Wollte mal einen deutschen Krimi versuchen, der etwas schrägeren Art. Kluftinger, der Kommissar ist irgendwie sehr knuffig ^^. Der Fall ist nicht wahnsinnig aufregend oder so, aber es ist ein netter Nachmittagskrimi für zwischendrin und die Allgäuer sind schon ein lustiges Völkchen.
Autor: Sarah
Frau Paula Trousseau – Christoph Hein
Ein wirklich, wirklich tolles Buch. Am Ende war ich richtig geschafft, fast schon deprimiert, aber auch sehr beeindruckt. Paula setzt sich im Laufe ihres Lebens gegen alle durch: ihre Eltern, ihre Männer – und lebt und liebt doch nur die Kunst. Das ist mehr als die Geschichte einer Emanzipation. Das ist Drama, das ist klare Linienführung, das ist ein Roman über Kunst, eine Familiengeschichte, Liebesgeschichte am Rande. Auch wenn Paula soviele Fehler macht – oder auch nicht, je nach Blickwinkel – sie wirkt trotz ihrer Kälte ungeheuer menschlich.
Hat mich wirklich sehr gefesselt. Wer bereit ist, sich auf ein trauriges, aber sprachlich so lesenswertes Buch einzulassen, der wird hier belohnt!
Weihnachten ganz wunderbar – Ein literarischer Adventskalender
Sehr, sehr schön! Hab ich äusserst gerne gelesen! Schöne Geschichten, egal ob man noch Kind ist oder schon „groß“. Werd ich sicher nächstes Jahr wieder rauslegen, einige Geschichten für Feiern etc. verwenden.
Alle sieben Wellen – Daniel Glattauer
Ja genau, die Fortsetzung von „Gut gegen Nordwind“. Wir fragen uns – kann das was werden? WILL man überhaupt eine Fortsetzung? Ich sage – JA! Auch wenn ich das Ende überaus gelungen fand, vom Vorgänger – man möchte ja doch (ähnlich wie beim Happy End!) wissen – was wird denn später?
Sprachlich wieder ein Kunstwerk, man erfreut sich so sehr an Satzkonstruktionen, am Hin und Her der beiden. Sie sind ernsthafter geworden, vielleicht auch vorsichtiger. Zusätzlich kommen nun noch andere Komponenten dazu. Und verleihen dem ganzen meiner Meinung nach noch mehr Tiefe. Ach, ich hab mich einfach gefreut, wieder Emmis impulsive Mails, Leos Schreiberei bei viel zuviel Wein…man schaut den beiden einfach unheimlich gerne zu!
Für mich ist es eine sehr gelungene Fortsetzung! Spritzig, mit viel Gefühl in jeder Zeile und es geht einfach „weiter“, die Umwelt der beiden wird mehr einbezogen – mehr verrate ich nun aber nicht! Ich würde es allen Nordwind-Fans ans Herz legen :)
Die Nacht in der meine Schwester den Weihnachtsmann entführte -Zoran Drvenkar
Mal ein etwas anderes Weihnachtsbuch, ganz viele Weihnachtsfeste, beschrieben von Zoran, wie er immer älter wird. Hier ist nicht immer Weihnachtsfrieden, alles harmonisch. Und grade das macht es besonders. Einige Geschichten hatten wirklich richtig Charme ;-)
Der Kaiser von China – Tilmann Ramstedt
Oh, das fand ich echt klasse! Keith hätte eigentlich, ja eigentlich mit seinem Großvater nach China reisen sollen, so der Wunsch des Opas. Um nicht vorwegzugreifen – der Opa ist tot, niemand, schon garnicht Keith Geschwister soll das wissen – und so beginnt Keith, versteckt unter seinem Schreibtisch Briefe vom angeblichen China-Trip zu schicken – und was die beiden dort erleben – großartig! Ein Fabulierwerk erster Klasse, skurril, überraschend, eine tolle Sprache, ein deutscher, junger Autor – was will man mehr? Ich hab jedenfalls unheimliche Freude beim Lesen gehabt! (Und nach dem Lesen unbedingt das Video auf youtube sehen – grandios!)
In der Badewanne – Herrad Schenk
Klasse!!! Ulrike, Journalistin im Ruhestand reisst bei dem Versuch, ihrem Nachbarn beim leichtbekleideten Yoga zuzusehen, das Bücherregal aus der Wand – das sich so ungünstig in der Wanne verkeilt, das sie aus eigener Kraft nicht herauskommt. Nun gut, von Zeit zu Zeit heisses Wasser nachlaufen lassen, ein bisschen Schokolade ist auch noch da und morgen wird sie die Putzfrau finden. Aber so einfach ist es nicht. Ulrike sinniert über die Badewanne, die sie schon ihr ganzes Leben irgendwie begleitet – und wir begleiten sie auf ihrem Trip in die Vergangenheit. Und der ist sehr, sehr lesenswert, sehr klar und authentisch, komisch und tragisch. Ein schräger Blickwinkel aus dem die Autorin wirklich alles rausgeholt hat. Ich kanns nur empfehlen!
Bekenntnisse einer Freundschaft – Antoine de Saint-Exupéry
Einfach nur wunderschön. Nichts gegen den kleinen Prinz, der ist „okay“ aber die anderen Texte berühren mich einfach VIEL mehr. Ganz schmales Bändchen…sehr großartig!
Wie müssen über Kevin reden – Lionel Shriver
So, wer es noch nicht las, sollte vielleicht diesen Text überfliegen.
Es IST toll geschrieben, keine Frage, auch sehr eindringlich – aber (man verzeihe den Kraftausdruck) meine Fresse, bin ich nun deprimiert. Es liest sich auch anstrengend.
Man liest es mit einer Faszination, die ich schon fast wieder abstoßend finde, wie kann man an so etwas so interessiert sein? Ich weiss ja auch nicht, der Mensch will nunmal Lösungen, verstehen, Sachen aufklären. Die Mutter bekam ich nicht zu fassen – ich schwanke zwischen Mitleid, Abscheu, Verständnis und Ratlosigkeit? Im Endeffekt hat doch SIE nicht dem Jungen die Waffen in die Hand gedrückt und gesagt, lauf Amok. Warum geisselt sie sich dann so dermaßen selbst? Und andererseits verstehe ich sie – sie will verstehen, will wissen. Das sie den Vater einerseits so auf ein Podest hebt, sich ihm aber auch klar überlegen fühlt – hm? Und das der Vater nicht sehen will, da wird mir einfach schlecht. Und andersherum, ja, sie wollte nicht wirklich ein Kind, aber laufen deswegen alle Kinder gleich Amok? Das ist mir zu einfach…zu schwarz/weiss…
Und Kevin selbst…keine Ahnung. Das „Ende“ fand ich seltsam und doch wieder logisch, das Buch ist ja auch so aufgebaut das jedes Detail erst nach und nach ans Licht kommt. So gab es zum Schluss für mich genügend Gelegenheiten wo ich nur noch dachte „Oh mein Gott“. Was ein Ekel, ich kann nicht mit jemand, der so grausam ist und so intelligent das er WISSEN muss wie andere darunter leiden. Das ist einfach…uah.
Also – ich habs gelesen und finde es auch weiterhin durchaus ein bemerkenswertes Buch. Aber auch unheimlich krass, niederdrückend, und mich hat das nun wirklich ziemlich naja…ernüchtert. Aber gut, ein Buch soll ja auch einen starken Eindruck hinterlassen.
Die große Liebe – Hanns-Josef Ortheil
Für mich eine Enttäuschung. Sprachlich teilweise sehr schön, manchmal aber auch unheimlich konstruiert. Man bekommt von der Hauptperson eine fast analytisch genaue Aufzählung – aber Gefühle? Recht farblos bleibt auch die Frau in die er sich verliebt, einzig fabreich geschildert sind Landschaft und Essen…mhmpf. Hat mich sehr unbefriedigt zurückgelassen.