soo oft lesen, ist schon anstrengend, obwohl das Buch wie gesagt echt klasse ist!

Das Parfüm – Patrick Süskind

Hach, ein Kurzurlaub ist schön!  Habe „Das Parfüm“ gelesen (und den Urlaub habe ich in Grasse gemacht, der Parfümstadt wo auch große Teile des Buches spielen) und habe mir quasi die Schauplätze im Buch paralell dazu angesehen & auch ein eigenes Parfüm entworfen, also richtig reingeschnuppert -  Unbedingt und absolut empfehlenswert, war total interessant! Und das Buch hat mir sehr gut gefallen, auf den Punkt, was anderes und einfach spannend..also ich fands ein echtes Erlebnis. Wer kann schon Gerüche aufschreiben?

Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär – Walter Moers

So, der Blaubär ist durch. 700 Seiten, das iss schon ein echter Schmöker ^^ Fand das Buch toll, es sprüht wirklich nur so vor Fantasie & Ideen. Allerdings gings mir teilweise auch wie in einem schönen Urlaub – rückblickend war alles so ein Erlebnis, direkt beim Reisen hätte man sich die eine oder andere Führung oder Beobachtung auch sparen können. Das Buch ist klasse, keine Frage, aber manchmal auch etwas anstrengend obgleich der wahnsinnig vielen Details und Beschreibungen. Um Zamonien, die Welt von Walter Moers kennenzulernen ist es aber unschlagbar. Als Einstieg würde ich trotzdem eher „Die Stadt der träumenden Bücher“ empfehlen.

Wie ich eines schönen Morgens im April das 100% Mädchen sah – Haruki Murakami

Ich las die Titelgeschichte und dachte nur „Wahnsinn, wie schön ist das denn!“ Der Mann ist ein Wahnsinn..mit so wenigen Worten, mit so kunstvollen Sätzen..mit Genialität kann man da nur sagen. Würde am liebsten jede Geschichte lesen, nochmal lesen und dann 1-2 Stunden drüber nachdenken. Wow. Murakami ist einer der wenigen, der Kurzgeschichten richtg beherrscht – außerdem für mich der einzige, dem ich ein unklares Ende immer verzeihe!

Tender Bar – J.R. Moehringer

Ein Junge der in Amerika in der Gemeinschaft von Stammkunden in einer Bar aufwächst. Die Bar begleitet ihn sein ganzes Leben über…bin noch nicht weit gekommen, sehr klein gedruckt und auch recht dicker Schinken. Aber, bisher recht nett. […]

„Tender Bar“ hab ich durch, falls ihr mal nen netten Schmöker für eure Väter und jungebliebenen Onkels braucht – das ist euer Buch! Eine Lebensgeschichte rund um eine „Bar“ zu stricken ist schon eine Art Kunst – das Buch ist ne runde Sache und lies sich gut lesen.
Für einen Erstling wirklich eine beachtliche Leistung.
Was mich am Anfang etwas „verschreckte“ war zuerst die absolut tolle Schilderung der Bar und danach die Schilderung der Kindheit – irgendwie war mir dieser Schnitt zu hart. Im Nachhinein finde ich das Buch aber eine runde Sache – sicherlich mit ein paar kleinen Längen aber das schreibe ich dem Erstling zu. Zwischendurch gabs fande ich herrliche Szenen, alleine die Buchhandlung und Bill&Bud – wunderbar!
Insgesamt passt es gut das Buch in mehrere Teile zu unterteilen – weil auch jeder Teil eine ganz eigene Geschichte hat, eine eigene Art zu faszinieren. Der Begriff „Männerbuch“ passt aber trotzdem gut. Bin gespannt wie das Buch in Deutschland angenommen wird :)